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Studentenleben ist nicht immer Party

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Bevor ich studiert habe, dachte ich immer, Studenten hätten ein einfaches Leben. Drei Monate lernen und richtig arbeiten und dann zwei Monate Ferien. Dieses Bild vermittelten auch die Ex-Schüler aus unserer Schule, die die ersten zwei Semester schon hinter sich hatten. Über lernen oder Prüfungen wurde nicht gesprochen. Wenn dann wurde immer nur erzählt, wie toll doch die Wohnheime seien, jeden zweiten Abend würde gefeiert, Vorlesungen schwänzen interessiere die Professoren sowieso nicht und ausschlafen sei kein Problem. Man fragt sich natürlich schon, ob die Studenten eigentlich auch mal studieren, aber das würde ja die traumhaften Erzählungen und somit die eigenen Vorstellungen zerstören.

 

Planlos den Studenplan erstellen

Mit dem Beginn meines Studiums an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe wurde ich eines Besseren belehrt. Zuerst einmal musste ich mir einen Ort zum Wohnen besorgen. Da hatte ich noch Glück, da mein Freund schon Wochen vorher in Karlsruhe auf Zimmersuche war. Er hatte sich inzwischen für ein Wohnheim entschieden, einem anderen Vermieter aber noch nicht abgesagt, also bekam ich eben dieses Zimmer.



Dann kam der Start an der Uni. Zum Glück gab es die sogenannten "Ersti-Tage", bei denen man die Stadt und schnell neue Leute kennenlernen konnte. Der Hochschulalltag jedoch fing mit dem ersten Tag knallhart an. Jeder musste sich anhand seiner selbstgewählten Fächer seinen eigenen Stundenplan zusammenstellen, wovon natürlich niemand eine Ahnung hatte. Genauso wenig konnte man Hilfe von erfahrenen Studenten erwarten. "Da kommt ihr schon rein. Macht euch nicht so viele Sorgen", war die Antwort. Wie da kommen wir schon rein? Müssen wir etwa jedes Semester unseren Stundenplan neu zusammenstellen? Von meinem Freund erfuhr ich, dass er an der Uni einen fertigen Stundenplan zu seinem Studiengang in die Hand gedrückt bekommen hatte. Ok gut, an der PH läuft es schon mal anders als an der Uni.

 

Wo bleiben Partys, Ausschlafen und Schwänzen?

An den Alltag der PH gewöhnte ich mich schnell, auch wenn der überhaupt nicht den früher so oft gelobten Erzählungen entsprach. Zu Lernen gab es mehr als man in einer Prüfung fragen könnte, in Vorlesungen sollte man besser nicht mit Abwesenheit glänzen und wer dachte, nach den Vorlesungen hätte man frei, täuschte sich gewaltig. Das, was in Prüfungen abgefragt wurde, war nur ein Bruchteil aus der Vorlesung, was bedeutete, dass man in seiner Freizeit sehr viel nacharbeiten musste.



Ach ja, habe ich schon erwähnt, dass wir an der PH unsere Prüfungen immer am Ende der Vorlesungszeit geschrieben haben? Das bedeutete doppelte und dreifache Arbeit. Man muss in den Vorlesungen auf dem Laufenden bleiben, gleichzeitig für die Prüfungen lernen, diese in der Zeit auch schreiben und am besten noch bestehen. Ich weiß nicht, wie ich das hinbekommen habe, aber irgendwie hat es funktioniert. Wahrscheinlich nur deshalb, weil ich während der Vorlesungszeit die traumhaften Dinge wie Feiern, Ausschlafen und permanentes Schwänzen nie umgesetzt habe.



Dafür hatte ich am Ende der Vorlesungszeit tatsächlich die versprochenen zwei Monate Ferien. Während mein Freund in der Vorlesungszeit tatsächlich ein lockereres Studentenleben führen konnte, als ich, musste er nun in den offiziellen Semesterferien auf seine Prüfungen lernen.

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