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"Jugend testet" gewonnen

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Eltern kennen das: Die Kinder hängen andauernd die Köpfe. Nicht, weil sie traurig sind, sondern um auf ihr Smartphone zu starren.

Apps auf Prüfstand

Das Smartphone dann zumindest kindgerecht machen, die Nutzungsdauer einschränken und die Kinder vor bestimmten Webinhalten schützen, das erhoffen sich Eltern von sogenannten Kindersicherungs-Apps. Doch halten die, was sie versprechen? Das wollten Johannes (15) und Sebastian Engbert (17) aus Belsenberg wissen. Mit ihrem App-Test haben sie beim bundesweiten Wettbewerb "Jugend testet“ der Stiftung Warentest teilgenommen – und gewonnen. 

Auf das Thema sind die Schüler über ihre eigenen Erfahrungen gekommen: "Mir ist schon lange aufgefallen, dass Jugendliche in meinem Alter viel Zeit am Handy verbringen – zu viel Zeit“, sagt Sebastian. Und auch sein kleiner Bruder Johannes habe so viel am Handy gehangen, dass ihre Eltern über eine solche App nachgedacht haben.

Für die Ausarbeitung des Themas für "Jugend testet“ hatten die beiden dann nur etwa einen Monat Zeit. "Wir waren spät dran, das war schon knapp“, sagt Sebastian. Schließlich mussten sie sich zunächst mit 56 gefundenen Apps beschäftigen und eine Auswahl für den Test treffen.

Auserwählt

Nicht willkürlich, sondern nach Bedingungen, die eine solche App unbedingt erfüllen sollte – darunter die Beschränkung der Nutzungszeit, Webfilter und eine Online-Plattform für die Eltern, über die diese Einstellungen für das Kind vornehmen können. Sechs Apps haben es schließlich in den eigentlichen Test geschafft und wurden vielschichtig auf Sicherheit, Handhabung und Service untersucht. Ihre Testmethode und -ergebnisse müssen alle Wettbewerbs-Teilnehmer dann schriftlich und grafisch ausarbeiten und einreichen.

Dass Johannes und Sebastian ihren Test in der Kürze der Zeit geschafft haben und den ersten Preis absahnen konnten, verdanken sie – da sind sie sich einig – vor allem der Unterstützung "unserer tollen Eltern“ und der Freien Schule Anne-Sophie, "die uns zwei Tage freigestellt hat“. Dass Sebastian ein alter Hase im Testen ist, hat ebenfalls seinen Teil beigetragen: Zum dritten Mal hat er 2019 am Wettbewerb teilgenommen und kann nun zwei Siege und einen zweiten Platz vorweisen.

2015 hat er über seine damalige Wirtschaftskundelehrerin zum ersten Mal von "Jugend testet“ gehört. 2016 folgte die Teilnahme, bei der er mit drei Schulkameraden Radiergummis unter die Lupe nahm. Damit war er endgültig mit dem Testfieber infiziert – und nun scheint es auch auf seinen Bruder Johannes übergegriffen zu haben. Der große Bruder ist dabei durchaus auch Vorbild: "Ich bewundere sein Können und seine Disziplin“, sagt Johannes. 

Im Testfieber

Auf die Frage, ob er wieder mitmachen wolle, antwortet er mit einem deutlichen "Ja, auf jeden Fall.“ Technisch sei er jedoch weniger interessiert als sein Bruder. Deshalb würde er beim nächsten Mal gerne ein konkretes Produkt testen, keine Dienstleistung wie die App. "Wir haben auch schon eine Idee“, sagt Johannes. Doch mehr wollen die beiden noch nicht verraten.

Aber was macht den Reiz am Testen aus? "Mich begeistert, dass viele Fähigkeiten geschult werden“, sagt Sebastian, wie etwa "kritisches Denken, analytisch vorzugehen, Prozesse zu planen und zu dokumentieren“. Ob man nun Klassenkameraden den besten Radiergummi empfehlen könne oder dem Physiklehrer, der unter dem sogenannten Maus-Arm leidet, die beste ergonomische Computer-Maus: "Der praktische Nutzen fasziniert mich auch.“

Und die Kindersicherungs-Apps? Welche sind nun zu empfehlen? "Am besten abgeschnitten haben die Apps von bekannten Viren-Software-Herstellern“, erklärt Sebastian. Immerhin vier der sechs Apps seien zu empfehlen. Zwei waren aus Sicht der jungen Tester mangelhaft

 

 

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