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Cape Reinga und die ersten Jobs

Übersicht

Ereignisreiche Tage liegen hinter mir. Ich habe zum ersten Mal gearbeitet und somit auch mein erstes Geld verdient. Letzte Woche war ich bei Cape Reinga, dem nördlichsten Punkt Neuseelands. Trotz des nicht so tollen Wetters ein schönes Erlebnis. Zudem habe ich einen doppelten Standortwechsel innerhalb Kerikeris hinter mir. 

Das erste selbstverdiente Geld

In der vergangenen Woche hatte ich ja mein Hostel gewechselt, weil ich zu diesem Zeitpunkt einfach nicht meine beste Phase hatte und ich einfach einen Ortswechsel brauchte. Dort, im Holiday Park von Kerikeri, habe ich dann Imke, eine Mitabiturientin getroffen. Zwei weitere, Annalena und Ann-Sophie, habe ich ja bereits in Auckland gesehen. Schon lustig, wenn man jahrelang zusammen in die Schule geht und sich dann am anderen Ende der Welt wieder trifft. Auf jeden Fall hat es beim neuen Hostel direkt mit dem ersten Job geklappt. Für eineinhalb Tage durfte ich Gartenarbeit verrichten, was teilweise anstrengend war, aber auch einiges an Neuseeland-Dollar gebracht hat. 180 um genau zu sein, etwas mehr als 110 Euro also. 

Der Holiday Park liegt inmitten schöner Landschaft, auf dem kleinen Fluss, der an dem Gelände vorbeifließt, konnte man Kajak fahren. Ein schöner Zeitvertreib. Denn zum Arbeiten bin ich nach meinem "Gartenengagement" erst mal nicht mehr gekommen. Dafür hatte ich nette Mitbewohner und irgendwelche Beschäftigungen haben wir immer gefunden. 

Abenteuer am Ninety Mile Beac

Am Freitag ging’s für mich zu Cape Reinga, zusammen mit sieben weiteren Leuten aus meinem vorherigen (und jetzt wieder aktuellen) Hostel. Mit zwei Mietwägen sind wir von Kerikeri aus hoch zum nördlichsten Zipfel Neuseelands gefahren, 192 Kilometer beträgt der direkte Fahrtweg, etwa zweieinhalb Stunden. Unterwegs haben wir allerdings noch einige Zwischenstopps gemacht, unter anderem am Ninety Mile Beach. Dieser erstreckt sich von Kaitaia bis zum Cape und ist in Wahrheit "nur" 88 Kilometer (55 Meilen) lang. Man darf diesen Strand offiziell als Straße nutzen, mit unseren Mietwägen hätten wir allerdings nicht darauf fahren dürfen. Getreu dem Motto "No risk, no fun" haben wir uns nach kurzem Zögern dennoch mit unserem fahrbaren Untersatz auf den Sand begeben.

Am Ende der Welt

Und wir sollten es nicht bereuen. Wann kommt man schließlich schon mal dazu, mit dem Auto einen Strand entlang zu düsen? Tatsächlich hat es extrem Spaß gemacht, mit dem Mietwagen über den Sand zu jagen, und trotz einiger Zwischenfälle (ein lockeres Schutzblech am linken Vorderrad haben wir notdürftig mit einem Schnürsenkel befestigt, zudem blieben beide Autos zwischenzeitlich im zu weichen Sand stecken) haben wir letztlich beide Wägen am Ende mehr oder weniger unbeschadet wieder auf die Straße bekommen.

Danach ging’s direkt zum Cape. Der Ort selbst ist jetzt nicht so wahnsinnig spannend. Außer einem kleinen Leuchtturm gibt es dort nichts außer schroffer Natur. Und dennoch hat man hier ein bisschen das Gefühl an jener Stelle, wo der Pazifische Ozean und der Tasmansee aufeinander treffen, am Ende der Welt angekommen zu sein. Nach einem ereignisreichen Tag sind wir schließlich um halb zwölf in der Nacht wieder in Kerikeri angekommen. Das mit der Rückgabe der Autos am nächsten Tag war übrigens (überraschender- und erfreulicherweise) gar kein Problem. 

Seit gestern bin ich wieder in der Hone Heke Lodge, dem Hostel, in welchem ich zu Beginn meiner Zeit in Kerikeri schon für elf Tage gewohnt habe, untergebracht. Die Unterkunft hat mir nämlich wirklich gut gefallen, gerade auch aufgrund der extrem netten Besitzer, Dave und Victoria, die auch bei der Jobsuche helfen. Deshalb habe ich nach einer Woche im Holiday Park entschieden, in dieses Hostel zurück zu wechseln und dort mein Glück erneut zu versuchen. Momentan ist es nicht so schwierig, Arbeit zu finden, zu Beginn habe ich gleich ein paar Day Jobs bekommen. Jetzt hoffe ich, dass es nächste Woche noch mit einer dauerhaften Anstellung klappt.

Weihnachtliche Vorfreude im Sommer 

Auch die Neuseeländer sind übrigens längst in Weihnachtsstimmung, wie man dem Schmuck in den Läden und den Supermärkten unschwer entnehmen kann. Zur Jahreszeit passt das für uns Deutsche natürlich nicht so ganz… 

Das Wetter hier ist meistens gut, sobald die Sonne scheint muss man aber extrem aufpassen, dass man sich keinen Sonnenbrand holt. Gerade die letzten Tage waren aber eher verregnet. Ohnehin weiß man eigentlich nie so wirklich, was einen wettertechnisch am Tag erwartet. Wenn eben noch strahlend die Sonne scheint und es nur ein paar Minuten später wie aus Eimern schüttet, ist das hier nichts Ungewöhnliches. 

Mein Plan ist es jetzt, die nächsten paar Wochen hier noch zu arbeiten und dann weiter in den Süden zu ziehen. Aber wer weiß schon, was die nächsten Tage noch so bringen… Als Backpacker merkt man ziemlich schnell, dass jeder Tag neue Wendungen bringen kann und man deshalb möglichst spontan und offen für Neues sein sollte. Aber gerade das macht die Sache auch so spannend :)

 

 

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