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Preis für digitales Lehr-Projekt

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Digitales Lernen und Lehren sowie interkulturelle Kommunikation zu vermitteln und dadurch einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten – das ist das Ziel eines Lehrprojekts, das die Heilbronner Wissenschaftlerin Professor Claudia Finkbeiner an der Universität Kassel ins Leben gerufen hat.

Ausgezeichnetes Projekt

Dieses Projekt läuft so erfolgreich, dass es nun mit dem Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre 2019 ausgezeichnet wurde. Für den zweiten Platz erhielten Claudia Finkbeiner und ihr Team 30 000 Euro. Diese Mittel wurden für den weiteren Ausbau des Projektes und die Rückbindung in die Lehre zur Verfügung gestellt. 

Bei dem englischsprachigen Lehrprojekt "Online Educational Initiatives“ (Online Bildungsinitiativen) geht es darum, deutsche und internationale Studierende in Deutschland sowie jüdische und arabische Lehramtsstudierende in Israel in einem virtuellen Klassenraum zusammenzubringen. Dort entwickeln sie in Kleingruppen von sechs Personen Bildungsideen, die sie online vermitteln sollen. Das können Fremdsprachen sein, die Frage, wie man junge Menschen motiviert, Bildungsangebote im Internet zu nutzen, oder die Evaluation der Bedingungen von Übergewicht bei Kindern im internationalen Vergleich. 

Zusammenhalt stärken

"Die wöchentlichen Treffen finden in Online-Konferenzräumen statt, an denen Studierende aus Deutschland und Israel teilnehmen“, berichtet Claudia Finkbeiner. Das Spannende sei vor allem der Austausch zwischen jüdischen und arabischen Studierenden, denn in Israel gebe es auch einen hohen Anteil an arabischen Studenten.

Neben der anspruchsvollen inhaltlichen und technischen Arbeit an Bildungsthemen, die für die Lehre an Schulen und Hochschulen genutzt werden soll, nimmt der interkulturelle Aspekt bei dem Projekt breiten Raum ein. "Hier werden Vorurteile und Ressentiments abgebaut, das ist das Wichtigste, was wir tun können“, sagt Finkbeiner auch mit Blick auf den wachsenden Antisemitismus in Deutschland. Die interkulturelle Zusammenarbeit verschaffe den Teilnehmern einen "differenzierteren Blick auf die Welt“, sagt sie. Bei den Treffen sollen Politik und Religion zwar keine Rolle spielen. Dennoch wird Rücksicht auf Gebetszeiten, Sabbat oder Feiertage genommen.

Pläne für Deutschland

Finkbeiner kooperiert mit ihrem 2013 ins Leben gerufenen Lehrprojekt mit vier israelischen Universitäten, regelmäßige Austauschbesuche stehen auf dem Programm. Das didaktische Konzept werde in Israel seit Jahren an rund 100 Schulen angewendet, sagt die Heilbronnerin. "Wir wollen das auch an deutschen Schulen machen“, hat Finkbeiner große Pläne.

In Kassel startet demnächst ein Pilotprojekt. Zudem hat sie bei der Robert-Bosch-Stiftung einen Antrag auf Förderung gestellt, um das Lehrprojekt in die Fläche zu bringen. Der Exzellenzpreis des Landes Hessen sei dabei hilfreich. Schüler könnten von diesem Projekt nur profitieren, ist Finkbeiner überzeugt: "Sie lernen kulturell, digital, und sie nutzen ihre Sprache“, sagt die Professorin für Fremdsprachenlehr- und -lernforschung und interkulturelle Kommunikation. 

 

 

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