Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Ausgezeichnete Kunst

Übersicht

Mit dem Zug fährt Thi Mai Tram Huynh eher selten. Die Szene, die sich die 14-jährige Gymnasiastin für den Kunstwettbewerb "jugend creativ“ ausgedacht hat, wirkt indessen wie aus dem Leben gegriffen. In einer großen Stadt, vielleicht Berlin oder New York, sitzen fünf jugendliche Musiker unterschiedlicher Nationalitäten lässig im "Jazz Train“ und lassen Saxophon, Kontrabass, Trompete sowie Becken erklingen. 

Erfolge und Preise

Nicht nur ihr "inniges Musizieren“, bei dem sie "den Betrachter gar nicht zu bemerken“ scheinen und "ihre ganze Leidenschaft dem gemeinsamen Sound widmen“, hat die Jury der Volks- und Raiffeisenbanken beeindruckt. "Die aquarellierte Fineliner-Zeichnung überzeugt durch die lebendig ausgestalteten Charaktere und die feine Kolorierung.“ Mit ihrer Arbeit holte sie nicht nur einen der Landessiege. Bei der Preisverleihung im Europapark Rust wurde ihr zudem der zweite Platz auf Bundesebene zugeschrieben.

Für die zurückhaltende Schülerin, die damit im Februar den Ortspreis über die Volksbank Möckmühl geholt hatte, ist es nicht die erste Auszeichnung bei dem kunst-kreativen Wettbewerb. So hatte sie 2017 in einer Gruppe von Freundinnen mit einem Stopp-Motion-Trickfilm zum Thema Freundschaft schon einmal den Bundespreis gewonnen. Zudem war sie mit einem Bild auf Ortsebene erfolgreich. 2018 ging sie zum Thema Erfindungen an den Start und 2019 zu "Musik bewegt“. 

Ideenfindung

Für ihr neuestes Werk hat sie "ziemlich lange überlegt“: Wo könnten verschiedenste Leute zusammenkommen? Und wo könnten sie mit ihrer Musik noch mehr Menschen erreichen? Der "Jazz Train“ lag ziemlich nahe. Zumal er ihrer Neigung, Personen zu zeichnen, deutlich entgegenkam. Mit einigen kleinen Skizzen für die Figurenkompositionen hat sie auf normalem Papier angefangen, diese dann am Lichttisch auf Wasserfarbenpapier abgepaust, um daraus eine richtige Bleistiftskizze zu erstellen.

An mehreren Tagen nach Schule und Hausaufgaben hat die Schülerin mit vietnamesischen Eltern, die schon seit Jahrzehnten in Möckmühl zu Hause sind, daran gearbeitet. Zur Wirkung der Kunst, bei deren Entstehung sie immer Musik hört, sagt sie: "Das ist ziemlich beruhigend: Dabei kann ich vieles verarbeiten und der Kreativität freien Lauf lassen.“ Bilder haben es Thi Mai Tram Huynh schon ihr ganzes Leben angetan. Ihre Mutter erinnert sich, dass sie bereits als Kind versucht hat, so detailgetreu wie möglich zu malen. Abstraktes ist dagegen nicht so ihr Ding. 

Kunst im Blut

Dass das Jagsttal-Gymnasium die Beteiligung am Wettbewerb "jugend creativ“ fördert, findet die 14-Jährige sehr gut. Bisher wurden die Bilder, die sie eingereicht hat, auch immer benotet. Von der Schule war Thi Mai Tram Huynh auch für die Kinderakademie nominiert worden, während der sie in insgesamt zwei Wochen vertiefende und auch praktische Einblicke in Malerei und Skulpturen bekommen hat.

Kein Wunder, dass Bildende Kunst Thi Mai Tram Huynhs Lieblingsfach am Gymnasium ist. Ob die Achtklässlerin, die seit ihrem siebten Lebensjahr auch Klavier spielt, später daraus einen Beruf machen möchte? Schon vorstellbar, aber "darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht“. 

Mit Maschinenbaustudentin Thi Mai Hien (24) und Abiturientin Thi Mai Khanh (18) hat die Möckmühlerin hervorragende Vorbilder. Die Schwestern sind in Sachen bildender Kunst sehr kreativ. So kann auch Thi Mai Khanh einen Landes- und einen Bundespreis ihr Eigen nennen. Folglich ähneln der Wohn- und Essbereich sowie der Flur im Einfamilienhaus der Familie einer Kunstgalerie mit Wechselausstellungen. Ihre Mutter versichert schmunzelnd: "Bilder müssen wir keine kaufen.“

 

 

Galerien

Regionale Events