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Voller Schrank - nichts zum Anziehen

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Jeder hat ihn, niemand braucht ihn, und doch passiert es immer wieder. Längst vergessen schlummert er in jedem Kleiderschrank. So auch bei mir: der Fehlkauf. In der hintersten Ecke, versteckt neben den Sachen, die mir zwar zu
klein sind, von denen ich mich aber nicht trennen kann, liegt er. Ein einfacher schwarzer Strickpullover. Nicht mein erster, nicht mein letzter und ganz bestimmt nicht der schlimmste Fehlkauf. Trotzdem ist er so unnötig wie die bunt gestreiften Socken, die wie Handschuhe für Zehen aussehen. Beides hatte ich höchstens ein Mal an.

 

Gründe für Fehlkäufe

Für solche modischen Fehltritte gibt es mehrere Gründe. Die einfachste Erklärung ist der Kauf des Kleidungsstückes in der falschen Größe. Egal ob zu groß oder zu klein, beides passt nicht. Da hilft nur anprobieren. Aber selbst wenn die Hose, das Shirt oder die Jacke im Geschäft wie angegossen passen, kann es sein, dass sie sich im Nachhinein als Fehlkauf entpuppen. Denn nicht alles, was in den perfekt ausgeleuchteten Umkleidekabinen gut aussieht, gefällt auch noch zu Hause. An der Schaufensterpuppe kann es noch so perfekt wirken, frisch gewaschen und gebügelt fühlt man sich darin einfach nicht wohl. So geschehen mit dem gerade genannten Pullover. Im Laden hat er perfekt gepasst und war wunderbar kuschelig, zu Hause angekommen, hing er wie ein Sack an mir herunter und hat ganz fürchterlich gekratzt.

 

Grausamkeiten

In den Schubladen meines Schranks verstecken sich aber noch weitere Grausamkeiten, von denen ich nicht weiß, was ich eigentlich damit anfangen wollte. Darunter Schnäppchen aus dem Ausverkauf - jetzt weiß ich auch, warum das außer mir niemand haben wollte - und Kleidungsstücke, die die Freundin damals ganz toll fand. Urlaubsmitbringsel, die im Alltag doch nichts taugen, oder Sachen, die dem Kaufrausch zu verdanken sind.

Aber was damit machen, wenn klar ist, dass das auch in 100 Jahren nicht mehr in sein wird? Der schnellste Weg ist, die ungeliebten Teile zu verschenken, zur Not auch an jüngere Geschwister. Hauptsache weg damit. Verkaufen wäre eine weitere Möglichkeit. Menschen mit kreativem Talent könnten auch versuchen, die Klamotten, bewaffnet mit Schere und Stiften, tragbar zu machen. Allerdings funktioniert das in den seltensten Fällen.

Wenn das alles nichts nützt, bleibt nur noch, die Sachen wieder da verschwinden zu lassen, wo sie herkamen: in den Untiefen des heimischen Kleiderschrankes. Und wer weiß, vielleicht steht schon bald die nächste Bad- Taste-Party an. Dann ist schnell ein komplettes Outfit gefunden.
 

 

 

 

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