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Erfolgreich aus Leidenschaft

Übersicht

Mal eben 400 Kilometer nach Halle an der Saale fahren, unter den musikalisch Besten im ganzen Land vordere Plätze und Spitzenwertungen der Jury abräumen und wieder zurück ins Jagsttal kommen. So nüchtern könnte man umschreiben, was das zehnköpfige Sängerteam der Musikschule Möckmühl und seine Begleiter Anfang Juni absolviert haben. 

Erfahrung

Schließlich hat man hier ja schon reichlich Erfahrung mit der erfolgreichen Teilnahme am Wettbewerb "Jugend musiziert!. Doch auch rund einen Monat später leuchten die Augen noch und das Grinsen wird breit, wenn sich die Gesangslehrerinnen Regine und Lisa Böhm und ihre Schülerinnen an den Wettbewerb erinnern.

Schließlich ist es für die jungen Sängerinnen bereits ein großer Erfolg, es über die Entscheide auf Landes- und Regionalebene bis in den Bundeswettbewerb geschafft zu haben. In diesem Jahr hatten sich aber gleich sechs Schülerinnen im Bereich Pop und zwei Vokalensembles im Bereich Klassik für die Endrunde qualifiziert – und holten dort ausnahmslos erste, zweite und dritte Plätze. Anna Baumbach und Madeleine Rath sicherten sich zudem einen ersten Bundespreis, Rath sogar mit der höchsten erreichbaren Wertung von 25 Punkten.

Einordnung

"Wir haben hier teilweise echte Multitalente", sagt Regine Böhm stolz. Jasmin Kuhfeld zum Beispiel, die mit den Wertungen in Popmusik sowie klassischem Ensemblegesang im Terzett und im Quartett gleich drei Bundespreise einheimste. Beim Pop sei die Konkurrenz groß gewesen, sagt Kuhfeld. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl habe es diesmal sogar zwei Jurys gegeben. Eben diese Jury, die immer neu zusammengestellt wird, sowie die wechselnden Anforderungen machten selbst dann jedes Wertungssingen zu etwas Besonderem, wenn man "schon einige Preise daheim über dem Klavier hängen" hat, wie Amelie Baierl zugibt. 

Ein wichtiger Aspekt ist aber auch das Gemeinschaftsgefühl, das laut Baierl bei den Wettbewerben gestärkt werde: "Man trifft sich, lernt sich noch besser kennen und unterstützt sich auch gegenseitig", sagt sie. Und man unternimmt etwas zusammen, etwa einen Ausflug nach Leipzig. "Beim Besuch des Völkerschlachtdenkmals haben wir spontan was gesungen. Auf der Empore ist eine fantastische Akustik", erzählt Alexa Rein. So ist auch jede Teilnahme selbst bereits ein Gewinn für ihre Schülerinnen, findet Regine Böhm: "Schon die Vorbereitungszeit bringt jeden weiter, man sieht, wie andere singen und kann durch die sich ändernden Anforderungen auch mal etwas Neues ausprobieren."

Gerade der Popgesang lasse einen großen individuellen Spielraum, während die Klassik festen Vorgaben folge, die erfüllt werden müssen. So hat jedes der Mädchen sein favorisiertes Genre. Siri Bornschein etwa sieht ihre Stimmfarbe eher für den klassischen Bereich geeignet, weniger für Pop – eine Einschränkung, der ihre Mitschülerinnen vehement widersprechen. Man pusht sich eben auch gegenseitig.

Leidenschaft zum Beruf

Ob sie ihre Leidenschaft einmal zum Beruf machen möchten, da sind sich die Preisträgerinnen noch nicht sicher, obschon die Aufgabenbereiche vielfältig sind – in der Musikpädagogik, der Musiktherapie oder Logopädie etwa. Vielleicht kommt aber auch der große Durchbruch als eigenständiger Künstler. Denn ab der Altersklasse III muss beim Bundeswettbewerb ein selbst geschriebenes Lied vorgetragen werden. Eine Disziplin, die Madeleine Rath liegt: "Ich schreibe sehr gerne eigene Sachen", erzählt sie.

Aufeinander aufbauend

"Meistens habe ich zuerst eine Melodie, dann schreibe ich den Text und später die zweite Stimme. So baut alles aufeinander auf und steigert sich langsam."  Aber selbst, wer später nichts beruflich mit seinem Gesangstalent mache, sagt Musikschulleiterin Monika Horn, "der hat sein Leben lang ein tolles Hobby."

 

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