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Glaube oder so ähnlich

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Eigentlich sollte das hier ein Text darüber werden, wie ich vom Glauben abgefallen bin. Aber ich denke, das stimmt nicht so ganz. Denn wenn ich es recht überlege, glaube ich an ganz schön viele Dinge. Daran, dass Schokolade glücklich macht, an die Macht der Worte, an die Herrlichkeit einer "Pumpkin Spice Latte“ im Herbst und daran, dass meine Familie immer für mich da sein wird. Ich könnte so weitermachen, aber ich denke, ihr habt so ungefähr verstanden, auf was ich hinaus möchte. Jeder Mensch glaubt an irgendwas. Egal ob es die Lieblingsserie ist oder Gott, Allah oder Buddha. Und das ist auch gut so. Wir würden ohne Glauben nicht überleben. Auch ich bin nicht völlig abgeneigt in Erwägung zu ziehen, dass es etwas gibt, das größer ist als wir Menschen. Ob das Gott ist, bezweifle ich persönlich jedoch. 

Katholizismus und Nächstenliebe? 

Ich wurde katholisch getauft, hatte meine Erstkommunion mit zehn und meine Firmung mit 15 Jahren. Seitdem war ich nicht mehr in einer Kirche. Zumindest nicht aus religiösen Absichten – nur aus architektonischem Interesse. Der christliche Glaube predigt Nächstenliebe. Leider sehe ich davon in der Geschichte der katholischen Kirche wenig, wie Ablasshandel und Kreuzzüge beweisen. Und auch heutzutage werden Abtreibungen und Verhütung verpönt, Frauen können keine Priester werden und Homosexuelle werden teilweise als Anomalität gehandelt. Wenn jeder Mensch vor Gott gleich ist, wieso werden wir dann von der Kirche bevormundet und warum wird uns vorgeschrieben wie wir unser Leben zu führen haben? Wieso kann ich nicht an eine höhere Macht glauben ohne in einer kalten, ungemütlichen Kapelle zu sitzen? Wieso darf ich darin nicht applaudieren oder lachen? Würde Gott nicht wollen, dass ich glücklich bin in seinem Haus? So viele Regeln, die Menschen klein halten sollen. Die sie davon abhalten sollen, Dinge zu hinterfragen. Und eine Institution, die sich nicht weiterentwickelt und ihre eigenen Richtlinien nur einhält, wenn es ihr passt. Vielleicht ist das sogar mit ein Grund, wieso es immer noch so viel Intoleranz auf der Welt gibt. Deshalb kann ich nicht behaupten, dass ich im üblichen Sinne glaube. Natürlich möchte ich niemandem vorschreiben, wie oder was er glauben soll. Bitte, lasst euch nie etwas nehmen, was euch erfüllt und weiterbringt. Glaube heißt Hoffnung. Das würde ich so unterschreiben. Nur muss es nicht unbedingt Gott oder die Kirche sein.  Fabienne Acker, 22, Studentin
 
 

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