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Neue Orte, neue Erfahrungen

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Es ist bereits Mitte April, so ganz langsam aber sicher neigt sich meine Neuseeland-Zeit dem Ende entgegen. Noch knapp 50 Tage bin ich unterwegs, bevor ich am 6. Juni in San Francisco in den Flieger steige und es zurück in die Heimat geht. 

Davor stehen aber natürlich noch ein paar Dinge auf dem Plan, ich will noch einiges erleben - so wie in den vergangenen Wochen. Am 1. April bin ich von Invercargill, der wahrscheinlich hässlichsten Großstadt Neuseelands  (man kann diese Stadt auf seiner Neuseeland - Reise auch getrost auslassen, sie ist nur als Zwischenstopp gut gelegen) nach Dunedin gefahren. Dort sieht es schon ganz anders aus, Dunedin ist eine Studentenstadt mit vielen schönen alten Gebäuden.

Auf in die Catlins 

Lange aufgehalten habe ich mich dort aber nicht. Ich habe mich nämlich mit Mara, einem gleichaltrigen Mädel aus Gießen getroffen, um mit ihr per Mietwagen in die Catlins zu fahren. Wir haben uns über die Facebook - Gruppe "Work & Travel Neuseeland" verabredet. Normalerweise verkauft man über solche Gruppen sein Auto, erkundigt sich nach Jobs - oder begibt sich eben auf die Suche nach Travelmates

Praktisch dieses Facebook. Auf jeden Fall haben wir uns gleich am Tag darauf auf den Weg in Richtung Catlins gemacht. 
Ein tolles Erlebnis durfte ich bei meinem kurzen Aufenthalt in Dunedin aber trotzdem noch mitnehmen. Am Abend waren wir bei einem Rugby-Spiel der heimischen Highlanders gegen die Western Force aus Perth. Und ich konnte mich einmal mehr davon überzeugen dass Rugby in Neuseeland mindestens den gleichen Stellenwert hat wie der Fußball bei uns. 

Natur pur 

Die Catlins sind ein dünn besiedelter Küstenstreifen zwischen Invercargill und Balclutha, welches ungefähr auf halbem Weg zwischen Invercargill und Dunedin liegt. Die meisten Traveller kommen hier aufgrund der

Abgeschiedenheit nicht vorbei, und man braucht um die Catlins richtig zu erkunden auch definitiv ein Auto, denn auch sämtliche Touribusse machen einen großen Bogen um den Küstenstreifen.
Doch ist man erst mal in den Catlins angekommen, will man so schnell nicht mehr weg. Wir waren insgesamt über drei Nächte dort und haben eine ganze Menge erlebt. Angefangen beim Kaka Point am nördlichen Ende bis hin zum Waipapa Point am südöstlichen Ende - die Catlins bieten Natur pur. Grüne Wiesen mit unzähligen Schafen, sanfte Hügel, zahlreiche Wasserfälle, tolle Aussichtspunkte, Traumstrände, Lebensraum von Seelöwen, Delfinen und Pinguinen - das alles sind die Catlins. Zudem hatten wir wirklich Glück mit dem Wetter, die Sonne schien jeden Tag, geregnet hat es kaum mal. 

Mit Delfinen auf dem Surfbrett 

Unser Highlight war sicherlich das Surfen mit Delfinen am Porpoise Bay. Da unser Hostel für die zweite Nacht direkt an diesem Strand unweit einer Surfschule lag, haben wir spontan entschlossen, am folgenden Vormittag surfen zu gehen. Ich habe einen Kurs gemacht, da ich vorher noch nie auf dem Brett stand, und es hat wirklich extrem Spaß gemacht. Nach einigem Üben und Probieren schafft man es sich halbwegs auf dem Brett zu halten, und das Gefühl sich von der Welle zurück in Richtung Strand tragen zu lassen ist einfach extrem cool. Und das beste an der ganzen Sache: In der ganzen Bucht tummeln sich haufenweise Delfine. Beim Surfen ist man nur einige Meter von den Tieren entfernt, einmal ist einer direkt vor mir in die Luft gesprungen. Delfine beinahe zum Anfassen, und das in freier Natur - viel besser geht's wirklich nicht. 

