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Frauen auf dem Vormarsch?

Übersicht
Die Schülerinnen und Schüler der 13. Klasse des Mönchsee-Gymnasiums gehen an diesem Freitagmorgen nicht wie üblich zu ihren Kursen sondern in die Mensa der Schule. Alle schauen gespannt nach vorne, wo zwei ihrer Mitschülerinnen, Selma Olbort und Mareike Seemann, und vier Referenten diskussionsbereit sitzen.

Auf dem Podium

Selma und Mareike leiten im Rahmen des Geschichtskurses von Frau Banghard-Jöst die Podiumsdiskussion zum Thema "Vormarsch der Frau - Realität oder Illusion?" Dazu haben die beiden Wolfgang Armbrust, Susanne Bay, Annette Krüger und Werner Schrott eingeladen.

Nach der Begrüßung durch Rektor Andreas Meyer beginnt die Podiumsdiskussion mit dem Vortrag von Mareike zum Thema "Frustrierte Frauen und schweigende Männer". Sie erzählt von den Anfängen der Frauenbewegung, der autonomen Frauenbewegung und vom Feminismus heutzutage.

Fehlende Anerkennung

Annette Krüger, Vorsitzende der Volkshochschule Neckargartach findet, dass die Gesellschaft am Frauenbild noch weiterarbeiten muss. Sie bemängelt: "Der finanzielle Ausgleich stimmt nicht. Mutter und Hausfrau zu sein, wird weder honoriert, noch anerkannt."

Die Fakten bestätigen diese Meinung. 80 Prozent der Führungspositionen sind von Männern besetzt. Auch in den Regierungen sind mehr Männer als Frauen. Krüger ist der Meinung, Männer würden ihre Macht missbrauchen. Dadurch würden auch Dinge wie Kriege und die Weltwirtschaftskrise entstehen. "Frauen sind friedlicher und zeigen mehr Empathie und Mitgefühl", so Krüger.

Besser verhandeln

Susanne Bay, Buchhalterin bei den Offenen Hilfen und Gemeinderätin der Grünen, meint, es läge an den Frauen selbst: "Bei Tarifverhandlungen verlangen Frauen weniger Geld als Männer", erzählt Bay.

Bei gleicher Tätigkeit verdienen Frauen tatsächlich acht Prozent weniger als Männer. Werner Schrott, ehemaliger Vize-Chef der IG Metall Neckarsulm, bezeichnet dies als "direkte Diskriminierung".

Einstellung ändern

Susanne Bay findet, dass die Gesellschaft allgemein ihre Einstellung ändern muss, und das Diskriminierung schon in einigen Beziehungen anfängt, worauf Wolfgang Armbrust, Grund -und Hauptschullehrer in Schwaigern fragt: "Heiraten denn alle Frauen einen Macho?"

Annette Krüger erklärt ihr Selbstverständnis als Frau: "Wir sind belastbarer als Männer und außerdem noch multi-taskingfähig." Nach einer heftigen Diskussionsrunde lässt sich das Fazit ziehen, dass der Feminismus noch lange nicht am Ziel ist und junge Frauen sich mehr engagieren sollten.

Wilde Kerle

Selma Olbort hält nun ihren Vortrag zum Thema: "Die Krise der wilden Kerle – sind unsere Jungs die neuen Bildungsverlierer?"
Fakten belegen, je höher das Bildungsniveau, desto weniger Jungs.

Alle Referenten sind sich schnell einig: Männer fehlen in der Erziehung. Es gibt viele allein erziehende Mütter, viel mehr Kindergärtnerinnen als Kindergärtner, kaum männliche Bezugspersonen in der frühen prägenden Kindheit.

Defizite

Wolfgang Armbruster spricht außerdem Krankheiten wie ADS an: "Meist sind es Jungs, die unter solchen Defiziten leiden. Sie sind auch generell wilder und aggressiver und werden aus diesen Gründen anders behandelt als die Mädchen. Außerdem fehlt zum Beispiel einigen Jungen mit Migrationshintergrund der Respekt vor weiblichen Autoritäten, weshalb sie mit ihrer Lehrerin nicht zurecht kommen."

Auch Werner Schrott ist der Meinung, dass Prägung und Erziehung eine entscheidende Rolle spielen.

Bildungsniveau

Das Thema schwenkt um zum Thema Schulsystem in Deutschland. Um das Bildungsniveau zu steigern, muss der Unterricht spezifischer werden. Kleinere Klassen und mehr Lehrer werden benötigt. In diesen Punkten sind sich alle Diskutierenden einig.

Als Schlusswort fasst Selma zusammen: "Jungs sind in dem Sinne Bildungsverlierer, dass ihnen in der Erziehung männliche Bezugspersonen fehlen."



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