Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Die ersten zwei Wochen

Übersicht

Nach einer langen Vorbereitung und den letzten Tagen, die ich mit Bankterminen, Koffer packen und Verabschiedung meiner Freunde verbracht hatte, ging es nun tatsächlich los. 365 Tage voller neuer Erfahrungen und Abenteuer standen nun vor mir. Durch die Vorbereitungsseminare begannen wir schon fast ein Jahr im Voraus mit unserer Vorbereitung- und nun stand der Tag, auf den ich Ewigkeiten gewartet hatte nun endlich vor mir. 

Vamos!

Unsere Reise begann schließlich am 2. August in Frankfurt am Flughafen. Wir, 13 Freiwillige unserer Organisation, welche ihren Dienst an Peru absolvieren werden, trafen uns gemeinsam am Flughafen und mussten uns schließlich von unseren Familien verabschieden. Das Gefühl des Abschieds war wirklich merkwürdig- irgendwie nicht real. Erst als wir die Sicherheitskontrollen passiert hatten und ich meine Eltern nicht mehr gesehen habe, wurde mir plötzlich bewusst, dass ich nun wirklich für ein Jahr mein Leben hinter mir lasse. 

Zwischenstopp

Einen Zwischenstopp in Madrid, 10 Stunden Aufenthalt in Lima und eine 24-stündige Busfahrt später, kamen wir schließlich komplett fertig in unserer zukünftigen Heimatstadt Cusco an. Die Busfahrt in Südamerika ist glücklicherweise nicht mit einer Fernbusfahrt in Europa zu vergleichen, denn statt zusammengequetscht und ohne Beinfreiheit nebeneinander zu sitzen, hat im peruanischen Fernbus jeder seinen eigenen Pullmannsitz, den man um 170 Grad nach hinten drehen kann. Somit hat jeder Passagier sein eigenes Bett und zudem gibt es auch noch Stewards, die Essen servieren!

Dennoch war ich nach ungefähr 48 Stunden Anfahrt wirklich froh, als wir endlich in Cusco ankamen. Die Einfahrt in die 300.000 Einwohnerstadt war wirklich spektakulär! Die Anden umrahmen wirklich wunderschön die Stadt und auch die wuselige, etwas chaotische Atmosphäre faszinierte mich von Anfang an. 

Wohngemeinschaft

Auch unsere WG, in welcher wir am Wochenende zu neunt, unter der Woche zu fünft wohnen, hat mich von Anfang an überzeugt! Wir wohnen sehr zentral in der Stadt und können von unserer Wohnung aus alles zu Fuß oder mit dem Bus erreichen. Außerdem hat man von der Terrasse unserer Wohnung wirklich eine wunderbare Aussicht über die ganze Stadt. Bei Nacht ist die Aussicht wirklich grandios, denn die ganze Stadt und die höher gelegenen Andendörfer fangen an zu strahlen.  Der einzige Nachteil: wie in Peru üblich, hat unsere Wohnung keine Heizung. Tagsüber ist es in Cusco zwar sehr angenehm warm, doch aufgrund der Höhenlage von 3500 Metern kühlt es nachts auf 0 Grad ab. Vom 40 Grad heißen Deutschland war das zuerst eine ziemliche Umstellung, doch dick eingepackt in Decken, Schlafsack und Wärmflasche lässt sich auch diese Hürde locker meistern!

Spanischkurs

Die ersten zwei Wochen verbrachten wir vor allem mit dem Verbessern unserer Spanischkenntnisse in dem deutsch-peruanischen Kulturinstitut Acupari im Zentrum von Cusco. Für mich waren diese zwei Wochen Spanischkurs wirklich total wichtig, denn mein Spanisch beschränkte sich bis dahin nur auf die Kenntnisse, welche mir in einem zweiwöchigen Spanischkurs kurz vor unserer Ausreise in Barcelona vermittelt wurden. 

Doch aber nicht nur für meine Spanischkenntnisse, sondern auch für den Einstieg in die peruanische Lebensweise waren die zwei Wochen wirklich ein super Anfang! So erlernten wir beispielsweise unsere ersten Salsa Schritte, aßen peruanische Gerichte und besichtigten gemeinsam mit weiteren Freiwilligen anderer Organisationen eine Inka-Ausgrabungsstätte in der Nähe von Cusco. Außerdem vermittelte uns die Sprachschule Tandem-Partner, welche in der Sprachschule Deutsch lernen. So konnte ich bereits erste Kontakte mit Peruanern knüpfen, welche uns die Stadt genauer zeigten und uns in das Leben von Cusco integrierten. 

Die Dörfer Choco und Oropesa

Die zwei Wochen vergingen nun wirklich im Flug, jeden Tag passierte etwas Neues und die Gastfreundschaft der Peruaner ist wirklich unbeschreiblich. Besonders gut gefallen hat mir beispielsweise unser Ausflug in das Dorf Choco. Das Dorf hat nur 200 Einwohner und ist ungefähr 25 Autominuten von unserer Stadt Cusco entfernt, doch durch die Chefin unserer Organisation wurden wir in dem Dorf sehr herzlich begrüßt und empfangen. Dort gibt es nicht einmal einen Wasseranschluss, doch die Herzlichkeit der Menschen war nicht zu übertreffen. In Gedenken an die Jungfrau Maria, fand an Maria Himmelfahrt dort ein Fest statt. Hier wurde ganz offenherzig getanzt und wir wurden herzlich zum Essen eingeladen. Es gab ganz traditionell und typisch für Peru, Kartoffeln, Maispampe und Hähnchen - wirklich super lecker! Ich fand es wirklich beeindrucken, mit wie wenig die Menschen in diesem Andendorf ihr Leben bestreiten und dennoch so gastfreundlich sind. 

An einem anderen Tag sind wir in ein Dorf namens Oropesa gefahren, welches mit dem Bus ungefähr eine Stunde von Cusco entfernt ist. Hier wurde zwei Wochen lang Maria Himmelfahrt mit Prozessionen, Tänzen und Festen gefeiert. An diesem Samstag nach Maria Himmelfahrt, war der krönende Abschluss des Festes. Wir durften vielerlei Tänze von kostümierten und maskierten Tanzgruppen bestaunen. Eins habe ich schon nach zwei Wochen gemerkt - egal was ist, die Peruaner finden immer eine Möglichkeit, ausgiebig zu feiern!

Die zwei Wochen sind nun schon wie im Flug vergangen und haben mir einen super ersten Eindruck über das peruanische Leben verschafft! Ich habe das Gefühl, mich schon echt gut in das Leben von Cusco eingefügt zu haben und bis jetzt gab es wirklich jeden Tag so viel Neues zu entdecken und zu erleben. Ab jetzt geht es los mit meinem Projekt und ich bin schon sehr gespannt, was mich erwartet! 

Also, bis zum nächsten Eintrag und bis bald, eure Lara!

 

 

 

Galerien

Regionale Events

Würth feiert Jubiläum

Im Jahr 2020 blickt die Adolf Würth GmbH & Co. KG auf ein 75-jähriges bestehen zurück. Gefeiert wird dies mit den Würth Philharmoniker, Open Air und einem Tag der offenen Tür.