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Möchtegern-Prinzen

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Ich mag keine Klischees und Schubladendenken, das Menschen in Typen untergliedert. Doch leider zeigt mir der Alltag immer wieder, dass es das doch gibt!! Unter Schülern und Studenten sind eben nicht alle gleich und doch ähneln sich manche auf erschreckende Weise. Besonders in den Pausen fällt mir immer diese Grüppchenbildung auf.

 

Zum Einen sind da die coolen Möchtegern-Prinzen, die zuerst nach draußen stürmen um sich ganz lässig ihre Fluppe anzuzünden. Sie denken mit ihrer legeren Art, ihrem topmodischen Outfit und ihrem aufgesetzten Lächeln können sie jede um den Finger wickeln. Wenn sie da vor lauter lässigem Abhängen in der Pause dem Kurs die Ehre ihrer Anwesenheit erweisen, wissen sie natürlich nicht, wo wir gerade sind. Schließlich hat die Stunde längst angefangen…

Dann lehnt sich der Typ Pseudo-Prinz natürlich wieder extrem lässig- über seine Stuhllehne zurück und möchte von seinen Hinterleuten ein Arbeitsblatt erschnorren. Klappt das nicht, geht er nach dem Seminar auf eine der schüchternen Mädels mit Schlabberpulli und Brille zu (mit denen er sich sonst niemals in der Öffentlichkeit zeigen würde) und bittet sie darum, ihm ihren Ordner zum Kopieren zu leihen.

Und nur selten trauen die sich, sich seiner angeblichen Aufmerksamkeit, gepaart mit dem dringlichen Wunsch nach Lernmaterialien, zu widersetzen. Wenn eine doch keine Lust hat, da sie solche Kerle noch vom Abschreiben der letzten Klausur auf dem Kicker hat, gilt sie als Streberzicke. Ja auch an der Hochschule ist das noch nicht vorbei!!

 

Doch viel ätzender sind diese Barbie-Doppelgängerinnen und Prada-Häschen, die auch in der Cafeteria stets perfekt geschminkt umher stöckeln und sich eh man sich versieht ganz dreist in der ewig langen Essensschlage vorgedrängelt haben. Erst am Donnerstag quetschte sich so ein schnatterndes Doppelpack von blondierten Prinzesschen kurz vor  mir in die Reihe. Und da ich auf Grund meiner Erkältung in einen dicken Schal und bequeme Klamotten gepackt, war hielten sie mich wohl für ungefährlich.

Sicherheitshalber stellten sie sich aber vor den armen Forsch vor mir. So ein Junge der mit Anfang zwanzig immer noch den grünen Schulranzen aus der fünften Klasse mit sich rumschleppt, sein kariertes Hemd in die zu kurze Karottenjeans gesteckt hat und einen Mami-schneidet-mir -die Haare-Schnitt trägt.

Ich meine nur. "Ist ja üüüüüberhaupt nicht auffällig euer Gedrängel!!!" -aber ich hatte eigentlich keine Lust auf Streit mit den rosa Hühnern. Da wurde der arme Frosch plötzlich mutig: "Also dadas ist ja ja sch..scho.ooon ein bissle äh unverschämt", stammelte der Zurückgedrängte. Sie klimperten nur mit ihren falschen Wimpern und meinten wir sind doch soooo hungrig! Und warten auch schon solange!" Naja da traute er sich nix dagegen zu sagen, wenn so verhungerte Püppchen schon freiwillig feste Nahrung in der Mensa zu sich nehmen, dann sollte man das schon unterstützen. Es sind eben alles andere als märchenhafte Zustände, hier in der Pause, an der (Hoch)Schule.


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