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Das Essen in Ghana

Übersicht

Hallo an alle im weihnachtlichen Deutschland, das hier für mich ewig weit weg zu sein scheint, kein Wunder bei über 30 Grad und Sonnenschein den ganzen Tag… 

Heute stelle ich allen, die es interessiert, einmal ein bisschen die ghanaische Küche vor, mit all ihren Absurditäten und Kuriositäten.
 Allgemein zahlt man hier für Essen, vor allem für kleine Snacks auf der Straße ziemlich wenig Geld, schon für umgerechnet 25 Cent kann man schon eine ganze Mahlzeit bekommen, ansonsten findet man an vorbeilaufenden Straßenverkäufern auch immer frische Ananas, Papaya oder Selbstgebackenes in den Körben, die auf dem Kopf transportiert werden.

Ich fange einmal an mit den Hauptmahlzeiten, die es hier ziemlich oft und meist unterschiedlich kombiniert gibt. In den meisten Gerichten ist ziemlich viel Öl enthalten, was den Ghanaern unglaublich gut schmeckt und fast schon so etwas wie der Hauptbestandteil der Mahlzeiten zu sein scheint, für uns Freiwillige aber eher zur Mutprobe wird ;-)

Dazu kommt, dass das Essen im Allgemeinen sehr gut (also scharf) gewürzt wird, meine Gastmutter achtet zum Glück aber auf meinen"german stomach“( deutschen Magen), wie sie es ausdrückt… (sehr nett und ebenso nötig!)    Gegessen wird übrigens meist mit den Händen und da ich das bei Weitem nicht so gut beherrsche wie die Ghanaer, habe ich oft meinen Spaß damit. Zum Frühstück gibt es in meiner Gastfamilie übrigens entweder Oats ( also Haferflocken mit Wasser und 3 riesigen Händen Zucker aufgekocht), Winnemis (eine Art Brei aus gemahlenen und gekochten Erdnüssen) oder eine ghanaische Scheibe Weißbrot (diese zeichnet sich dadurch aus, dass sie ungefähr fünfmal so dick ist, wie eine „normale“ Scheibe). Viele Ghanaer kennen aber auch kein Frühstück in diesem Sinne, sondern essen einfach schon gegen 10 oder 11 Banku, Fufu oder Reis.

Jollof Rice


Jollof Rice ist eines meiner Lieblingsessen hier, obwohl es eigentlich tatsächlich recht einfach ist, und zwar Reis, gekocht mit Stew. Stew nennt man hier generell alles, was ähnlich ist wie Soße, nur etwas dickflüssiger und von der Konsistenz etwa so wie Pesto. Das gibt es natürlich in mehreren Varianten, das geläufigste ist einfach Tomato- Stew (in etwa wie Tomatensoße), es gibt aber auch Occro-Stew,  Kontoumri – Stew (Blätter, die Spinat ähneln) und viele mehr… Allgemein wird hier sehr viel Reis gegessen, demnach gibt es auch viele Abwandlungen.

Fufu - Ghanas Nationalgericht

Ich muss zugeben, dass ich das ghanaische Essen wirklich sehr gerne mag. Mit einem Gericht, Fufu, konnte ich mich bis jetzt aber wirklich noch nicht anfreunden lLeider ist es auch noch das Nationalgericht, das hier fast so sehr gefeiert wird wie der neue Präsident). Fufu besteht aus einer Masse an gestampften Plantains (Kochbananen) und Yam (Wurzel, schmeckt wie Kartoffel). Diese Mischung wird zu einer Art Brei gestampft, der ungefähr die Konsistenz von Kaugummi hat. Dazu gibt es entweder Groundnut- oder Light Soup (Erdnusssuppe oder dünne Suppe). Noch immer ist es mir ein Rätsel, wie dieses Gericht mit der Hand gegessen werden soll, immerhin schwimmt der Fufu Kloß ja in Suppe!
Das Bild zeigt übrigens meine Portion, die hier verhältnismäßig als sehr klein angesehen werden würde. Meistens ist die Suppe außerdem mit Fleisch oder Fisch….

