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Sind die großen Ferien überholt?

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Schon Wochen zuvor ist irgendwie die Luft raus. Die Schüler sind müde und lustlos und schwelgen schon längst in den Gedanken: "Uhff, wenn doch schon endlich Ferien wären!" Einzige Rettung in der Vor-Ferien-Not sind dann Klassenausflüge, Schullandheim und Sommerfeste. Aber den Lehrern geht auch Anfang Juli spätestens die Puste aus, der Zeugnis- und Konferenzstress und die Nullbock-Laune der Schüler rafft sie dann völlig dahin. Dann erinnern sie sich an die "gute alte Zeit" als wir wirklich noch Sommerferien in den Sommermonaten hatten und nicht wie jetzt bis September, wo die heißeste Zeit schon vorbei ist. Statt faul am See zu liegen und Eis zu schlecken, schnaufen die einen über den schweren Klassenarbeiten, die noch schnell vor Schuljahresende geschrieben werden. Und die anderen, die Pauker, ärgern sich, weil sie statt Freilichttheater langweilige Aufsätze Korrektur lesen müssen. Auch die vom Bildungsplan so angepriesenen und meist sehr aufwendige Projektwochen überfordern dann meist beide Gruppen.

Zeit zur Erholung

Vielleicht sind die großen Ferien von Ende Juli bis Anfang September auch nicht mehr zeitgemäß? Schließlich jammern alle, dass es soviel Stoff zum Lernen gibt und die deutschen Schüler zu den Ältesten in Europa gehören, wenn sie ihren Abschluss machen. Ja, ich weiß, ich riskiere hier meinen Kopf: Aber sollten wir die Sommerferien vielleicht abschaffen? Früher, als unsere Eltern und Großeltern noch die Schulbank drückten, war die Ferienzeit nicht gleich faule Freizeit zum Gammeln und Chillen, sondern viele Schüler mussten daheim mit anpacken. Sei es Zeitungen austragen oder bei dem Arbeiten im Haushalt zur Hand gehen. Vor allem Kinder und Jugendliche, die auf dem Land lebten standen dann in der gleißenden Hitze auf dem Feld zum Getreide ernten und Kartoffeln ausgraben. Damals waren die Ferienn zwar noch länger, aber die Mehrheit der Leute besuchte die Volksschule und zu Hause anpacken war zum Überleben wichtig.

Viel vergessen, wenig lernen

Heute, wo man Kühe aus dem Zoo kennt und Kartoffeln im Supermarkt "wachsen", sieht das natürlich anders aus. Statt der riesigen sechseinhalb-wöchigen Unterbrechung, in der man viel vergisst und wenig lernt, könnten ja ganz modern die Pfingst- und Herbstferien aufgepolstert werden. Zeit zur Erholung sollte ja genug sein, aber mal ehrlich: Richtig kaputt sind wird doch Ende Juni, Anfang Juli und da ist der Akku so was von leer – da brauchen wir Ferien, nicht wenn schon die ersten Blätter fallen!

 Die Hessen und Nordrhein-Westfalener wissen das und haben ihre großen Ferien richtig gelegt. Aber die Schwaben und Bayern lassen gestresste Schüler und ausgebrannte Lehrer lieber unbeirrt über Vergleichsarbeiten in überlasteten G8-Klassen schwitzen. Da heißt es Ventilator statt Badehose einpacken...


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