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Zusammenleben der Kulturen

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Bunt ist das Stadtbild Neuenstadts seit diesem Sommer. Die Flüchtlinge, meist aus Pakistan und Syrien, zogen in ein Zeltlager am Rande der Stadt ein. Verschiedene Kulturen treffen aufeinander, viele Einwohner sind neugierig und manche von ihnen haben Angst vor dem Unbekannten. Das Gefühl von Fremdheit prägt an vielen Stellen das Verhältnis zwischen Einwohnern und Flüchtlingen. Wir, Hannah Belz (17) und Sarah Stapp (27), wollen die Stimmung in der Stadt selbst erleben und verbringen einen Nachmittag in Neuenstadt. Unseren Gesprächspartnern bieten wir an, ohne Namensnennung in der Zeitung zu erscheinen.

Gespaltene Meinungen

Die Reaktionen zum Thema fallen unterschiedlich aus. Auseinandersetzungen oder gar Ausschreitungen mit Flüchtlingen können von keinem der Anwohnern bestätigt werden. In Diskussionen würden Begegnungen mit den neuen Stadtbewohnern unnötig dramatisiert, hören wir von einer Frau. Eine andere erzählt von ihrer Tochter, die die Heimatsprache eines jungen Pakistani beherrscht und sich so mit ihm unterhalten konnte. Schöne Gespräche seien dabei entstanden.

Conny Bode, Angestellte einer Tankstelle, empfindet die Flüchtlinge weder als Bedrohung noch als unangenehm, sie seien eben einfach da: "Die Männer kommen bei uns vorbei, um ihre Handykarten aufzuladen oder Tabak zu kaufen. Bei der Aufladung helfen wir dann schon auch mal, denn die Ansagen sind auf Deutsch. Deshalb verstehen die meisten nicht, was sie tun müssen." Tatsächlich bot die Tankstelle sogar freies W-Lan für die Flüchtlinge an, als das noch nicht in der Zeltstadt verfügbar war.

Anderer Meinung ist eine junge Frau. Sie berichtet uns von einem unangenehmen Erlebnis. Sie fühlte sich belästigt, da fremde Männer sie ansprachen und ihr aus dem Nichts einen Heiratsantrag machten, erzählt sie. Ein paar Schülerinnen klagen über aufdringliche Blicke. Das seien alles Arbeitsmigranten, schimpft ein Mann.

Gerüchte und Warnungen, die Flüchtlinge würden respektlos und herabwürdigend auf Frauen reagieren, machen die Runde. Um zu sehen, ob dies tatsächlich der Fall ist, sprechen wir Flüchtlingsgruppen an und sind positiv überrascht. Die Männer sind freundlich und höflich, geben uns zur Begrüßung und zum Abschied die Hand und erzählen, die Bürger Neuenstadts seien sehr freundlich und hilfsbereit. Sie versuchen, mit uns eine Unterhaltung zu führen.

Sprachbarriere

Die Haltung der Anwohner zu den Flüchtlingen ist unterschiedlich. Wir haben mehrere Probleme festgestellt: Die Kommunikation ist aufgrund mangelnder Deutsch-, beziehungsweise Englischkenntnisse schwierig. Außerdem bleibt ein einzelner Flüchtling lediglich drei bis vier Wochen in Neuenstadt, um danach einer anderen Kommune zugewiesen zu werden. Die Chance auf ein gegenseitiges Kennenlernen und eine wirkliche Integration ist daher gering.

Die Flüchtlinge würden gerne arbeiten, wie sie oftmals sagen. Es gibt es zwischen ihnen und den Neuenstädtern, abgesehen von Aktivitäten wie einkaufen und spazieren gehen, kaum Anknüpfungspunkte. Beide Gruppen leben nebeneinander her. So werden weder Vorurteile, noch Missverständnisse oder Ängste aus dem Weg geräumt.

 

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