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Stress lass nach

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Hast du schon angefangen fürs Abi zu lernen? Diese Frage wird mir und wahrscheinlich auch noch vielen weiteren Abiturienten von anderen Mitschülern seit Anfang des Jahres mit stetig zunehmender Häufigkeit gestellt.

 

Der Prozess

Während ich Ende Januar mit einem "Noch nicht wirklich" antwortete und daraufhin von den meisten Menschen, die mir diese Frage gestellt hatten, ein erleichtertes "Gut, ich auch nicht" zurück bekam, war meine Antwort nach den Faschingsferien schon etwas ausführlicher. Ich erzählte von Stunden, die ich mit einem gewissen Herrn Josef K. verbracht habe, der einen Prozess am Hals hat. Allerdings erfährt er leider nie den Grund seiner Anklage und was er verbrochen hat. Mit Kafkas "Der Prozess" bin ich nun also durch. Aus meinem weiteren Plan noch mal die beiden anderen Prüfungsbücher zu lesen, wurde allerdings nichts.

Aber wozu gibt es Osterferien? In denen werde ich mich dann mit zwei wunderbar kleinen, gelben Reclambüchern beschäftigen.
Aber ich habe in den Faschingsferien nicht nur Kafka gelesen, sondern mich auch ein bisschen für die Abiturprüfungen in Ethik und Biotechnologie vorbereitet. Nur mit einem Fach stehe ich auf allergrößtem Kriegsfuß und ich frage mich, ob sich daran bis April noch etwas ändern wird: mit Mathe. Vielleicht sollte ich mal die Wahrscheinlichkeit für die Chance einer mathematischen Erleuchtung bei mir berechnen...

 

Beruhigung oder Triumph?

Und während ich meinem Gegenüber die Frage nach meinem schulischen Einsatz in den Ferien beantworte, frage ich mich selbst, was ihm meine Antwort wohl bringt. Klar, manchmal ist es beruhigend zu hören, dass andere auch oder zumindest noch nicht ihren ganzen Tag damit verbringen, über Schulbücher gebeugt am Schreibtisch zu sitzen und manch einer mag darüber triumphieren, dass er schon viel mehr getan und bereits die Hälfte sämtlicher Abiturvorbereitungsbücher durchgearbeitet hat.

Aber letzten Endes ist doch jeder für sich selbst verantwortlich und dafür wann und wie viel er lernt, oder? Und wenn es dann wirklich zählt, nämlich in den Abiturprüfungen, ist jeder auf sich alleine gestellt und profitiert weder von dem Wissen noch von dem Unwissen der anderen. Deshalb macht der Vergleich von Lernzeiten meiner Meinung nach nur unnötig nervös.

 

Das Sozialhilfe-Abitur

Außerdem lernt eben nicht jeder Mensch gleich. Manche fangen schon Monate vor Prüfungstermin an, während andere nur unter dem Druck des immer näher kommenden Prüfungstermins effektiv lernen können. Was ich auch nicht wirklich verstehe sind Szenen, die sich im Schulalltag immer häufiger abspielen je näher der April kommt. Meiner Meinung nach gibt es so viel Schlimmeres als ein streikender Taschenrechner oder eine unverständliche Matheaufgabe. Schlimm und frustrierend finde ich dagegen die Aussagen mancher Lehrer und Artikel. Hart ausgedrückt, prophezeihen diese einem nämlich ab einem gewissen Notendurchschnitt eine Zukunft als Sozialhilfeempfänger. Kein Wunder, dass man da Zukunftsangst bekommt, oder?


Umso froher bin ich, Menschen zu kennen, die ihr Abi auch nicht mit 1,0 gemacht haben und mir sagen, dass ich in einigen Jahren darüber lachen werde, wie sehr vieles übertrieben und überbewertet wurde. Und nebenbei: Diese Menschen leben nicht von Sozialhilfe, sondern haben tolle Jobs. Ich habe nichts gegen ein gesundes Maß an Ehrgeiz, so lange man dadurch die wirklich wichtigen Dinge im Leben nicht aus den Augen verliert. Und es ist ja garantiert auch nur gut von den Lehrern gemeint, wenn sie uns zum Lernen ermahnen!

 

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