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Alltagsgegenstände aus Ghana

Übersicht

Hallo aus Ghana,

heute schreibe ich mal ein bisschen über Gegenstände, die man hier an jeder Ecke sieht, täglich verwendet und die in Deutschland eher fremd, wenn auch wahrscheinlich nicht gänzlich unbekannt sind. Ich füge die Bilder mal zuerst ein, wer weiß, vielleicht erratet ihr den Zweck dann ja schon von alleine.

Pure Water

Von den Plastikbeuteln, aus denen man hier sein Wasser trinkt, habe ich bestimmt schon erzählt. Für 20 Pesewas, umgerechnet etwa 5 Cent, bekommt man Pure Water wirklich an jeder Straßenecke, meist sogar noch eisgekühlt. Am Anfang ist es ein komisches Gefühl aus Plastikbeuteln zu trinken, man gewöhnt sich jedoch ausgesprochen schnell daran. Der Vorteil für mich ist vor allem der, dass ich durch die Pure Water Beutel jedes Mal 0,5 Liter Wasser am Stück trinke, denn soviel passt in die Plastikverpackungen.

"Fabric“ – Stoffe in allen Farben

Läuft man -am besten an einem Markttag- durch Swedru, werden einem ganz bestimmt die vielen Shops auffallen, die völlig überladen von Stoffen, alle Blicke (oder zumindest die meinen) auf sich ziehen. Hier kann man für wenig Geld Stoffe kaufen und sich daraus Kleider, Hosen, Oberteile und vieles mehr schneidern lassen.

Das Tro Tro 

"Tro Tro“, so werden die kleinen Busse genannt, mit denen man hier von A nach B kommt. Je nach Größe und Laune des Trotro Fahrers (ob er quetscht oder nicht), umfassen die Kleinbusse 15 bis 20 Personen. Manchmal auch mehr, ich bin auch schon mit sechs Leuten in einer Viererreihe und einer Miniherde Ziegen (auf dem Dach) unterwegs gewesen. Viele der Trotros stammen aus Deutschland, was die Aufschriften wie "Seniorenpflege Heidenheim“, "Malwerkstatt Friedrich und Co.“ oder ähnliche verraten. Auch ausrangierte Krankenwägen fahren hier als Trotros umher, oft im sehr klapprigem Zustand, dass Türen zusätzlich mit einem Seil festgebunden werden müssen, damit sie nicht aus dem Rahmen fallen. Ansonsten sind die Trotros ziemlich komfortable Verkehrsmittel. Der Platz rechts bei der Tür ist dem "Mate“ vorbehalten (auf Deutsch gemeint wie "Kumpel“ oder "Kamerad“). Dieser ist der Gehilfe des eigentlichen Fahrers, sammelt das Geld ein und öffnet und schließt die Tür. Außerdem verbringt er den Großteil seiner Zeit damit, dass Fahrtziel in Dauerschleife auszurufen, um "Passagiere“ anzulocken.

"The broom“ – Der Besen

In Ghana wird man ihn in jedem Haushalt mindestens einmal finden: Den Reisigbesen, der auch uns bekannt sein dürfte. Er wird, wofür auch sonst, zum Fegen verwendet. Es gibt natürlich auch Plastikbesen, jedoch stimmt es tatsächlich, die ghanaischen Reisigbesen sind um einiges besser. Mit ihnen fegen Ghanaer demnach ihre Häuser und morgens, wenn ich zur Schule laufe, auch einmal den Marktplatz oder die Straße vor den Shops.

"A Blade“ – Eine Rasierklinge

Diesen Gegenstand in den Hosen – und Rocktaschen meiner Schüler zu sehen, fand und finde ich noch immer ein bisschen erschreckend. Schulkinder benutzen die Rasierklingen nämlich als Spitzer oder, wenn es nötig ist, auch mal als Schere. Zum Bleistift spitzen mag das auch ganz gut sein, jedoch kann ich Spitzer dafür wirklich nur befürworten, wenn ich mal die Hände gewisser Schüler anschaue… Manchmal schneidet man nämlich auch daneben…

Die Holzzahnbürste

Natürlich besitzt hier jeder eine normale Plastikzahnbürste, zusätzlich dazu kann man auf der Straße kleine Holzstäbchen kaufen, die zusätzlich zum normalen Zähneputzen einen extra bleichenden und stärkenden Effekt haben sollen. Das dünnere Ende wird zum Kauen benutzt, solange, bis es völlig ausgefranst ist. Am Anfang habe ich die kleinen Hölzer noch für Brennholz gehalten, aber wenn man die Menschen auf der Straße darauf herumkauen sieht, offenbart sich schnell der eigentliche Verwendungszweck.

"Water and Soap“

Da in Ghana traditionell viele Gerichte mit den Händen, beziehungsweise der rechten Hand, gegessen werden, ist es (zumindest in den Spots und Chop Bars auf der Straße) üblich, auf dem Esstisch eine Schüssel Wasser sowie Flüssigseife stehen zu haben. Diese werden nach dem Essen zum Hände waschen benutzt. 

Mörser und Reibschale

Diese beiden Kochutensilien erklären sich glaube ich ebenfalls von alleine. In meiner Gastfamilie benutzen wir sie hauptsächlich für unser Stew, eine Art dickere soßenähnliche Beilage. Ich darf auch ab und an einmal "Peppe“ herstellen, eine Mixtur aus kleinen Pfefferschoten, Tomaten und Zwiebeln, die in der Schale zu einer Art Pampe verrieben werden.

Das Duschnetz

Was das sein soll, habe ich in meiner Anfangszeit auch nicht verstanden. Die bunten Kunststoff Netze in allen erdenklichen Farben und Größen, die man quasi an jeder Straßenecke sieht, werden aber tatsächlich als eine Art Duschschwamm zum Duschen verwendet. Um ehrlich zu sein habe ich es noch nicht selbst ausprobiert, bin mir aber fast sicher, dass die Netze irgendeinen säubernden Nutzen mit sich bringen.

Seife

Seife zählt ebenfalls zu den jetzt nicht sonderlich überraschenden Gegenständen, die man hier finden kann. Sie wird jedoch viel mehr verwendet, als in Deutschland, so komisch sich das jetzt anhört. Auf den Straßen gibt es sogar regelrechte "Seifen- Shops“ mit Kartons voll unterschiedlicher Seife und Waschpulver. Neben dem Hände- und Geschirr waschen, wird die Blockseife hier nämlich auch zum Waschen von Kleidung verwendet. Pro Waschgang nach einer Woche brauche ich da schon eine bis zwei Seifen.

 

Eure Mira

 

 

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