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Donnerstagabend war ich nach langer Zeit einmal wieder "da, wo die Erwachsenen feiern." Und es war wirklich ein außergewöhnlicher Abend, zu dem vor allem drei Tatsachen beigetragen haben:
 

1. die gute Luft und keine brennenden Augen

2. ein höflicher junger Mann und

3. es kam gute Musik

 

Über Tatsache 1 und 2 werde ich genaueres schreiben, Tatsache 3 werde ich dahingestellt lassen und nur noch folgendes dazu sagen: Tatsache 3 hatte zur Folge, dass wir außergewöhnlich lange auf der Tanzfläche abgetanzt haben.

 


Zu Tatsache 1: Wir alle verdanken sie dem Gesetz, das seit dem 1. August, in allen Kneipen, Discos und Restaurants in Baden-Württemberg gilt: willkommen Rauchverbot! Gerade viele Nichtraucher, so auch ich, können jetzt aufatmen! Ich will gar nicht wissen, wie viele Zigarettenschachteln ich schon passiv in meinem Leben geraucht habe, doch damit ist ja nun Schluss! Noch besser werden mich wahrscheinlich all jene Menschen verstehen, die ihre Sehschwäche durch unsichtbare Sehhilfen aus Kunststoff namens Kontaktinsen, ausgleichen. An so manchem Discoabend brauchte es keine zehn Minuten, bis meine Augen vom Rauch unangenehm brannten.

 


Umso toller war für mich der Donnerstag: Mit qualmfreier Luft und ohne juckende Augen lässt es sich nämlich noch besser feiern. An den Zigarettengeruch und die ganzen paffenden Leute um einen herum gewöhnt man sich mit der Zeit und nimmt den Geruch dann auch nicht mehr wahr, aber Augen, die gegen den Qualm protestieren sind wirklich nur schwer zu ignorieren.

 


Schwer zu ignorieren war der Geruch dann aber zu Hause! Früher wäre ich am liebsten sofort unter die Dusche gesprungen, um den Rauchgeruch los zu werden. Habe es aber, aus Rücksicht auf meine Familie, immer auf spätere Morgenstunden verschoben. Wobei meine Abendgestaltung leider doch nie völlig geruchsfrei an ihnen vorbei ging und meine Mutter sich oft beschwerte und behauptete ihr Wäschekorb, in dem mein komplettes Outfit immer sofort landete, würde so riechen, als ob in ihm nur Kleidung schlimmster Kettenraucher liegen würde.

 

Am Freitagmorgen blieb dieser Kommentar aus und ich fühlte mich früh morgens, als ich nach Hause kam auch nicht wie eine laufende Zigarettenkippe. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich es toll finde, nicht mehr zugeräuchert zu werden.

 

Dass das nicht alle Nichtraucher so sehen, habe ich am Wochenende gelernt. Da kam doch tatsächlich von einem Bekannten der Kommentar: "Das Gesetz fördert die Gruppenbildung! Jetzt stehen die Raucher draußen und die Nichtraucher sitzen drinnen!" Also wirklich: Jemand, der den ganzen Abend lang nur seiner Nikotinsucht nachgeht ist entweder sehr abhängig oder sehr vergesslich. Denn weggehen nur um zu rauchen lohnt sich wirklich nicht! Da tut es auch der heimische Balkon. Und außerdem: Der nichtrauchende Bekannte kann ja gerne etwas gegen diese Gruppenbildung tun und sich in den Nikotinsmog begeben, um mit den Rauchern Konversation zu betreiben und eine Runde passiv mitzurauchen. Allen anderen sollte die Wahl dazu selbst überlassen werden.

 


Ah ja, meine Tatsache 2: Der junge höfliche Mann! Er hat mich doch tatsächlich gefragt(!!!!), ob ich Lust hätte mit ihm zu tanzen! Das es sowas noch gibt, hätte ich nie gedacht! Schon gar nicht in der besagten Disco (Insider wissen, wovon ich rede), in der ich war. Die übliche Tour ist nämlich folgende: Das Mädel einfach antanzen und wenn sie das aber überhaupt nicht will, dann ist es ihr Problem, da wieder raus zu kommen. Klar, dass ich bei so viel Freundlichkeit "ja" gesagt habe!

 

Das es ihm wirklich "nur" ums Tanzen ging und ich keine Angst vor der "bösen" Frage nach meiner Handynummer haben musste merkte ich bald! Zur Erklärung der "bösen" Frage: Seine Nummer in der Disco heraus zu geben kann eigentlich nur zwei Folgen haben:

a) Der Kerl meldet sich nie wieder, weil er am nächsten Tag mit deinem Namen in seiner Handyliste überhaupt nichts anfangen kann oder

b) Er meldet sich, weil dein Name einer von vielen, auf einer langen Liste ist, die er an dem Abend zusammen gesammelt hat. Aber das nur nebenbei, denn in meinem Fall erzählte mir mein Tanzpartner, dass er noch sehr an seiner Ex- Freundin hängt. So viel männliche Ehrlichkeit ist wirklich lobenswert, aber wahrscheinlich auch leider sehr, sehr selten. Wie schon gesagt: Es war ein außergewöhnlicher Abend.

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