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Von Taxifahrten und Straßenhunden

Übersicht

Die ersten Tage habe ich nun bereits hier in der Hauptstadt Namibias verbracht und mich dabei ehrlich gesagt schon etwas an das Leben hier gewöhnt. So ist es zum Beispiel bereits völlig normal für mich, ständig mit dem Taxi zu fahren, anstatt den Bus zu nehmen oder zu Fuß zu gehen.

Dabei haben wir auch wirklich schon einiges erlebt. Unser Mentor Philip erklärte uns bereits: "In an African bus there’s always space", als jemand fragte, wie viel Gepäck wir für unseren Trip nach Swapokmund mitnehmen dürfen. Genau die Erfahrung haben wir auch in den Taxis gemacht, sodass wir schon mehrmals alle sechs gemeinsam in einem Auto mitfuhren. Die Taxifahrer freuen sich darüber, denn bezahlt wird hier pro Person und nicht nach Kilometern und legal ist es auch noch, so viele Personen im Auto zu haben. Lediglich die vorderen zwei Personen müssen angeschnallt sein, wer hinten sitzt ist vollkommen egal, in den meisten Autos gibt es nicht einmal Anschnallgurte.

In der Stadt wird man die meiste Zeit von Fahrern überrannt, welche einen mitnehmen wollen, allerdings mussten wir auch bereits erfahren, dass Taxifahrer sehr ungern in unseren Stadtteil Wanaheda fahren, da sich die Rückfahrt selten lohnt, da hier wenige Personen zusteigen. Wenn wir dann doch ein Taxi fanden, welches uns mitnahm, so kannten die Fahrer meist unsere Taxistation überhaupt nicht und Navis gibt es hier leider auch keine.

Obwohl unser Haus relativ neu ist, zählt unser Stadtteil Wanaheda eher zu den ärmeren Gegenden Windhoeks. Immer wieder sind Blechhütten zu finden, welche als billige Anbauten an Wohnhäuser oder als Unterkunft für nicht gemeldete Personen dienen. Überall auf den Straßen laufen auch verwahrloste Hunde herum, welche jedoch völlig ungefährich sind und die Menschen eigentlich kaum beachten.

WG-Besuch

Am Montagabend besuchten wir die andere Volunta WG in Windhoek, wo wir gemütlich beisammen saßen und unsere bisherigen Erfahrungen und Erlebnisse austauschen konnten. Zudem buchten wir unsere Reise nach Swapokmund ans Meer, welche wir zusammen mit den Freiwilligen aus Rehoboth unternehmen werden. Wir werden dort von Dienstag bis Sonntag in Bungalows wohnen, bis wir dann zurück fahren müssen, weil montags dann die Schulferien zu Ende sind und wir unseren ersten Arbeitstag antreten werden.

An der Havana Primary School werden dringend Lehrkräfte in Mathematik, Englisch und Naturwissenschaften benötigt, weshalb wir Freiwilligen diese Bereiche übernehmen werden. Da die Schüler bis zur dritten Klasse fast ausschließlich in Oshiwambo unterichtet werden und Englisch nur als Schulfach lernen, werden wir in den höheren Klassenstufen unterrichten. Wir können uns dabei entscheiden, ob wir in der 5., 6. oder 7. Klasse arbeiten möchten.

Dienstags begleitete uns unser Gastvater Sackie zum "Rathaus" von Wanaheda, wo wir uns vorstellen sollten, damit man uns kennt und wir als richtige Bürger Wanahedas angesehen werden.

Museumsausflug

Das Independence Museum Namibias besuchten wir am Mittwoch gemeinsam mit unserem Mentor Philip. Hier wird die Geschichte Namibias ab circa 1900 dargestellt, welche die meiste Zeit über von Unterdrückung und blutigen Kämpfen geprägt war. Zudem besuchten wir eine Kirche, welche während der Kolonialzeit von den Deutschen genutzt wurde und dementsprechend auch äußerlich nicht von einer Kirche wie wir sie in Deutschland kennen zu unterscheiden ist.

Nach unserem Besuch im Museum gingen wir alle zusammen zum ersten Mal gemeinsam afrikanisch essen. Viele Freiwillige probierten für uns ausgefallene Fleischgerichte wie Antilope, Springbock oder Strauß. Ich entschied jedoch für ein malawisches Gemüsegericht und war wirklich überrascht, wie lecker das Essen hier ist.

Im Restaurant trafen wir auch Judy, die Mentorin aus Rehoboth, welche sich um unsere Visa kümmern wollte. Die Zusage haben nun alle Freiwilligen, allerdings müssen wir nun noch mindestens 1 ½ Monate warten, bis wir unsere Reisepässe zurückbekommen werden und die Visa eingetragen sind.

"In Afrika ist eben alles ein bisschen langsamer" – das wurde uns nun bereits mehrfach erklärt. Auch bei der Einrichtung unseres Internets wurde uns dies verdeutlicht, da wir immer wieder vertröstet werden, dass es ganz sicher morgen eingerichtet sein würde, bisher aber immer noch auf sich warten lässt.

Der Park Wanahedas

Junior und Lazar, zwei Freunde unseres Gastbruders zeigten uns den Park Wanahedas, von welchem aus man einen wundervollen Blick über ganz Windhoek hat.

 

Frühlingsanfang

Auch das Klima hier ist ziemlich gegensätzlich zu dem in Deutschland. Momentan haben wir hier Frühlingsanfang, allerdings hatten wir nun tagsüber bereits einige Male um die 28 Grad, sodass uns um die Mittagszeit draußen schon ziemlich warm ist. Nachts kühlt es allerdings immer ziemlich ab, sodass wir ab 19 Uhr meistens in dicken Pullovern draußen sitzen, weil es sonst zu kalt werden würde. Auch nachts müssen wir uns ziemlich einmummeln, da es hier eben auch keine Heizungen gibt.

Die Luft hier ist wirklich ziemlich trocken, es gibt hier kaum Luftfeuchtigkeit. Das ist einerseits ziemlich positiv, da es draußen nicht schwül wird, andererseits merkt man deutlich, dass der Mund ständig trocken und die Nase gereizt ist. Zudem benutzen wir nun alle ständig Labello und Creme, damit Haut und Lippen nicht vollkommen austrocknen.

Wasser

Entgegen unserer Erwartungen kann man das Leitungswasser hier trinken, allerdings nur deshalb, weil es voller Chlor ist und auch dementsprechend schmeckt. Wir versuchen dennoch, uns daran zu gewöhnen, da das Wasser im Supermarkt wirklich ziemlich teuer ist, im Vergleich zu dem, was man in Deutschland für eine Flasche bezahlen muss.

Das liegt daran, dass das Wasser hier ziemlich knapp ist, da es so selten regnet. Überall weisen Plakate und Schilder daraufhin, Wasser zu sparen, da die Wasserressourcen Windhoeks beinahe aufgebraucht sind und dementsprechend der Wasserpreis, auch für Leitungswasser, ständig ansteigt.

 

 

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