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Fußballkrieg

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Sport ist Mord und Krieg hat als Gegenteil von Frieden auch mit Abschlachten zu tun. Nun zählt ja auch Fußball zur Sparte Sport. Ist Fußball demnach auch Krieg?

Gemeinsam feiern

 

Die EM lässt mich keineswegs kalt. Schließlich fiebere ich vor allem mit dem italienischen Nationalteam mit. Als die Squadra Azurra gegen das Oranje-Team gekickt hat, war ich gerade in Rom. Ich hab mich schon auf das Spektakel gefreut, falls die Italiener gewonnen hätten. Dummerweise haben Luca Toni und Co. so katastrophal wie schon lange nicht mehr gespielt. Die Niederländer dagegen haben ehrlich gesagt super gekickt und den Sieg verdient. Goed zo! Ich war zwar ein bisschen enttäuscht, aber hab mich für die Holländer gefreut.

In dem britischen Pub, in dem ich das Spiel angeschaut habe, waren übrigens sämtliche Nationalitäten vertreten: Italiener, Engländer, Dänen, Deutsche und Holländer. Gemeinsam verfolgten wir die Partie und hielten Smalltalk in der Pause und nach dem Spiel. Alles ging friedlich zu: Von Hasstiraden keine Spur. Eine andere Niederländerin, die ich etwas später auf der Damentoilette eines Lokals traf, hat dagegen andere Erfahrungen gemacht. In dem Pub, in dem sie das Spiel angeschaut hat, traute sie sich kaum, zu jubeln. Die Stimmung sei nicht so toll gewesen.

Ein Fest, das verbindet

 

Als bei der WM 2006  Italien gegen Frankreich im Finale stand, habe ich das Match in einer Ferienanlage auf Kreta gesehen. Wir waren drei Italiener und unzählige Franzosen. Zwar drückten die Griechen den Italienern die Daumen, waren aber eindeutig in der Unterzahl. Als Italien Weltmeister wurde, habe ich mich natürlich sehr gefreut. Doch schon wenig später schoss eine Kolonne wütender Franzosen an uns vorbei, die über die Italiener lauthals und vor allem erbost ablästerten. Auch ich durfte mir Hasstiraden in französischer Sprache anhören. Da der Meckerer geglaubt hatte, ich verstehe ihn nicht, wähnte er sich sicher. Schnell antwortete ich (auf Französisch), dass es auch außerhalb von Frankreich Menschen gibt, die der Sprache mächtig sind. Er lief rot an, und für den Rest der Ferien machte er einen großen Bogen um mich.

Meiner Meinung nach sollte die EM ein großes Fest sein, das die Nationalitäten beim Feiern verbindet und nicht gegeneinander aufhetzt. Hinterher sollten die Siegernationalitäten feiern aber die Verlierer nicht beschimpfen. Umgekehrt sollten die Verlierer es nicht persönlich nehmen. Denn letztendlich ist es nur ein Spiel, an dem vor allem die Kicker verdienen. Nur so gibt es vielleicht wieder ein Sommermärchen wie vor zwei Jahren.


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