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Auf nach Neuseeland!

Übersicht

Stichtag 20. Oktober. An diesem Dienstag, um 12.35 Uhr, wird mein Flugzeug von Frankfurt in Richtung Singapur abheben – in jenen Stadtstaat, wo ich meinen dreitägigen Zwischenaufenthalt verbringen werde. Danach geht’s weiter nach Neuseeland. Nach Auckland, um genauer zu sein. Dem Hauptsammelpunkt aller Work & Traveller dieser Erde, die es ins Land der Kiwis zieht. Seit Monaten habe ich dieses "magische Datum" in meinem Kopf. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, da bestimmten noch ganz andere Termine meinen Alltag. Damals waren der 18. März, der 19. März, der 23. März sowie der 24. März fett im Kalender angestrichen – es waren die Tage der schriftlichen Abiturprüfungen

Vorstellung

Zunächst mal ein bisschen was zu mir: Ich heiße Sebastian, bin 19 Jahre alt, wohne (noch) in Weinsberg, und die Aufgaben im März in den Fächern Mathe, Deutsch, Englisch und Sport konnte ich zum Glück so gut lösen, dass ich mein Abi mittlerweile in der Tasche habe. Ich bin froh, dass ich mich jetzt endlich auf die Sachen konzentrieren kann, die mir wirklich Spaß machen.

Aber auch ich musste mir natürlich – wie jeder Abiturient – die Frage stellen: Was will ich eigentlich konkret nach den bestandenen Prüfungen machen? Für mich war schnell klar, dass ich nicht gleich mit dem Studieren beginnen möchte. Ich wollte ins Ausland! Am liebsten Work & Travel. Herumreisen, etwas von der Welt sehen, und sich den Aufenthalt durch eigenes Arbeiten nebenbei noch selbst verdienen – diese Aussicht fand ich spannend. 

Die Suche

Im Herbst des vergangenen Jahres fing ich an, mich zu informieren. Eine Auslandsmesse wurde besucht, verschiedene Kataloge durchgeblättert, im Internet gesurft. Schließlich fiel die Wahl auf Neuseeland. Die unglaubliche Vielfalt der Natur dort reizte mich einfach. In meinen Augen ein echtes Traumland! Nach dem Abi ging es aber erst mal ans Geld verdienen. Flugtickets, Visum und alles, was man sonst noch so braucht, bekommt man schließlich nicht geschenkt. Ich absolvierte im Sommer für sechs Wochen einen Ferienjob bei Audi in Ingolstadt, worüber sich mein Konto sehr freuen sollte. 

Die Planungen

Zu Beginn stellte sich mir noch die Frage: Die vielen organisatorischen Dinge in die Hände einer darauf spezialisierten Organisation geben, oder lieber alles alleine planen? Ich entschied mich schnell für letzteres. Denn es ist wirklich kein Hexenwerk, sich selbstständig um Visum, Flug, Versicherung sowie die ersten Unterkünfte zu kümmern. Außerdem gibt es sehr hilfreiche Websites zu diesem Thema. Und so sparte ich das wertvolle Geld lieber. In den Fokus rückte dann eher die Frage nach einem jeweiligen Zwischenstopp auf meinem Hin- und Rückflug. Ich entschied mich, während der Anreise drei Tage in Singapur zu verbringen, bei der Rückreise, voraussichtlich im Juni, habe ich einen dreitägigen Aufenthalt in San Francisco geplant. Den Rückflug buchte ich also gleich mit, kann aber bei Bedarf nochmal umbuchen. 

Aber es gab noch eine Menge anderer Dinge zu erledigen. Eine Reisekrankenversicherung musste abgeschlossen, ein Work & Holiday Visum sowie ein internationaler Führerschein beantragt werden. Gleichzeitig begann ich, mich durch meinen neu gekauften Neuseeland-Reiseführer zu blättern und mir so erste Infos über Land und Leute anzueignen.  Und das alles, während ich im August zwei Wochen in England verbrachte und im September noch ein einmonatiges Praktikum in der Sportredaktion der Heilbronner Stimme absolvierte (der Job des Sportjournalisten ist mein absoluter Traumberuf).

Die letzten Tage

Die Zeit verging deshalb wie im Flug, plötzlich war es Anfang Oktober. Und doch gab es noch immer einiges zu tun. Die wichtigsten Dinge waren zwar geklärt, der Flug gebucht, und mein Visum hatte ich auch in der Tasche. Die zurückliegenden Tage habe ich dann vor allem damit verbracht, mich um erste Unterkünfte zu kümmern, mir einen entsprechenden Rucksack zu kaufen, mich impfen zu lassen, mich noch intensiver als zuvor über die Gegebenheiten im Land der Kiwis zu informieren und noch sonstigen organisatorischen Kram zu erledigen. Und natürlich, um mich von meinen Freunden zu verabschieden

Gute acht Monate werde ich Stand jetzt im Ausland verbringen. "Nau mai ki Aotearoa". Der Name meines Blogs ist aus der Sprache der Ureinwohner Neuseelands, der Maori, abgeleitet und bedeutet übersetzt "Willkommen in Neuseeland". Die Kultur der Maori wird hoffentlich nur einer von vielen spannenden Aspekten eines vielfältigen Landes sein, die ich während meiner Reise entdecken werde. Ich bin total gespannt, wie es mir nach ein, zwei Monaten in Neuseeland gehen wird. Wie schnell werde ich meine gewohnte Umgebung vermissen? Ich habe keine Ahnung. Und obwohl ich mich informiert habe, mich mit anderen Backpackern, die bereits in Neuseeland waren oder sind, ausgetauscht habe – so recht weiß ich trotzdem nicht, was mich am anderen Ende der Welt erwarten wird. Ich hoffe einfach auf eine ganze Menge neuer Erfahrungen und überwältigende Erlebnisse. Natürlich habe ich auch Zweifel. Aber es überwiegt die Mischung aus positiver Anspannung und Vorfreude.

Achterbahnfahrt

Alles ist auf den kommenden Dienstag ausgerichtet. Noch kann ich es nicht wirklich realisieren, dass es dann wirklich losgeht. Der WhatsApp-Status wird täglich aktualisiert. Noch acht Tage, noch sieben, noch sechs… Es ist ein bisschen wie bei einer Achterbahnfahrt. Aus dem Starthäuschen bin ich längst hinausgefahren, und jetzt bewegt sich meine Achterbahn stetig nach oben. Immer höher und höher. Die Spannung wird größer. Am Dienstag beginnt die wilde Fahrt direkt hinein in ein großes Abenteuer, mit hoffentlich vielen Höhen und vielleicht auch einigen Tälern. Wie bei einer Achterbahnfahrt eben. 

 

 

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