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Schmerzende Herzenssache

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Heute will ich zu Abwechslung mal einen eher ernsten Blog schreiben, der nicht vor ironischem Unterton strotzt, sondern einen der, der schönsten und zugleich auch unglücklichsten Sache der Welt gewidmet ist: der Liebe! So jetzt, warum deswegen ernst? Aus aktuellem Anlass und weil ein guter Freund mich zu einem pessimistischen End-of-Love Blog inspiriert hat. Um so einen kleinen Eindruck zu bekommen - mein Freund ist passionierter Hobby-Dichter, und in Sachen Liebeslyrik vielleicht bald irgendwie Newcomerpreis Aspirant - habe ich hier mal einen kleines Gedicht quasi so als einführender Gedanke. Und nun Ladys and Gentlemen, roter Teppich, Fanfaren, Kaviar und Champagner für Mr. Lars Abbing:

 

Abschied

Nur einen Augenblick noch Deine Nähe,
einen kurzen Moment verlorenes Glück.
Nur einen Augenblick noch Deine Nähe,
einen kurzen Moment verlorenes Glück.
Küss mich noch einmal bevor ich gehe,
dreh einmal die Uhr ein wenig zurück.
Nur einen Augenblick in Deinem Arm,
verflogene Geborgenheit empfinden.
Halt mich noch ein einziges mal warm,
um den Abschiedsschmerz zu binden.
Nur einen Augenblick noch kurz erleben,
zeig mir noch einmal wie es mal war.
Letzter Kuss, ein letztes sanftes Beben,
Zeiten gehen oder waren gar nicht da. 

 

Die Geschichte wird den meisten wohl bekannt vorkommen. Dennoch ist Trennungsschmerz und Traurigkeit im Zusammenhang mit Liebe noch immer nicht so von Bedeutung weil scheinbar positive Aspekte diese bitteren Wahrheiten überdecken. Aber einer muss auch mal die Buhmannfunktion übernehmen und mal unbequeme Tatsachen aussprechen, die vielleicht nicht gemocht aber sicher in jedem Kopf als unbestimmte Ängste präsent sind.

 

Trotzdem gehören sie leider genauso zu Liebe wie Glück und Freude. Aber muss jedes Ende mit Schrecken, Schrecken ohne Ende bedeuten? Narben in der Seele erzählen dem Geist noch einmal die Geschichte von der erfüllten Liebe, man verliebt sich wieder, und neue Verletzungen warten schon, Spuren bleiben zurück, Narben die Geschichten erzählen! Melancholische Grundstimmung, düstere Gedankengebilde, Hoffnung und Tränen prägen die Trennungsphase. Doch wie loslassen, wie die Gefühle verarbeiten, wie die ersehnten Berührungen, die guten Gespräche verdrängen, vergessen?

 

Klingt nach Schrecken ohne Ende, nach Lethargie, nach selbstgewählter Isolation. Und der Freundeskreis? Der schaut zu, schafft Momentaufnahmen, spontanes Glück, witzige Ablenkung, Betäubung doch am Ende ist es nur wieder die Retrospektive die, die Zukunft unmöglich macht, Sie trostlos erscheinen lässt.

 

Dann die Phase der Selbsterkenntnis, raus aus der Scheiße, ordnen, gestalten, vergessen, nach vorne blicken, nicht zurück schauen, abschließen und einen Schlussstrich ziehen. Erst vorsichtig mit Bleistift. Dann kann man noch radieren, rückgängig machen, zurück, in ihre Arme, man hofft, es kommt nichts und dann: Edding und Lineal, mit Präzision und Hingabe, Wille und Entschlossenheit ein einziger, dicker Strich. Dann, neu orientieren, den Markt beobachten und die Richtige treffen und sich verlieben. Die neue Beziehung: Flucht oder ehrliche Empfindung, Rettungsanker oder Strohalm?

 

Ein ganzes Leben im selben Takt, ist Liebe letztenendes nur die Phase bis zur Trennung oder kann die große Liebe diesen Teufelskreislauf durchbrechen?    

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