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Doch die Liebe bleibt

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Fest entschlossen war ich, Deutschland für eine Zeit zu verlassen. Doch an diesem Sonntagmittag hat sich meine Entschlossenheit in Unsicherheit gewandelt. In den letzten acht Wochen habe ich immer wieder einen Weg gesucht, meine große Liebe zu vergessen. Mir schien der Einfall, ein Jahr im Ausland zu verbringen, optimal. Um genau zu sein: Australien sollte es sein. Zugegeben, momentan sind die Umstände dafür nicht die Besten. Aber mit der Zeit würde sich schon alles geben. Dies dachte ich zumindest.

Treffen mit dem Ex

Nach diesen zwölf Monaten würde ich die englische Sprache perfekt beherrschen, hätte sicher eine schöne Zeit gehabt, eine neue Kultur kennengelernt und würde mit ein bisschen mehr Lebenserfahrung zurückkehren. Außerdem hätte ich die Möglichkeit meinen Vater zu treffen, der vor vielen Jahren ausgewandert ist. Was lässt mich nun zweifeln? Die schlechten Umstände in denen ich mich momentan befinde? Angst?



Lieber gestern als heute wäre ich in das Flugzeug gestiegen. Meine verflossene Liebe wollte ich nicht mehr sehen. Doch es kam anders, denn die Begegnung war schwer zu vermeiden. Also trafen wir uns. Insgeheim habe ich mir gewünscht, er würde mich dann aufhalten. Doch er machte keine Anstalten, es ging eigentlich nur noch um formelle Dinge. Schnell loswerden wollte er mich ebenfalls nicht.

Wenn man nicht vergessen kann

Aber verdammt nochmal. Er hat mich zum Nachdenken gebracht. Macht es Sinn mit einem Sack voller Probleme zu gehen? Diesen Gedanken habe ich verdrängt. Wahrscheinlich wusste ich, dass er mir das sagen wird und wollte deswegen ein Treffen vermeiden. Ja, ich würde in aller erster Linie flüchten, egal in welcher Hinsicht. Ich habe ihm erklärt, dass ich ihn vergessen muss. Schon alleine, weil ich ständig meinen Stolz vor ihm verliere. Das ärgert mich.



Wahrscheinlich ging er davon aus, dass ich so oder so schon in wenigen Wochen einen neuen Menschen in mein Leben lassen würde. Doch da täuscht er sich. Leider. Meine Gefühle für ihn sind nicht Verliebtheit oder ein paar Schmetterlinge in meinem Bauch. Nein, es ist eine bedinungslose Liebe die ich empfinde. Eine Liebe, die mir einzigartig erscheint. Wir durften eineinhalb Jahre miteinander verbringen. Bis zu dem Tag an dem ich alles zerstörte.

 

Meine Welt in seinen Händen

Ich halte ihm nicht vor, gegangen zu sein. Vielleicht würde ich mir wünschen, dass seine Liebe ebenfalls so unendlich ist und sein Herz nach mir schreit, trotz meiner unverzeihlichen Fehler. Aber erwarten darf ich das nicht, nicht nachdem was geschehen ist. Nein, ich bin nicht in der Lage Verzeihung zu erzwingen. Er war der Mann, der mir alles gab. Ich legte meine Welt in seine starken Hände. All die Männer die ich davor hatte sind nicht ansatzweise mit ihm vergleichbar.



Niemals habe ich einen Menschen so sehr geschätzt wie ihn. Niemals habe ich mich so sicher und aufgehoben gefüht. Niemals habe ich mit einem Mann so viel Wein getrunken und gelacht. Niemals war die Hingabe so fantastisch und emotional. Wenn ich ihn ansehe, dann fühle ich mich wohl und könnte tagelang nur neben ihm liegen, ihn ansehen und wäre glücklich.



Er sieht aus wie Paul Newman in jungen Jahren. Und jedes seiner Körpermerkmale kenne ich auswendig. Jedes Muttermal, jede Narbe, jede Atmung, jede Bewegung und alles was ihn ausmacht. Was mir bleibt, sind die Erinnerungen an die tollste und aufregendste Zeit meines Lebens. Fragt sich nur, ob die Flucht mich weiterbringt. Die Zeit vergeht hier und dort. Doch die Liebe bleibt, auch am anderen Ende der Welt.


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