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Die Kumaras von Kaitaia

Übersicht

Tagtäglich Kumarapflanzen auf den Feldern Kaitaias einpflanzen, mit einer 16-köpfigen Gruppe abgeschieden in einem gemeinsamen Haus wohnen und in der freien Zeit tolle Unternehmungen starten - in etwa so lassen sich die vergangenen zwei Wochen zusammenfassen. Aber der Reihe nach...

Gartenarbeit 

Anfang Dezember war ich in Kerikeri zur Hone Heke Lodge zurückgekehrt, um über dieses Hostel nochmal an Arbeit zu kommen. Und das war diesmal überhaupt kein Problem. Sofort habe ich ein paar Day Jobs bekommen, wobei ich jeweils im Garten arbeiten musste. Das brachte mir stets gutes Geld und nette Begegnungen mit Einheimischen.

Die Menschen, auf die ich während dieser Tagesjobs traf, waren, wie eigentlich alle Neuseeländer, stets sehr gastfreundlich, fast alle haben mir Essen und Trinken angeboten und es haben sich nette Gespräche ergeben

Der erste "richtige" Job 

Aber natürlich hoffte ich weiterhin auf einen festen Job. Und diesmal sollte ich Glück haben. Ein Farmer in Kaitaia suchte Leute, die ihm auf seinen Kartoffeläckern helfen sollten. Nach drei Wochen in Kerikeri war ich von einem Ortswechsel ohnehin nicht abgeneigt, und so entschloss ich mich, das Angebot aus Kaitaia anzunehmen.
 
Kaitaia liegt eine gute Stunde nördlich von Kerikeri, nicht weit von hier beginnt der Ninetys Mile Beach. Am Sonntag, den 6. Dezember machte ich mich mit fünf weiteren Backpackern, die den Job in Kaitaia ebenfalls über die Hone Heke Lodge erhalten hatten, auf in die knapp 4.900 Einwohner zählende Stadt. 

Umstellung 

Unsere Unterkunft hier liegt ein ganzes Stück außerhalb des Stadtzentrums, umgeben von Feldern und Wiesen fast ein bisschen wie im Nichts. Es gibt ein Haupthaus, zudem noch zwei kleine Hütten, von denen eine Toiletten und Duschen, die andere sechs weitere Betten beinhaltet. Am Anfang eine kleine Umstellung, auch weil es hier beispielsweise keine Waschmaschinen gibt, aber spätestens nach ein, zwei Tagen habe ich mich hier total wohl gefühlt

Die Arbeit begann am Montag, und es ging wie eingangs schon erwähnt um Kumaras, Süßkartoffeln also. Die Arbeiter waren in zwei Gruppen unterteilt, es gab die "Cutter" und die "Planter". Erstgenannte mussten die Pflanzen der Kumaras mit einem Messer abschneiden, die zu klein geratenen aussortieren und den Rest in einem großen Behälter sammeln. Das habe ich zwar auch an zwei Tagen gemacht, normalerweise gehörte ich aber zur Gruppe der "Planter".

Einpflanzen im Sekundentakt 

Unsere Aufgabe bestand darin, die geschnittenen Pflanzen der "Cutter" neu einzupflanzen. Dabei saßen wir zu acht auf Sitzen hinter einem Traktor, wurden so über den Acker gezogen und mussten im Sekundentakt die Pflanzen in die Erde stecken (siehe Bilder). Wahrlich kein Traumjob, das Einpflanzen war zwar nicht extrem anstrengend, aber hin und wieder hat sich doch mal eine schmerzende Hand oder Schulter gemeldet. Auch wenn die Arbeit natürlich nicht besonders spannend war, immerhin konnten wir währenddessen Musik hören, und so ging die Zeit dann eigentlich doch immer relativ schnell rum. Drei komplette Felder haben wir in gut eineinhalb Wochen bepflanzt.

Die Arbeit begann jeden Morgen um acht Uhr und endete um fünf Uhr am späten Nachmittag. Dazwischen hatten wir eine Stunde Mittagspause sowie zwei zehnminütige Raucherpausen. Eigentlich hätten wir bis zum heutigen Samstag arbeiten sollen, doch (leider) wurden die Pflanzen frühzeitig knapp. Somit war bereits der Donnerstag unser letzter Arbeitstag, wobei wir das Geld für die zwei verbliebenen Tage natürlich auch noch gerne mitgenommen hätten

In der Unterkunft waren wir insgesamt 16 Leute, bis auf ein britisches Paar, welches schon seit Juni hier ist, ausschließlich Franzosen und Deutsche. Alles in allem eine nette Truppe, sodass es immer die Möglichkeit für nette Gespräche oder gemeinsame Unternehmungen gab - wenn wir nicht gerade arbeiten mussten.

Cape Reinga zum Zweiten 

Am vergangenen Wochenende war ich nochmal bei Cape Reinga. Zwei Mädels aus unsere Gruppe wollten sowieso dorthin fahren und hatten noch fünf weitere Plätze in ihrem Van frei, und so ging's am Sonntag zu Siebt in Richtung Cape. Unterwegs haben wir noch bei den Sanddünen am Te Paki Stream Halt gemacht, waren dort Sandboarden, und anschließend noch am Spirits Bay, einem wunderschönen Strand. 

Der Besuch am Kap selbst war in keiner Weise mit meinem ersten Ausflug zu Neuseelands nördlichsten Punkt vergleichbar. Bei strahlendem Sonnenschein hat dieser Ort einfach eine komplett andere Wirkung, als wenn er von Nebel umhüllt ist. Der Blick vom kleinen Leuchtturm aus auf das weite Meer hinaus, die umliegende Natur - bei solchem Wetter einfach atemberaubend

Die letzten paar Tage hatten wir aufgrund der fehlenden Arbeit frei, diese habe ich unter anderem für einen Kinobesuch genutzt. Morgen geht's zunächst zurück nach Kerikeri, in der Hone Heke Lodge habe ich ohnehin noch zwei Nächte offen. Sollte jemand von euch übrigens mal mit ähnlich Plänen wie ich ins Land der Kiwis aufbrechen und im Northland auf Jobsuche sein, dann kann ich dieses Hostel nur empfehlen. Dave und Victoria sind unglaublich nette Hosts, sie erleichtern einem die Jobsuche um ein Vielfaches, und auch die Unterkunft ist top. Nähere Infos gibt's hier.

Noch immer keine Weihnachtsstimmung

Obwohl es nur noch fünf Tage bis Heiligabend sind, richtige Weihnachtsstimmung ist unter uns Backpackern noch immer nicht wirklich aufgekommen. Das liegt insbesondere natürlich an der Jahreszeit, wer denkt bei über 20 Grad und strahlenden Sonnenschein schon an winterliche Landschaften und geschmückte Tannenbäume? Zumindest der Schmuck in den Läden und Geschäften lässt erahnen, dass Weihnachten vor der Tür steht.
 
Wie ich die Feiertage und den Start ins neue Jahr in Neuseeland erlebt habe, davon werde ich dann in einem neuen Eintrag berichten.

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