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Goodbye Südinsel

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Über zwei Wochen sind seit meinem letzten Eintrag schon wieder vergangen. Mittlerweile bin ich wieder in Picton, dem Tor zur Südinsel angekommen. So langsam neigt sich meine Reise also tatsächlich dem Ende entgegen, bald geht's wieder auf die Nordinsel und dann langsam hoch Richtung Auckland. 

Oamaru: Steampunk und Pinguine

In den letzten Tagen habe ich aber noch eine Menge gesehen und viel erlebt. Nachdem ich meine Wwoofing-Stelle nahe der Hafenstadt Timaru Ende April nach zwei Wochen verlassen habe, ging's nochmal ins südlich gelegene, eine Fahrstunde entfernte Oamaru. Oamaru ist etwas kleiner als Timaru, bietet dafür aber einiges an Attraktionen. Definitiv begegnen wird man dort dem Steampunk. Steampunk ist ein Phänomen, das sich unter anderem zu einer Kunstrichtung entwickelt hat, welche die Moderne mit Merkmalen aus dem viktorianischen Zeitalter verknüpft. Es gibt eine kleine Galerie mit interessanten Ausstellungsstücken, und sogar die Spielelemente auf dem am Wasser gelegenen Kinderspielplatz sind vom Steampunk geprägt. 

Überhaupt hat Oamaru etwas alternatives an sich. In der Nähe der Bucht gibt es ein Viertel, in dem sich unter anderem Souvenirläden, Buchhändler, Bäckereien, Galerien und Buchbinder niedergelassen haben. Fast all diese Läden befinden sich dicht an dicht in einer großen Gasse, wo eine besondere Atmosphäre herrscht und es macht auf jeden Fall Spaß, überall mal einen Blick hineinzuwerfen. Mit etwas Glück begegnet man in diesem Viertel abends sogar einem Pinguin. Größer ist die Chance allerdings etwas außerhalb der Stadt. Dort gibt es nämlich eine Zwergpinguinkolonie, und jeden Abend kommen die kleinen Tiere an Land. Ich hatte Glück und habe sogar ohne die 28$ zu zahlen - was zum Betreten der Aussichtsplattform berechtigen würde - welche entdeckt. Frei herum laufende Pinguine beobachten - bisher für mich kaum vorstellbar, doch Neuseeland machts möglich. 

Christchurch: Die Folgen einer Katastrophe 

Nach meinem kurzen Aufenthalt in Oamaru bin ich schließlich die Ostküste weiter hochgefahren, der nächste Stop war Christchurch, die zweitgrößte Stadt des Landes. Christchurch wurde 2010 und 2011 von schweren Erdbeben heimgesucht, bei letzterem starben 185 Menschen. Viele Gebäude der Innenstadt, unter anderem die Kathedrale, wurden teilweise komplett zerstört und die Folgen lassen sich bis heute beobachten - Christchurch gleicht noch immer einer einzigen großen Baustelle. Viele Stellen in der Innenstadt erscheinen wie riesige, leerstehende Parkplätze. Gleichzeitig ist der Wiederaufbau in vollem Gange und bei dem Versuch, ein Stück Normalität zurückzuerlangen, sind die Bewohner von Christchurch durchaus kreativ.

So gibt es zum einen die sogenannten Gap Filler, ein temporäres Projekt, zu dessen Realisierung auch viele Freiwillige beitragen. Ziel ist es, freie und noch nicht wiederbelebte Orte in Christchurch zu gestalten.
Ebenfalls sehenswert: Die ReSTART Mall. Zahlreiche Läden und Geschäfte sind vorübergehend in Containern untergebracht, dieses Viertel bildet somit derzeit das Shoppingzentrum in Christchurch. 
Gerade aufgrund dieser Bemühungen die Stadt wieder zum Leben zu erwecken hat es mir dort wirklich gut gefallen, trotz der zahlreichen Ruinen ist Christchurch alles andere als eine Geisterstadt. Auf der anderen Seite bekommt man eindrucksvoll vor Augen geführt, was so ein schweres Erdbeben anrichten kann. 

Mt. Cook: Verschneite Berglandschaften 

Mein nächstes Ziel nach der Stadtbesichtigung sowie einem Tagesausflug auf die östlich von Christchuch gelegene Banks Peninsula war Mount Cook. Der mit 3.724 Merern höchste Berg Neuseelands liegt auf der anderen Seite vom Fox und dem Franz Josef Gletscher, wo ich Mitte März Halt gemacht hatte. Beeindruckend sind natürlich vor allem die Höhe sowie die umliegenden, ebenfalls verschneiten Gipfel. Von Mount Cook Village aus habe ich ein paar schöne Wanderungen unternommen und konnte dabei einmal mehr die Schönheit und Vielfalt der Natur in Neuseeland genießen. 

Lake Tekapo: Der schönste Nachthimmel der Welt 

Vom Mount Cook ist es nicht weit bis zum Lake Tekapo. In der am See gelegenen gleichnamigen Ortschaft habe ich drei Mal übernachtet und hatte so genug Zeit die schöne Umgebung um den See herum zu erkunden. 
Ein touristischer Anziehungspunkt ist die "Church of the good Shepherd", die direkt am Ufer des Lake Tekapo steht. Diese Kirche, 1935 erbaut und die erste dieser Gegend, gehört wohl zu den am häufigsten fotografierten Kirchen im ganzen Land. Weltbekannt ist Tekapo aber vor allem aufgrund des extrem dunklen Nachthimmels. Auf dem nahe gelegenen Mount John befindet sich sogar ein astronomisches Observatorium. In einer klaren Nacht mal einen Blick zum Himmel zu werfen ist in Tekapo auf jeden Fall Pflicht. 

Kaikoura: Seehunde ohne Ende

Nach einem erneuten Zwischenstopp in Christchurch ging es schließlich weiter an der Ostküste entlang bis nach Kaikoura. Dieser Ort ist vor allem für seine Wildtiere bekannt. In den Gewässern vor Kaikoura tummeln sich Wale und Delfine, an den Buchten nehmen sich die unzähligen Seehunde gegenseitig die Plätze weg. Geld für die angepriesenen Whale Watching Touren habe ich zwar nicht ausgegeben, dafür habe ich die Gegend um Kaikoura ausführlich zu Fuß und per Fahrrad erkundet. Der Ort liegt direkt an einer Halbinsel, um welche eine super schöne Küstenwanderweg führt, der Kaikoura Peninsula Walkway. Seehunden begegnet man auf dieser Tour zu Hauf. Außerdem gab es in meinem Hostel die Möglichkeit, Fahrräder auszuleihen. So bin ich an meinem zweiten Tag dort noch mit dem Bike durch die umliegenden Wälder und Wiesen sowie zu einem Aussichtspunkt gefahren, was auch sehr viel Spaß gemacht hat.

Von Kaikoura ging's dann schließlich wieder nach Picton und am Sonntag fährt meine Fähre nach Wellington
Hier in Neuseeland rückt der Winter immer näher und es ist mittlerweile auch deutlich kälter geworden. Allerdings ist es meist dennoch sonnig und so lässt es sich draußen selbst im T-Shirt weiterhin meist gut aushalten. 
Auf den deutschen Sommer freue ich mich aber natürlich auch schon - der ist dann vermutlich doch etwas wärmer als der neuseeländische Winter. 

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