Banku

Banku ist mittlerweile eines meiner Lieblingsgerichte, auch wenn es anfangs wirklich sehr gewöhnungsbedürftig ist. Denn Banku, eine Art Teigkloß, besteht aus gesäuertem Meismehl das mit Wasser zu einem Brei vermischt und gekocht wird. Für die Zubereitung wird das mit Wasser vermischte Mehl meist ein paar Tage stehen gelassen, um die ideale Säure zu erreichen. Dazu gibt es – für Nicht-Vegetarier-  Stew und Fisch, welcher für mich durch Rührei ersetzt wird. Auch Banku wird, genau wie Fufu, mit den Händen gegessen.

Red red

Red Red ist wohl das Gericht, das es in meiner Gastfamilie am häufigsten gibt. Red Red entpuppt sich dabei als „Fried Plantain“, das sind frittierte Kochbananen mit Bohnen-Stew. Auch wenn diese Kombi ziemlich seltsam klingen und es auf den Bildern nicht gerade appetitlich aussehen mag, schmeckt es ziemlich gut. Plantains frittieren ist übrigens auch öfters mein Job und  auf unserem Herd kann das unter Umständen wirklich ewig lange dauern ?

Indomie

Bestimmt einmal pro Woche treffe ich mich mit ein paar anderen (bzw. den üblichen Verdächtigen, Lea, Marie und Pia) zum Indomie- Essen. Für 5 Cedi, umgerechnet 1, 25 Euro, bekommt man dafür eine große Portion Indomie- Nudeln (wie Spaghetti), angebraten mit Ei und Gemüse. Wirklich empfehlenswert, auch wenn wir immer die abgespeckte Variante, ohne starke Gewürze und ohne Fleisch, bestellen. Die Verkäuferin schüttelt deshalb noch immer verwundert den Kopf und fragt manchmal sogar, ob sie nicht doch ein klein bisschen mehr würzen darf, so als könnte sie es mit ihrem Gewissen ansonsten nicht vereinbaren…) 

Snacks auf  der Straße 


Das Beste an der ghanaischen Esskultur sind für mich bis jetzt die unzähligen kleinen Leckereien, die man an jeder Straßenecke kaufen kann oder die von Verkäufern vorbeigetragen werden, sodass man sich nicht einmal auf den Weg machen muss, sondern einfach sitzen bleiben und abwarten kann, bis das Gewünschte vorbeiläuft…. Ja, so faul ist man hier schon geworden!

Bofrots, das sind frittierte Teigbälle, die süß und ein bisschen wie das Weißbrot hier schmecken

Burkina und Sombolo (Beides sind Getränke, Burkina ist ein Gemisch aus Joghurt und Haferflocken, Sombolo sehr dickflüssiger Saft aus Sombolo-Blättern, Ananas und Ingwer)

Egg Bread (getoastetes Weißbrot, belegt mit Gemüse und Rührei- so lecker!)

Obst: ( Papaya, Kokosnuss, Bananen, Mangos, Wassermelonen, Avocados, Orangen) – und das Beste daran: Man kann alles schon auf der Straße frisch aufgeschnitten kaufen und so ganz bequem essen, vor allem bei Ananas ein echter Vorteil!)

Kassava- Balls, das sind frittierte Bälle aus Kassava- Pulver, welches aus einer Wurzel gewonnen wird und dann mit Zwiebeln in kleine Bälle geformt und frittiert wird

Spring-Rolls, sozusagen Frühlingsrollen, gefüllt mit Bohnen oder auch Gemüse

 Plantain-Chips, ganz einfach gesalzene Chips aus Kochbanane

Natürlich gibt es noch unendlich viele mehr, das sind jedoch die Gerichte und Snacks, die ich am Meisten esse… An sich gilt es immer Neues auszuprobieren und so entdeckt man immer wieder neue Köstlichkeiten?
Bis hierhin, Grüße aus Ghana.

Eure Mira

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