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Ein halbes Jahr am anderen Ende der Welt

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Kaum zu glauben, dass nun bereits ein halbes Jahr seit meiner Ankunft in Cusco vergangen ist. Vor einem halben Jahr beschränkten sich meine Spanischkenntnisse gerade mal auf „Hola“ und „Qué tal?“ und auch die ersten Wochen in dem chaotischen Treiben Cuscos verunsicherten mich. Nun, ein halbes Jahr später, kann ich mich fließend auf Spanisch unterhalten, finde mich in der chaotischen Stadt Cusco bestens zurecht, finde sogar die Kälte in den Anden angenehm und fühle mich rundum einfach nur richtig wohl… 

Viel Neues lernen 

Sowohl auf der Arbeit, als auch in meiner Freizeit, hat sich eine richtige Routine eingestellt. Auf der Arbeit arbeite ich weiterhin in der enfermería mujeres und kümmere mich somit weiterhin um die kranken Frauen, was mir nach wie vor große Freude bereitet. Natürlich stößt man auf der Krankenstation teilweise wirklich an seine Grenzen, da man tagtäglich das Leiden und die Schmerzen der Omas miterlebt und zudem teilweise auch Opfer der an Demenz leidenden Omas wird. Doch ich finde, dass mich das letzte halbe Jahr gerade durch die Arbeit auf der Krankenstation physisch und mental wirklich weitergebracht hat und ich konnte zudem so viel Neues lernen.

Neben der Arbeit auf der enfermería helfe ich weiterhin fleißig in der Küche, in der Physiotherapie und auch den im Projekt wohnenden Mädels bei ihren Hausaufgaben. Jedoch ist kein Tag wie der Andere im Altenheim, sodass wir häufig Besuch von verschiedensten Personengruppen bekommen: Vom Puppentheater über Tanzgruppen bis hin zum Luxushotel, welches ein Drei-Gänge-Menü für die Opas und Omas zubereitet, ist wirklich alles dabei, weshalb die Arbeit wirklich richtig abwechslungsreich und wunderschön ist. Zudem gab es auch intern einige Events. Im November backten wir beispielsweise für Allerheiligen zwei Tage lang sogenanntes Geisterbrot, um die Toten zu ehren und feierten anschließend zwei Tage lang Allerheiligen, was wirklich ganz anders abläuft als in Deutschland.

Extra einen peruanischen Tanz  eingeübt 

Anfang Dezember wurde zudem der Geburtstag der Obernonne gefeiert. Hierfür studierte ich mit meinen zwei Kolleginnen zwei Wochen lang einen peruanischen Tanz ein, welchen wir schließlich in traditioneller Tracht aufführten. Zudem lernten meine Mitbewohner und ich den bayrischen Schuhplattler, um die Omas und Opas auch für die deutsche Kultur zu begeistern. Bei allen Festen und Aktionen sind wir Freiwilligen immer voll integriert und helfen beim Dekorieren und der Umsetzung der Aktionen. Dadurch sieht man wirklich, dass wir in die Altenheim-Familie aufgenommen wurden und als volles Mitglied respektiert werden.

Vor allem aber werden mir die Weihnachtsfeiertage in Cusco lange in Erinnerung bleiben: Heiligabend verbrachte ich gemeinsam mit den Opas, Omas und den Nonnen im Altenheim. Gemeinsam besuchten wir die Christmesse und tanzten anschließend bis kurz vor Mitternacht. Um Mitternacht bestaunten wir dann das wunderschöne Feuerwerk, das mehr an Silvester als an Weihnachten erinnerte. Die ganze Stadt begann zu leuchten und die Aussicht vom Neckarsulmer Scheuerberg oder dem Erlenbacher Kayberg kann bei langem nicht mithalten mit dem beeindruckenden Lichtermeer Cuscos! Nach dem Feuerwerk wurden wir spontan noch von einer Kollegin nach Hause eingeladen und feierten in einer peruanischen Großfamilie den Start in den ersten Weihnachtsfeiertag. 

Diesen verbrachte ich schließlich mit meinen Mitbewohnern und wir versuchten, ein deutsch-peruanisches Weihnachtsessen zu kochen. Ganz traditionell peruanisch gab es Truthahn und als Beilagen gab es deutsches Rotkraut und Kartoffelklöße. Die Kombination war wirklich super lecker und somit war das erste Weihnachten ohne meine Familie dank den Omas und Opas und meiner wundervollen WG wirklich schön!

Los in den Urlaub 

Nach den Weihnachtsfeiertagen ging es für mich auch schon los in den lang geplanten Urlaub. Über Arequipa und den Colca-Canyon ging es langsam die Küste hoch gen Norden über Nazca und Ica. In Ica mitten in der Wüste verbrachten wir Freiwillige aus Cusco gemeinsam mit den Freiwilligen aus Bolivien Silvester in Zelten und feierten in das neue Jahr. Danach ging es zum langersehnten Zwischenseminar nach Lima. Das einwöchige Zwischenseminar wurde von meiner Entsendeorganisation in Deutschland geplant und durchgeführt. Hierfür kamen unsere Verantwortlichen aus Deutschland extra nach Peru, genauso wie unsere Mitfreiwilligen aus Bolivien und Chile. Gemeinsam konnten wir uns über das letzte halbe Jahr in Südamerika austauschen und es war einfach wunderschön, alle mal wieder zu sehen.

Die Hauptstadt Perus verwöhnte uns zudem mit kulinarischen Highlights. So besuchten wir eine deutsche Bäckerei in Lima und aßen nach einem halben Jahr endlich mal wieder Brezeln und leckeres Vollkornbrot. Das sind beides Dinge, die es in Cusco leider nicht gibt und die ich echt vermisst habe… 

Im Norden Perus 

Nach dem Zwischenseminar ging es für mich und meine Mitbewohner in den Norden Perus und nach Ecuador. Kaum zu glauben, dass man sich in Nordperu in demselben Land befindet wie in der Umgebung Cuscos! Sowohl die Landschaft, als auch die Menschen sind wirklich total unterschiedlich. Im Norden Perus erkundeten wir den Dschungel bei Chachapoyas, wanderten durch den Hexenmarkt in Chiclayo, lernten surfen in Mancora und vieles mehr… In Ecuador waren wir erstaunt, dass das Land so viel fortschrittlicher und moderner als Peru ist  Insgesamt waren wir genau einen Monat unterwegs. Die Reisepause war meiner Meinung nach zum perfekten Zeitpunkt, um nicht nur Cusco, sondern ganz Peru, kennenzulernen und um neue Energie für das kommende halbe Jahr im Projekt zu tanken. 

Ihr seht schon, in letzter Zeit war wirklich einiges los und eigentlich war ich auch nur unterwegs. Mir tut es wirklich Leid, mich so lange nicht gemeldet zu haben, doch nun kehrt endlich wieder der Alltag hier in Cusco ein. Ich hoffe, dass im kalten Deutschland ebenfalls alles in bester Ordnung ist und sende euch liebe Grüße aus den Anden in Peru!

Bis dann, eure Lara

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