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Als Muzungu in Kenia

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Über das Projekt "Connecting Youth“ der Christiane-Herzog Schule (CHS) ging meine Reise für sieben Monate nach Kenia. Gemeinsam mit zwei anderen Deutschen, Petra und Tim, zog ich in ein Kinderheim in Kakamega. Es waren gerade Ferien und manche Kinder durften nach Hause zu ihren Verwandten. Während der Schulzeit wohnen hier rund 130 Kinder – vom Säugling bis zum 17-Jährigen. Bei vielen Kindern sind die Eltern zu arm, um sich um sie zu kümmern, manche sind Waisen. Im Kinderheim fühlte ich mich wie in einer großen Familie. Die Älteren brachten uns das Füttern und Wickeln der Babys bei, wir halfen den Köchen in der Küche und konnten den Alltag der Kinder etwas bunter gestalten.

Die Kinder waren sehr neugierig und es machte Spaß ihnen von unserer Herkunft zu erzählen, während sie uns auch einiges über ihre Kultur beigebracht haben. In Kakamega unterwegs zu sein, hat mir allerdings nicht immer Freude bereitet, da wir mit unserer Hautfarbe immer eine Attraktion waren. Von allen Seiten ruft es "Muzungu“, das bedeutet Weißer und ging mir manchmal ganz schön auf die Nerven. Die Mentalität der Kenianer ist eine gewöhnungsbedürftige Sache. Daher hatte ich ein wenig Heimweh. Mit den Kenianern haben wir uns anfangs auf Englisch unterhalten. Daraus entwickelte sich irgendwann eine Mischung aus Englisch und Kisuahili, der Amtssprache in Kenia. An der Bishop Sulumeti Girls High School (BSGHS), der Partnerschule der CHS, haben wir auch Deutsch unterrichtet.

Kakamega ist zwar eine Stadt, jedoch haben wir bemerkt, dass der Name die afrikanische Zivilisation ganz gut beschreibt. Unterrichten konnten wir wegen eines landesweiten Streiks nicht und im Kinderheim war zu dritt auch nicht allzu viel zu tun. Somit beschlossen wir den Oktober in Nairobi zu verbringen. Wir zogen in eine kleine Wohnung und unsere lieben Nachbarn zeigten uns in den ersten Tagen die Umgebung. Die Tanz- und Akrobatikgruppe Sarakasi begeisterte mich besonders. Daher entschied ich mich dort für ein dreiwöchiges Praktikum. Ich hatte zwar durchgehenden Muskelkater, aber dafür hat es unendlich viel Spaß gemacht!  Neben coolen Choreographien, lernte ich auch wahnsinnig tolle Menschen kennen.

Trotz der tollen Zeit in Nairobi, ging es für Petra und mich zurück nach Kakamega. Wir durften als Praktikantinnen in alle Bereiche eines Krankenhauses schauen und wurden dabei mit vielen Problemen Afrikas konfrontiert. Dieses Praktikum war eine meiner größten Herausforderungen während der gesamten Zeit in Kenia. Nach einigen Monaten in Kenia habe ich gelernt, meine Erwartungen sehr weit unten zu halten und keine großen Pläne zu schmieden. Ich habe mich sehr an die gelassene Mentalität gewöhnt. Meine Zeit in Afrika bleibt unvergesslich.

 

Eine ebenso erlebnisreiche und außergewöhnliche Zeit im Ausland hatte auch Nina Kazmeier in Mexiko

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