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Drei Monate in der Ferne

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Hauptsache weg – am besten ans andere Ende der Welt! Wo du Sandstrand unter den Füßen hast, die Sonne scheint und einem die Meeresbrise durch die Haare weht. Ausbrechen aus dem Alltag, neue Erfahrungen machen, eine fremde Kultur kennenlernen, unabhängig sein. Drei Monate auf eine High School in Australien gehen – ein langersehnter Traum, der sich für mich im Sommer 2011 endlich erfüllte. Nach 23 Stunden Flug landete ich mit großen Hoffnungen, hohen Erwartungen und ja, etwas Angst im Gepäck auf australischem Boden. Die Angst davor, keinen Anschluss zu finden, mich nicht mit meiner Gastfamilie und meiner brasilianischen Gastschwester zu vertragen und vor allem: keine neuen Freunde zu finden.


Ich wurde in Noosa, meiner neuen Heimat, herzlich empfangen. Anfangs war ich etwas unsicher, schließlich waren wir uns völlig fremd. Doch spätestens beim gemeinsamen Dinner war das Eis gebrochen. Wir redeten über den Tag, über unsere Pläne, über Rugby, die Formel 1, übers Essen und die Unterschiede unserer Kulturen: Meine Gastmutter kommt von den Philippinen, mein Gastvater ist Engländer aus Wales, meine Gastschwester aus Brasilien und ich bin halb deutsch, halb thailändisch. Und wir waren alle in Australien – genug Gesprächsstoff.


Jeder hat seine Eigenheiten

Wir alle hatten unsere Eigenheiten, die manchmal zu Uneinigkeiten führten: Meine Gastschwester liebte es beispielsweise, sehr laut und emotional stundenlang auf Portugiesisch zu skypen. Ich klaute ihr im Gegenzug aus Mangel ihre Socken. Mein Gastvater ließ den Fernseher bis 23 Uhr so laut laufen, dass man das Geschrei der Rugbyspieler durch das ganze Haus hallen hörte und meine Gastmutter war lieber beim Kickboxen und Joggen, statt zu Hause bei uns.


Eine Wahnsinnspanik hatte ich vor meinem ersten Schultag auf der Sunshine Beach State High School. Obwohl man mit der Schuluniform gleich das Gefühl hatte, genau so zu sein, wie alle anderen 1300 Schüler, hatte ich ein flaues Gefühl im Magen. Nicht ohne Grund: Als International Student wurde ich von oben bis unten beäugt. Vor allem, weil ich auf der Suche nach dem richtigen Klassenzimmer wohl ziemlich verloren aussah. Und die Blicke waren nicht nett – eher abweisend, denn die meisten Schüler hatten eine Abneigung gegen die vielen internationalen Studenten, die immer gern unter sich blieben.


Ich wollte dazugehören, aber zu den Australiern – aus Trotz wählte ich daher Drama in den Stundenplan, ein Fach, indem man mit anderen kommunizieren muss, im Team arbeitet und seine Kreativität ausleben kann.


Neue Kontakte

Auch mit Liam, einem Internationals gegenüber aufgeschlossenen Australier, freundete ich mich irgendwie an. Alles begann mit einem Angrinsen und Vorstellen und endete mit Lagerfeuerpartys und „Goon-Gelagen“, einem australischen Wein. Über ihn lernte ich auch Nate, einen Australier, und Sina, eine Deutsche, mit der ich aber nur Englisch sprach, kennen. Wir hatten jede Menge Spaß zusammen und unser Kontakt bricht bis heute nicht ab.
Was ich daraus gelernt habe? Selbst wenn dir Leute zunächst eher unfreundlich begegnen, verliere nicht gleich den Mut. Bleibe aufgeschlossen und bemühe dich weiter darum, dass ihr euch besser kennenlernen könnt. Akzeptiere die Fehler und Schwächen der anderen, dann werden sie auch deine akzeptieren. Aber vor allem: Ändere dich nicht, nur um anderen zu gefallen. Bleibe du!

Auch Felicia war fremd. Nicht im Ausland aber in ihrer Unistadt Freiburg. Mehr dazu [hier]
 

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