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Die letzten Tage in Kambodscha

Übersicht

Es ist bereits eine Woche vergangen, seit ich aus Kambodscha zurückgekehrt bin. Hier möchte ich nun über meine letzten Tage in Kambodscha berichten und Fazit ziehen.  

Schulausflug

Einer der Höhepunkte in den letzten zwei Wochen war ein Schulausflug, auf dem wir mit 40 Kindern aus unserem Projekt die Hauptstadt Phnom Penh erkundeten.
Zum Programm gehörten der Besuch des Nationalmuseums, das Tuol Sleng Museum zum Gedenken an die Opfer der Roten Khmer zwischen 1975 und 1979 und der Besuch des Königspalastes. Mittagessen gab es in einer großen Mall im Stadtzentrum. Für die allermeisten Kinder war es das erste Mal, diese Orte zu besuchen und man merkte das besonders, als eine große Gruppe von ihnen den Zugang auf die Rolltreppen blockierte, aus Angst den ersten Schritt auf die Rolltreppe zu machen. Es brauchte einige Zeit und viel Händchenhalten um alle Kinder zum Food Court im 4. Stock zu befördern.  Am Ende konnten aber alle ihre Angst überwinden und hatten viel Spaß. Durch Fundraising haben wir es geschafft, diesen Trip völlig kostenfrei für die Kinder zu gestalten. Essen, Trinken, Bus, Eintrittspreisen und alles andere wurde komplett übernommen. Dieser Ausflug war für mich, sowie für die Kinder ein unvergessliches Erlebnis.  

Abschiedsgeschenke

Als der Abschied in greifbare Nähe rückte, realisierten auch die Kinder, dass Adrian und ich bald gehen würden und kamen immer wieder vor dem Unterricht um uns Blumen oder andere kleine Geschenke zu geben. Auch Adrian und ich waren sehr damit beschäftigt Abschiedsgeschenke für unsere Gastfamilie, unsere Schulkinder und alle anderen die uns über die letzten 11 Monate ans Herz gewachsen sind, zu finden.

Der letzte Tag

Den letzten vollen Tag im Projekt gestalteten wir mit vielen Spielen wie z.B. einer Pinata und traditionellen kambodschanischen Spielen. Wir verteilten außerdem kleine Geschenke und machten selbstverständlich viele Fotos zusammen. Die Kinder überraschten uns mit einem Kuchen, was letztendlich in einer Kuchenschlacht endete. Als es für die Kinder dann Zeit war nach Hause zu gehen, flossen schon die ersten Tränen bei meinen Schülern.

Am Abend luden wir noch Dorfbewohner ein, die wir während unserer Zeit im Projekt näher kennengelernt haben. Wir aßen und tranken gemeinsam und tanzten anschließend zu traditioneller, kambodschanischer Musik.  Es war ein schöner Abschluss einer besonderen Zeit.

Abreise

Um 14:30 Uhr des nächsten Tages war es dann soweit, der Bus stand vor dem Learning Center. Ich hatte die Stunden davor damit verbracht mich von allen zu verabschieden. Einige Kinder weinten schon eine Stunde bevor der Bus ankam und ich versuchte zu trösten: "Ich komme wieder! Ich komme wieder!" .  Als ich den Bus anfahren sah konnte auch ich die Tränen nicht mehr zurückhalten.  

Das sollte es nun gewesen sein. Elf Monate. Vorbei. Ich habe viel Energie in das Projekt gesteckt und ich habe so viel mehr zurückbekommen. In fast einem Jahr in Kambodscha sah ich meine Schüler/innen sechs aus sieben Tagen in der Woche und mit vielen hatte ich ein sehr enges Verhältnis. Es stecken so viele Erinnerungen in den letzten 11 Monaten die ich nicht hätte missen wollen. Wir haben zusammen Neujahr gefeiert und um verstorbene Familienmitglieder getrauert. Ich habe mal Kuchencreme und mal Tränen aus den Gesichtern gewischt. Ich habe so viel Neues erfahren und mir wurde unglaublich viel Gastfreundschaft und Liebe entgegengebracht.
Ich habe ein Teil meines Herzens in Kambodscha gelassen.

Am Abend vor meinem Rückflug organisierte CYA (die kambodschanische Partnerorganisation) eine weitere Abschiedsfeier für Adrian und mich und am nächsten Tag begleiteten mich Freunde aus Phnom Penh zum Flughafen. Wieder hatte ich Tränen in den Augen, allerdings war ich spät dran und musste mich sehr beeilen, um rechtzeitig zum Gate zu gelangen, was die sentimentalen Gefühle fürs erste verdrängte.
Nach einer Woche zurück zu Hause vermisse ich Kambodscha immer wieder. Ich werde meine Zeit dort nie vergessen. Ich habe dort Freunde und Menschen getroffen, die mich als Teil ihrer Familie sehen.  
Mein Leben schreitet nun zu einem neuen Lebensabschnitt fort, dem Studium. Aber eins habe ich mir fest vorgenommen: "Ich komme wieder!", und das so bald wie möglich.   

Danke

Ich möchte mich auch noch explizit bei allen bedanken die mir diese Erfahrung ermöglicht haben und mich über dieses Jahr hinweg begleitet haben. Angefangen hat es mit dem großzügigen Engagement in meinem Spenderkreis, für das ich ebenso sehr dankbar bin, wie für die vielen Spenden, die die Umsetzung vieler Ideen in meinem Projekt möglich machen. Vielen Dank auch an alle die sich über dieses Jahr um mich gesorgt haben und Interesse an meinem Blog hatten. Ihnen allen verdanke ich eine besonderes Jahr.
Vielen Dank !

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