Weitere sehenswerte Orte in den Catlins waren für mich u.a. die McLean Falls, der Waipapa Point, wo ein schöner alter Leuchtturm steht, und der Slope Point. Der Slope Point ist der südlichste Punkt der Südinsel. Nach meinen Trips zu Cape Reinga (nördlichster Punkt Neuseelands) im November und Dezember kann ich nun also sagen, einmal (fast) komplett durch Neuseeland gereist zu sein - nur auf Stewart Island, der dritten Insel (südlich der Südinsel gelegen) habe ich es nicht geschafft. 

Mit dem Auto in Neuseeland unterwegs zu sein war auch eine ziemlich coole Erfahrung. Das Fahren auf der linken Straßenseite hat sich als problemlos herausgestellt, es hat viel mehr eine Menge Spaß gemacht bei gutem Wetter und ohne Verkehr durch die grüne Landschaft der Catlins zu fahren, links und rechts unzählige Schafe, Kühe und Pferde. 

Die steilste Straße der Welt 

Nach drei Tagen voller neuer Erlebnissen war die Tour durch die Catlins leider schon wieder beendet und ich habe das Auto zurück nach Dunedin gebracht. Da ich von der Stadt bis dahin noch nicht so wahnsinnig viel gesehen hatte, habe ich dort direkt nochmal für zwei Nächte gebucht und mich auf Erkundungstour durch Dunedin gemacht. Sehenwert ist vor allem der Bahnhof, aber auch den zwei großen Kirchen im Stadtzentrum oder dem botanischen Garten kann man durchaus einen Besuch abstatten.
Ein absolutes "must-do" ist außerdem die Baldwin Street, ein paar Kilometer außerhalb vom Zentrum. Mit einer maximalen Steigung von 35 Prozent ist diese Straße laut Guinness-Buch die steilste Straße der Welt. Auch wenn es auf dem Bild vielleicht nicht ganz so rüberkommt, aber da hochzulaufen ist tatsächlich ganz schön anstrengend.

Und das nächste Abenteuer...

Nach meinen zweiten Aufenthalt in Dunedin ging's weiter die Ostküste hinauf nach Timaru - zum nächsten Abenteuer. Wwoofen, also arbeiten für Unterkunft und Verpflegung bei einer neuseeländischen Familie. Über die Website HelpX habe ich mit der Familie Kontakt aufgenommen, und seit knapp zwei Wochen bin ich jetzt hier und kann voraussichtlich auch noch ein paar Tage bleiben. Meine Hosts, Kay und Alan, sind ein sehr nettes, um die 60 Jahre altes Paar und stellen mir alles zur Verfügung was das Backpackerherz begehrt: Einzelzimmer und super leckeres Essen. Im Tausch arbeite ich jeden Tag für ein paar Stunden im Garten. Kay und Alan haben ein riesiges Grundstück (1,2 Hektar, und das Haus hat im oberen Stockwerk sieben Schlafzimmer!), es gibt also einiges zu tun. Die coolste Aufgabe bisher: Den alten Hühnerstall in seine Einzelteile zerlegen. Neben Hühnern haben Kay und Alan noch 13 Schafe, zwei Perlhühner, und im Haus sind zwei Hunde und drei Katzen unterwegs - es ist also immer was los.  Das Haus ist schon 120 Jahre alt, die Räume haben teilweise schon etwas historisches an sich. So hängt in einem Bad z.B. ein Kronleuchter an der Decke...

Sogar ein Fahrrad habe ich zur Verfügung gestellt bekommen. Somit kann ich in meiner freien Zeit ein bisschen die Gegend erkunden, Kay & Alan wohnen nämlich ziemlich abgelegen auf dem Land, bis ins Stadtzentrum von Timaru sind es etwa acht Kilometer. Fast jeden Tag schauen andere Familienmitglieder vorbei. Das Wwoofen ist also eine super Gelegenheit Land und Leute noch besser kennenzulernen, sein Englisch zu verbessern, Geld zu sparen und zwischendurch den Luxus von Einzelzimmer und tollem Essen zu genießen.
Allen, die mal für eine gewisse Zeit dem Backpackerleben entfliehen wollen, kann ich es auf jeden Fall nur empfehlen. 

Demnächst werde ich dann aber wohl auch wieder weiterziehen. Ich bin selbst gespannt, was mich in meiner verbleibenden Zeit hier am anderen Ende der Welt noch so erwartet. Ein paar Dinge stehen auf jeden Fall noch auf der Liste.. Aber das Backpackerleben hält bekanntlich immer wieder neue Überraschungen bereit.

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