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Berufliche Stärke und soziale Verantwortung

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Royale Klänge ertönen. Die Musiker der Würth-Band intonieren "Land of hope and glory“, die heimliche britische Nationalhymne. Es geht feierlich zu bei der Graduierungsfeier der Fakultät Technik und Wirtschaft des Campus Künzelsau der Hochschule Heilbronn. "Sie sind heute unsere Stars“, begrüßt Dekan Professor Dr. Thomas Bezold die 128 Absolventen in elf Studiengängen, die im Sommersemester ihr Studium erfolgreich beendet haben. Mit Carmen Würth und dem Namensgeber des Campus Künzelsau Reinhold Würth ist auch hoher Besuch in die Stadthalle gekommen.

Neugierde bewahren

"Sie starten unter glänzenden Bedingungen in ihr Berufsleben“, betont Bezold mit Blick auf die gute Wirtschaftslage in Deutschland und in der Region. "Wir haben gleich zwei Absolventen des Studiums der Elektrotechnik angestellt“, sagt Ralf Sturm. "Und der gehört auch zu uns“, ergänzt der Personalchef von EBM-Papst, als der Wirtschaftsingenieur Cornelius Burkert seine Urkunde überreicht bekommt.

Carmen Würth, die bei der Graduierungsfeier die Festrede hält, rückt die emotionale Seite in den Blickpunkt. "Für mich ist neben dem fachlichen Rüstzeug genauso wichtig, dass sie eine Persönlichkeit werden“, betont die Unternehmersgattin. "Dazu sind für mich Demut und Respekt und Verantwortung im sozialen Bereich unverzichtbar“, unterstreicht Carmen Würth. "Bleiben Sie neugierig und bewahren Sie sich ein Gefühl von Sehnsucht“, gibt sie den Absolventen des Campus Künzelsau mit auf den Weg.

Verlorene Umgangsformen

Im anschließenden Interview mit der Studentin Elinda Shala und Moderatorin Bernadette Schoog fordert die 81-jährige auch eine andere Führungskultur in Unternehmen. "Wir brauchen Führungskräfte, die wissen, wo es langgeht. Aber wenn wir es nicht schaffen, die Menschen mitzunehmen, dann läuft etwas schief“, betont Carmen Würth. Sorgen macht sie sich um den guten Umgang miteinander. "Hier ist viel verloren gegangen“, kritisiert sie. Musik, Literatur und "viele wunderbare Philosophen“ seien gute Lehrmeister, die dabei helfen können, das Verlorene zurückzugewinnen.

Um dies anschaulich zu unterstreichen hat Carmen Würth einige Bücher aus ihrer Bibliothek Frau Holle in Künzelsau mitgebracht. Darunter sind Werke von Wilhelm Leibnitz, Immanuel Kant, Ashley Cooper und Gerhard Hüther. "Wir werden die Bücher bestellen und in unsere Bibliothek aufnehmen“, verspricht Thomas Bezold am Ende eines beeindruckenden Auftritts.

Positives Urteil

Beeindruckend ist auch die Karriere von Nadine Philippin, die die Absolventenansprache hält. Sie hatte nach dem Realschulabschluss zunächst eine Ausbildung absolviert und einige Jahre Berufserfahrung gesammelt. Dann musste zunächst die Fachhochschulreife nachgeholt werden, ehe sie Wirtschaftsingenieurwesen studieren konnte. "Das ganze Vorhaben glich nicht der Besteigung des Feldbergs, sondern eher der des Mount Everest“, erinnert sich Nadine Philippin. Dennoch fällt ihr Urteil positiv aus. "Ich bereue nichts, nicht einen Schritt, nicht einen einzigen Augenblick“, betont sie. Philippin lobt am Campus Künzelsau vor allem die "familiäre Atmosphäre und die kleinen Semestergruppen“.

Als Erinnerung an den feierlichen Abend gibt es von der Hochschule neben den Urkunden eine Powerbank und einen Antistressball, die Stadt übergibt ein Handtuch mit der Aufschrift: in Künzelsau studiert. Auch Carmen Würth hat etwas mitgebracht. Jeder Absolvent bekommt eine Papierrolle mit der legendären Geschichte "Das Kaffeehaus in Surat“. Eine besondere Erinnerung an einer ganz besonderen Graduierungsfeier.

 

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