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Glück in der Schule?

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Vor kurzem bin ich auf einen Artikel gestoßen: An manchen Schulen wird jetzt das Schulfach "Glück" unterrichtet. Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn doch sehr irritiert war. Schließlich hatte ich die glücklichsten Momente in den letzten Jahren doch eher selten in der Schule, vom bestandenen Abitur einmal abgesehen. Glücklich war und bin ich, wenn ich abends mit meinen Freunden weg gehe, im Winter in den Bergen unterwegs oder an einem schönen Tag mit denen, die mir wichtig sind, am See bin. Mit Schule hat das ungefähr so viel zu tun, wie das Freitagabendprogramm mit einem Kirchenbesuch.

 

Doch vielleicht ist ja genau das der Gedanke, der hinter dem skurrilen Schulfach steckt. Warum sollte man sich nur außerhalb der Schule wohl fühlen, verbringt man doch den halben Tag mit den geliebten Lehrern? Interessiert habe ich den Artikel weiter gelesen. Selbstbewusster sollen die Schüler durch den Unterricht werden. Nun gut, an Selbstbewusstsein hat es mir in meiner Schulzeit eher selten gefehlt.

 

 

Zielstrebig schadet nicht

Doch dann stieß ich auf Begriffe wie "zielstrebig" und "wissen, was man will". Da sah es bei mir eher düster aus, als ich noch zur Schule ging. Gut, ich wusste, dass ich im Unterricht sitze, um später einen tollen Beruf zu bekommen, doch weiter gingen meine Pläne lange nicht. Was das für ein Beruf sein sollte, was man dafür tun musste und welche Studiengänge dafür erforderlich sein würden, waren Dinge, über die ich mir nur wenige Gedanken gemacht habe.



Auch der Schulbesuch selbst war, zumindest in der Mittelstufe, eher widerwillig. Natürlich war mir klar, dass der Unterricht irgendwie wichtig sein musste, doch auch die Aussicht, in zehn Jahren einen Beruf ausüben zu können, der lukrativ sein und mir gefallen würde, war nicht wirklich ein großer Anreiz. Zehn Jahre ist noch weit weg, also warum nicht jetzt das Leben genießen? Später ging ich dann wegen den Klassenkameraden zur Schule, doch einen richtigen Plan für meine Zukunft hatte ich noch immer nicht. Je näher das Abitur rückte, desto wichtiger wurde es, zu wissen, was nach der Schule kommen sollte. Doch viele meiner Freunde gerieten irgendwann in Panik, weil sie viel zu spät begonnen hatten, nach einem Studienplatz oder einer Zivistelle zu suchen.

 

Selbstbewusster werden

Wenn der Inhalt des neuen Schulfachs "Glück" einem helfen sollte, nicht nur in den Tag hinein zu leben, ist die Idee wohl doch nicht so weltfremd. Zu wissen, warum man in die Schule geht, rechtzeitig dafür zu sorgen, danach weiterzukommen und den Sinn zu erkennen, sind Dinge, die mir oft gut getan hätten. Wenn die Schüler lernen, mit sich selbst zufrieden und glücklich zu sein und dadurch selbstbewusster werden, wird ihnen das wohl kaum schaden. Wenn man die Zeit in der Schule nicht nur absitzt, sondern auch nutzen kann, um die Persönlichkeit zu stärken, ist das sicher etwas Hilfreiches. "Glück in der Schule" -  warum nicht?


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