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Die Reise vor dem Sturm

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Letzten Samstag verbrachten wir Windhoeker alle zusammen am Damm, um den Geburtstag von Krissi, meiner Mitbewohnerin, zu feiern.

Dort gab es viele kleine Grillhüttchen, sodass man Gemüse, Fleisch und Salate selbst mitbringen und dort zubereiten konnte. Zum Glück war auch unser Mentor Philip dabei, da natürlich keiner von uns an Dinge wie einen Grillrost oder Holzkohle gedacht hatte.

Der Damm ist ein Stausee, in welchem man jedoch auf keinen Fall schwimmen darf, da das Wasser ziemlich schmutzig ist und wir davor gewarnt wurden, dass man sich Krankheiten beim Baden holen könnte. Trotzdem war sehr viel los, da es in Namibia wenig regnet und alle anderen Flüsse und Seen ausgetrocknet sind, weshalb der Damm eine absolute Attraktion für die Einheimischen darstellt. Es war auf jeden Fall ein schöner Tag. Wir haben viel gelacht, getanzt und es war schön, einfach mal mit allen "Windhoekern" zusammen zu sein.

Feiern auf Afrikanisch

Abends sind wir dann alle zusammen ins Vibe, einen relativ angesagten Club in Windhoek, in welchem Philips Sohn Marc, der uns begleitete, früher gearbeitet hatte. Es war für uns eine ganz neue Erfahrung, da neben Charts auch African House Musik lief und zudem haben die Namibier einfach eine riesige Freude am Tanzen. Dabei werden richtige Shows und Battles angezettelt, wobei die entsprechenden Personen meist vom gesamten Club angefeuert wurden. 

Kleine Regenzeit

Da es in letzter Zeit immer ziemlich wolkig war, vermutete unser Mentor Philip, dass die "kleine Regenzeit", welche meist von September bis Oktober reicht – in den letzten Jahren jedoch komplett ausfiel – sich in diesem Jahr vielleicht etwas stärker zeigen würde. Unsere Gastmutter Rebecca bezweifelte jedoch, dass es überhaupt regnen würde und warnte uns bereits vor, dass die Regierung wohl bald tagesweise das Wasser von sieben Uhr morgens bis sieben Uhr abends abstellen würde, damit die Wasserreserven Windhoeks nicht vollständig aufgebraucht werden würden. Daher haben wir in der Küche nun einen großen Eimer mit Wasser stehen, welcher im Notfall dann für den gesamten Tag ausreichen muss. 

In der Nacht von Montag auf Dienstag gab es dann doch ziemlich unerwartet ein lautstarkes Gewitter mit relativ starkem Regen. Für uns war das zunächst mal nicht Besonderes – wir kennen den Regen ja aus Deutschland – Rebecca war jedoch am Morgen ganz aus dem Häuschen, da sie nachts nicht mitbekommen hatte, dass es regnet. 

Ein Stück Deutschland in Namibia

Dienstag fuhren wir dann auch los Richtung Swakopmund ans Meer und wurden erst einmal von Kälte und Luftfeuchtigkeit überrascht, welche wir von unserer neuen Heimatstadt gar nicht mehr gewohnt waren. Die Sonne fehlt uns hier wirklich, da es den ganzen Tag über ziemlich trüb und neblig ist. Es hat hier tagsüber circa 15 Grad und ist relativ windig, sodass wir alle unsere Winterjacken, Schals und Stiefel auspacken mussten.

Dennoch ist die Landschaft in Swakopmund einfach wundervoll. Direkt hinter dem Meer und der Küste erstreckt sich die endlose Sandwüste und ich kann mir gut vorstellen, dass Swakopmund im Sommer ein echtes Urlaubsparadies ist. 

Insgesamt machte die Innenstadt einen ziemlich deutschen Eindruck. Überall fanden sich deutsche Geschäfte wie Buchhandlungen oder Supermärkte und an jeder Ecke wurde Deutsch gesprochen. Sogar der Name "Swakopmund" entstand ürsprunglich aus der deutschen Sprache ("Mund des Swkop").

Durch den Tipp unserer Vorgänger gingen wir zum Frühstücken ins "Village Café" und waren wirklich total begeistert. Egal ob riesige Frühtstücksmuffins, Omelette, Pancakes, Burger oder sogar Steaks, hier gab es wirklich alles zu Essen, was man sich nur vorstellen konnte. Es gefiel uns sogar so gut hier und war so günstig, dass wir am nächsten Morgen gleich wieder vorbei schauten. 

Quad-Tour

Das absolute Highlight unseres Trips war jedoch eindeutig unsere abenteuerliche Quad-Tour durch die Namib Wüste. Geleitet von drei Guides ging es mit Vollgas über Sanddünen und durch die endlose Wüste. Die Aussicht war wirklich atemberaubend, da ich noch nie zuvor so eine eintönige und trotzdem wunderschöne Sandlandschaft gesehen hatte.

Schön war auch, dass wir unsere Reise an den Atlantik gemeinsam mit den anderen Freiwilligen aus Rehoboth und Rietoog unternehmen konnten, da wir uns in nächster Zeit nicht mehr so oft sehen werden, da der Schulanfang kurz bevor steht und die beiden Dörfer doch ein ganzes Stück von Windhoek entfernt liegen.

Nun bin ich jedoch auch froh darüber, wieder zurück in meiner neuen, sonnigen und trockenen Heimat zu sein und freue mich sehr auf die Arbeit in der Schule und darauf, einem geregelten Alltag nachgehen zu können. 

 

 

 

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