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Die besondere Würze

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Rund 170 Millionen Menschen weltweit führen einen Blog, ein Online-Tagebuch, und gewähren so zahlreiche Einblicke in ihr Leben. Geschätzt liegt die Zahl der sogenannten Blogger in Deutschland bei etwa 1,5 Millionen. Unter ihnen ist auch "Das Zimtmädchen" – eine 17-jährige Schülerin aus Heilbronn, die ihren echten Namen nicht verraten möchte. Beim Lesen verschiedener Blogs im Internet beschloss sie vor knapp zwei Jahren, selbst eine Website aufzubauen. Was die Gymnasiastin damit bezweckt, ist nicht nur Spaß zu haben, sondern auch, die Fähigkeit zu erlernen, sich durch die Kritik anderer nicht verletzen zu lassen.

 

Zeitintensiv

Anfangs aktualisierte sie ihren Blog fast jeden zweiten Tag mit Bildern, Musikvideos und selbstverfassten Texten. Jetzt aber widmet sie ihrem Online-Tagebuch nicht mehr ganz so viel Zeit. Das läge einerseits daran, dass sie in wenigen Monaten ihr Abitur schreibt, andererseits habe sie momentan einfach "weniger kreative und interessante Ideen". Außerdem will sie einen "ungezwungenen" Blog führen. "Ich blogge für mich", erklärt das Zimtmädchen.

"Gestellte Bilder mag ich überhaupt nicht", sagt die junge Bloggerin weiter. Deshalb ist auch die Fisheye-Kamera des Zimtmädchens ein wichtiger Bestandteil des Blogs. Durch diese analoge Kamera erhalten die Fotos einzigartige Kontraste. Besonders fasziniert ist die Schülerin auch von der Lomografie, einer Art der Fotografie, durch die Bilder einen zufälligen und spontanen Charakter bekommen. So entstehen ihre Bilder an unterschiedlichsten Orten – auch außerhalb Europas.

 

600 Menschen verfolgen den Blog

Dies ist vermutlich einer der Gründe, weshalb der Zimtmädchen-Blog bereits von rund 600 Menschen abonniert und gelesen wird. Dabei handelt es sich aber nicht nur um deutsche Fans, auch einige Schweizer, Österreicher und sogar Italiener haben Gefallen am Blog der Heilbronnerin gefunden. Von ihren Lesern bekommt sie auch oft Feedback, das sie nutzt, um ihren Blog noch interessanter zu gestalten. Es kommt zwar auch ab und zu Kritik, aber von Beleidigungen und Belästigungen wurde die zierliche junge Frau bisher verschont.

Wer klickt auf die Website? Ihre Familie würde den Blog nicht regelmäßig lesen, erklärt die junge Heilbronnerin. Sehr überrascht sei sie aber gewesen, dass viele ihrer Mitschüler den Zimtmädchen-Blog verfolgen. Selbst Jugendliche, die sie nur flüchtig kennen, würden ihre Gedanken online lesen. Gebloggt wird, was "mit dem Leben zu tun hat" und die Schülerin auch selbst als interessant empfindet. Bilder, die sie beim Tauchen in Australien zeigen, ihre neuesten modischen Errungenschaften oder ihre musikalischen Vorlieben.

Es ist ein Blog, in dem sich die 17-Jährige entfalten und vor allem sie selbst sein kann. Trotzdem hält sie in ihm nicht jedes Detail ihres Lebens fest. In sozialen Netzwerken wie Facebook sei man oft "voreingenommen" und auch die Chance "anders" zu sein, sei dort nicht gegeben. In seinem Blog kann das Zimtmädchen seinen Ideen freien Lauf lassen.

 

Inspiration

Die überzeugte Veganerin postet auch Rezepte, die jeder ausprobieren kann. Inspiriert wird sie dabei von ihrer "zweiten Familie", denn sie jobbt in Heilbronns einzigem veganen Restaurant. Ihren Bloggername verdankt sie außerdem ihrer Liebe zu Zimt.

Dass sie aus Heilbronn kommt, und nicht wie ein Großteil der Blogger aus einer Stadt wie Stuttgart oder Berlin, hebe sie ihrer Meinung nach von der Masse ab. Modisch gesehen sei das ein Nachteil. Auch was die Freizeitaktivitäten angeht, könne Heilbronn nicht mit den Metropolen mithalten. Dennoch habe die Stadt einen gewissen Charme, den so manche Großstadt nicht vorweisen könne. Die Schülerin weiß, dass ein erzwungener Blog schnell an Attraktivität verliert. Doch Zimtmädchens neuste Urlaubsfotos aus Thailand beweisen, dass es bei diesem Blog nicht so ist.

 

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