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Schrecklich schöne Schulzeit

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Jubelnd strecke ich die Arme in die Luft und drehe ich mich im Kreis. Die anderen machen mit, öffnen Sektflaschen und grölen den Lehrern ihr so angepriesenes "Abi, Abi, Abituuuuur" zurück ins Gesicht.

Der Weg zu den Wertwiesen: Unzählige Abiturienten, Polizisten, Sonne, Musik, Freunde, Abschluss-T-Shirts und der geliebte Gedanke daran, dass das quälende Lernen nun endlich ein Ende hat. Es war ein unglaublich erfrischendes, neues Gefühl, endlich ein bisschen mehr Freiheit erlangt zu haben. Diese Freiheit zeigte sich auch in den darauffolgenden Schulwochen.
 

Freiheit

Wer wie oft fehlte, konnte nicht mehr genau nachgewiesen werden. Unsere Aktivitäten an den Wochenenden und unter der Woche wurden schnell vergessen. Und so oft wir uns auch über das Bildungsministerium aufregten, weil es uns nach den schriftlichen Prüfungen noch Klausuren schreiben ließ, es änderte nichts. Unser Kopf wurde weiterhin gefordert, zwar nur in kleinen Mengen aber die gefeierte Freiheit war doch noch nicht ganz erreicht. Es wurde gelernt und getanzt, und plötzlich waren zwei Monate vorbei.

Ich sitze schweißgebadet im Auto. Der Tag der Zeugnisübergabe. Meine 13 Schulbücher, die ich nur mit viel Aufwand zusammensammeln konnte, kann ich gerade so tragen und die Aufregung steigt mir rot zu Kopf. Auch die anderen Mitschüler, die ich heute ein letztes Mal versammelt in der Schule sehe, sind nervös als wir alle die Aula betreten.
 

Zeugnisvergabe

Es wird uns etwas übergeben, wofür wir die vergangenen zwei Jahre geschuftet haben. Vor allem in den Monaten vor dem schriftlichen Abitur haben wir uns verbarrikadiert und abgeschottet. Und als ich den lilafarbenen Brief in der Hand halte, der in den nächsten Jahren mein Leben bestimmen soll, frage ich mich warum ich so viel darauf gelernt habe. Aber mit diesem Gedanken bin ich nicht allein. Ich bin ein weiteres Mal froh darüber, zu einer Gemeinschaft zu gehören. Dass diese Gemeinschaft nun ein Ende hat, und ich meinen eigenen Weg gehe, daran kann ich mich noch nicht gewöhnen.

Aber so ist das im Leben, alles geht vorbei – auch die schrecklich-schöne Schulzeit.

[Hier] geht es zu Teil 1 von Ann-Maries Abiserie.
[Hier] geht es zu Teil 2 von Ann-Maries Abiserie.

 

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