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Nur Teil des Ganzen

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Ich habe eigentlich mein Leben lang an Gott und die evangelische Lehre geglaubt. Dementsprechend habe ich mich auch konfirmieren lassen. Ich habe jeden Tag gebetet und nichts von dem, was ich über Jesus wusste, in Frage gestellt. Doch meine Einstellung zu Religion und Kirche änderte sich komplett, als ich in der 10. Klasse war. Im Religionsunterricht bekamen wir die Aufgabe, über mehrere Wochen hinweg das Markusevangelium in der Bibel zu lesen. Ich hatte vorher nie längere Passagen in der Originalbibel gelesen: alle biblischen Geschichten, die mir bekannt waren, wurden mir entweder erzählt oder ich kannte sie aus einer Kinderbibel. Schon nach wenigen Seiten des Markusevangeliums stellte ich allerdings fest, dass die Geschichten, die ich schon oft gehört hatte, nur ein Teil des Ganzen waren.

Glaube hinterfragt

Es gab genauso Geschichten über Jesus, in denen er mir fremd vorkam, in denen sein Verhalten völlig im Gegensatz zu meinem Bild von ihm stand. Von diesen Geschichten jedoch, hatte ich vorher noch nie etwas gehört. Dann begann ich auch andere Bibelstellen zu hinterfragen. Ich konnte mir nicht logisch erklären, wie aus zwei Menschen eine Bevölkerung von mittlerweile mehr als sieben Milliarden Leuten verschiedenster Ethnien entstehen konnte. Oder wieso Gott vor tausenden von Jahren regelmäßig für Wunder zu Gunsten von unterdrückten Menschen sorgte, während heutzutage die halbe Welt hungert und die Missstände in vielen Ländern kaum größer sein könnten. Dies führte dazu, dass mein Ansehen für Religion zunehmend schwand. 

Auch die Kirchen, vor allem die katholische, stellte ich aufgrund ihrer erzkonservativen Ansichten in vielen Themenbereichen immer mehr in Frage. Heute interessiert mich an Religion eigentlich nur noch die GeschichteTraditionen und die gemeinnützige Arbeit der Kirchen hierzulande und in Krisenregionen. Auch die zunehmende Diskussion über den Islam in Deutschland und in anderen westlichen Ländern verfolge ich. Ich glaube nicht mehr wirklich an Gott, zumindest nicht an den der mir bekannten Religionen. Dennoch glaube ich, dass irgendwer oder irgendwas direkt oder indirekt für unsere Existenz verantwortlich ist. Aber ich mache mir nicht allzu viele Gedanken über solche Fragen. Simon Sagebiel, 17, Schüler
 

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