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A Life in a year!

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Ich kann es kaum glauben, dass ich jetzt schon mehr als elf Monate hier in Uganda lebe und damit auch dieses Auslandsjahr schon wieder dem Ende zu geht. Es war definitiv wie die englische Redewendung besagt "not only a year in my life - it was a life in a year“. Ich habe mir in diesem Jahr hier mein Leben aufgebaut und eingerichtet. Ich bin längst hier zuhause, habe meinen Alltag, Nachbarn, viele Freunde und unglaublich tolle Erfahrungen mit Kultur und Menschen gemacht, die ich mit nach Deutschland zurück bringen werde. Ich kann es kaum fassen, wie viel man in einem einzigen Jahr erleben kann und wie schnell die Zeit vorbeigegangen ist.

Reise nach Kampala

Aber jetzt noch kurz zu meinen vergangenen Monaten: Im Kinderheim bin ich wie zuvor gut mit dem Englisch und Sportunterricht beschäftigt. Die Kinder freuen sich jeden Tag auf den Unterricht und machen meistens auch ganz gut mit. 

Der ganze Mai war schulfrei. Die Kinder verbrachten davon zwei Wochen bei ihren Verwandten. Ich bin mit der West-Family (die amerikanische Familie, die seit Januar in meiner Organisation mitarbeitet) für ein paar Tage nach Kampala gefahren. Zum einen wollten wir mit einem Jungen aus dem Kinderheim dort einen Arzt aufsuchen, da Andrew ständig rote Augen hat und auch einen auffallend dicken Bauch. Bei den roten Augen wird eine Allergie vermutet, der dicke Bauch kommt wohl von einer unbehandelten Bilharziose, die seine Leber angegriffen und geschädigt hat. Leider kann man da nichts mehr machen.

Zum anderen wollten wir die Möglichkeiten der Hauptstadt nutzen und einkaufen gehen. Verglichen mit den Miniatur-Supermärkten in Fort Portal gibt es in Kampala riesige Einkaufszentren mit allem was das Herz begehrt. Natürlich haben wir in diesen Tagen das gute Essen mit großer Auswahl an Salaten, Sandwiches und Eis genossen. Ich hatte wirklich wunderschöne Tage dort! 

In den restlichen Wochen war ich im YES Büro und habe das neue Schuljahr vorbereitet, in dem ich Arbeitsblätter und einen neuen Lehrplan für den zweiten Schulterm erstellt habe. Daneben habe ich die Tage im Büro mit Internetanschluss auch gleich genutzt, um mich in Deutschland an Fachhochschulen und Universitäten zu bewerben.

"Independence Day" in Afrika

Ein nettes Erlebnis in jüngster Zeit war, den "Independence Day“ der USA am 4. Juli, mitten in Afrika zu feiern! Die Wests hatten mich dazu eingeladen. Wir haben so richtig typische USA Fotos mit der Flagge gemacht und ein Quiz über die USA ausgefüllt - ich habe zu aller Erstaunen richtig viel gewusst! Das absolute Highlight war ein großes Buffet mit Käsenudeln, gegrilltem Hühnchen, Kartoffelsalat, Krautsalat und vielem mehr, was es sonst hier in meinem Alltag nicht gibt. 

Abschied und Vorfreude

Seitdem das neue Schuljahr im Juni angefangen hat, wurde eigens eine neue ugandische Lehrerin eingestellt! Sie unterrichtet Mathematik, Religion und Naturwissenschaften. Jetzt bleibt mir nicht einmal mehr ein ganzer Monat hier in Fort Portal. Ich versuche jeden kleinen Moment bewusst zu erleben und zu genießen.

Dennoch freue ich mich auch schon auf Deutschland. Am meisten auf meine Familie, auf meine Freunde und Bekannten. Und auf all die Möglichkeiten, die ich dort wieder haben werde. Ich habe es zu schätzen gelernt, wie viel Auswahl man beim Einkauf oder auch in der Freizeitgestaltung in Deutschland hat. Und wie viel man an einem Tag machen kann, wenn man seine Wäsche nicht von Hand waschen muss und wenn man nicht jeden Tag auf den Markt zum Einkaufen gehen muss, da es wieder einen  Kühlschrank gibt, und überhaupt, wenn es die täglichen und stundenlangen Stromausfälle nicht mehr gibt, die einen dazu zwingen, sehr spontan zu sein!

Kulturelle Erfahrungen

Andererseits ist die Offenheit der Ugander einfach toll! Hier kommt man viel schneller in ein Gespräch mit "Fremden“. In Deutschland saß ich schon stundenlang Menschen im Zug an einem Tisch gegenüber oder daneben, ohne ein einziges Wort zu tauschen. Das wäre hier absolut undenkbar! 

Und ich weiß jetzt schon, dass ich sehr vieles vermissen werde in Deutschland! Vielleicht das Nachdenken beim Wäschewaschen von Hand, den abendlichen Stromausfall mit seiner Dunkelheit und Stille, das tägliche Einkaufen auf dem Markt, meine Kinder, meine Kollegen, die Hitze der Äquatorsonne, den Staub der Straßen, ….

Liebe Grüße aus dem wunderschönen Uganda!

Paulina

 

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