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Gebt´s zu! Jeder und jede von euch hat es schon mal getan – manche machen es sogar im Minutentakt. Arm hoch, Backen leicht ansaugen – nicht zu stark, sonst sieht es zu gewollt aus, mit Kulleraugen nach oben links schauen, den Kopf etwas neigen – damit man ja nicht das leichte Doppelkinn sieht, fertig und – abdrücken. Am besten mehrmals, so ist gesichert, dass das perfekte Foto dabei ist.

Schnell noch auf Facebook, Twitter oder Instagram hochladen und gespannt warten, ob der Like-Rekord der Freundin geknackt wird. Wenn nach 30 Minuten erwartungsvollem Warten nicht mindestens 42 Likes und zehn Kommentare wie "My beauty", "Du Hübsche" oder "You look so amazing" angezeigt werden,  gleich noch mal probieren. Dieses Mal aber vielleicht die Augen noch ein wenig mehr aufreißen, dann klappt es bestimmt.
 

Massentrend Selbstportrait

Als hätten die Jugendlichen von heute alle Zeit der Welt, werden jeden Tag unzählige Selfies, Fotos auf denen der Fotograf selbst zu sehen ist, für alle Welt ersichtlich im Internet hochgeladen, kommentiert und geliked. Ist es Langweile? Narzissmus? Die Suche nach der eigenen Identität? Oder doch eher ein Wunsch nach Sichtbarkeit, ein Schrei nach Aufmerksamkeit, der die Jugendlichen dazu bewegt massenhaft Selbstporträts von sich ins Internet zu stellen?

Möglich wurde diese unbändige Masse erst durch die technologische Entwicklung im digitalen Zeitalter. Smartphones sind heutzutage ein Muss für fast jeden. Frontkamera an, sich in Pose werfen, abdrücken und schon ein paar Sekunden später steht das Bild im Netz, egal, ob man gerade in der Bahn, im Fitnessstudio oder beim Essen ist. Das erscheint doch sehr viel unkomplizierter als die alte Methode: Selbstauslöser ein, sich in Pose werfen, abdrücken, herunterzählen… Knips! Nichts geworden, nur die unscharfe Nase zu sehen. 
 

Aussehen

Liegt es vielleicht auch daran, dass das äußerliche Erscheinungsbild zunehmend wichtiger wird?  Immer wieder hört man Sätze wie: "Es zählen nur die inneren Werte", "Sei doch einfach du selbst", oder "Ist doch egal, was die anderen denken", aber ist das wirklich so? 

Ist es nicht eher der Fall, dass viel zu viele den Wert des Menschen an äußeren Merkmalen festmachen? Dass von äußeren auf innere Werte geschlossen wird? Dass es in erster Linie um das Aussehen, als um die eigentliche Persönlichkeit geht?

Der Reiz von Selfies liegt, geht man nun davon aus, dass das Äußere zunehmend in den Mittelpunkt rückt, also daran, dass der Fotograf den ersten Eindruck, für welchen das Aussehen für das Urteil des Gegenüber nun mal entscheidend ist, selbst kontrollieren und bestimmen kann.
 

Dokumentation

In unserem digitalen Zeitalter kommt es oftmals nicht zu mehr als oberflächlichen Kontakten, bei denen nur der erste Eindruck zählt. Also warum nicht diesen bestmöglich gestalten, auch wenn es nicht so ganz der Wahrheit entspricht. Ein bisschen mogeln ist doch sicherlich erlaubt. Teile deinen Freunden mit, wie toll du bist und was du den ganzen lieben langen Tag gemacht hast.

Ein Selfie beim Aufstehen, mit deinem Frühstück, im Fitnessstudio oder ein weiteres vor dem Spiegel mit deinem heißen Discooutfit. Die ganze Welt soll es wissen! Erschaffe dir dein persönliches ideales Selbst, kleine Unschönheiten an deinem realen Äußeren lassen sich einfach mit Fotobearbeitungsprogrammen retuschieren. Ob verrückt, sexy oder süß – du suchst dir aus, wer du sein willst und dann heißt es nur noch: An die Kamera, fertig, Selfie!
                            

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