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Ist ein Bad Boy so gut?

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Hand aufs Herz: Welche von uns Frauen hat keine Schwäche für sogenannte Bad Boys? Schließlich haben wir schon in der Schulzeit die braven Jungs, die ganz adrett im sauberen und gebügelten Hemd Instrumente wie Akkordeon oder Posaune gespielt haben, links liegen gelassen. Heimlich haben wir für die Rebellen geschwärmt: Boys, die die Haare meist im coolen Out-of-Bed-Look getragen haben, jede freie Minute in die Saiten ihrer Gitarre gegriffen und für Hausaufgaben kaum Zeit hatten.

 

Die Klassenkameraden mit exaktem Seitenscheitel waren uns viel zu langweilig. Wenn wir mit ihnen redeten, liefen sie puterrot an. Sie erklärten uns, warum in der Algebra das Gesetz Punkt vor Strich galt und schoben uns einen Schokoriegel zu, wenn die Erdkundearbeit nicht so toll ausgefallen war. Süß, aber mehr als das Zeug zum Kumpel hatten diese Knaben das Zeug nicht.

 

"Ich meld mich"

Bei Verabredungen hatten ebenfalls die bösen Jungs die besseren Karten. Auch wenn wir zuvor die Einladung ins Kino mit dem braven Timo ausgeschlagen hatten, in der Hoffnung, dass der freche Kenny aus der Stufe über uns mit uns in die Disco geht. Timo stammelte verlegen in den Hörer, aber Kenny rief gar nicht erst ab, obwohl er es versprochen hatte! Zumindest glaubten wir das, denn immerhin hauchte er mit heiserer Stimme "Ich meld mich, Baby!" und seine Hand wie einen Telefonhörer ans rechte Ohr gehalten. Dass er meine Nummer nicht einmal hatte, schien mir als Teenie in diesem Augenblick eher unwichtig.

 

Auch in der Promiwelt haben die Bad Boys scheinbare Narrenfreiheit. Ob Jude Law oder Colin Farrell, ein tiefer Blick dieser Herzensbrecher und schon vergessen die Frauen Fehltritt, die sich ein weniger gut aussehender Mann nicht leisten dürfte.

 

Cool ist eigentlich unsicher

Aber irgendwann reicht es den meisten weiblichen Wesen. Sie haben die Nase voll von Männern, die nie anrufen, die sie schlecht behandeln und die nicht zu ihnen stehen. Allzu cooles Gehabe ist nämlich meiner Meinung nach ein Zeichen für Unsicherheit. Die sensiblen guten Jungs sind oftmals nicht langweilig, sondern verlässlich. Nur weil sie ihre Versprechen halten, sind sie noch lange nicht öde. Und was soll denn daran schlecht sein, wenn mich ein Mann auf Händen trägt? Ich habe jedenfalls genug von Bad Boys.

 

Das Leben mit ihnen kann zwar zuweilen aufregend sein, aber nach einer gewissen Zeit bin ich die einzige, die sich über deren fieses Verhalten aufregt. Deshalb suche ich lieber das schelmische Blitzen in den Augen der niedlichen Männer. Schließlich heißt es nicht umsonst: Good Guy gone bad – ein teuflischer Engel sozusagen.

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