Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Jung, erfolgreich, Maler

Übersicht
Es ging ihm so, wie es manch anderem Jugendlichen während seiner Schulzeit einmal geht: Die Frage, was nach der Schule folgt, kommt meistens viel zu früh. "Ich wusste nie so richtig, was ich machen sollte", sagt Kim Foss mit einem Schmunzeln. Nach dem Realschulabschluss nicht und auch nicht, nachdem der 20-Jährige über das Berufskolleg in Künzelsau die Fachhochschulreife erlangt hatte.

Am Ende wurde es eine Ausbildung als Maler und Lackierer im Betrieb des Vaters und des Onkels. Na klar, könnte da manch einer denken. Wer keine Ahnung hat, der setzt sich ins gemachte Nest. Dem 20-jährigen Weißbacher wird man damit jedoch in keinster Weise gerecht. Denn das Ergebnis kann sich sehen lassen: Er wurde jetzt erster Kammersieger der Handwerkskammer Heilbronn-Franken. Ganz stolz posiert Foss neben dem Werkstück zu seiner Gesellenprüfung, in der Hand die Urkunde. "Es war ein hartes Stück Arbeit, aber am Ende habe ich mich riesig gefreut."
 

Extraschichten für fabelhaftes Zeugnis

Gewissenhaft und mit viel Engagement hatte er sich auf die Aufgabe in seiner Gesellenprüfung vorbereitet. Die Extraschichten haben sich gelohnt und sein Chef hat auch einen Anteil daran. "Als klar war, dass ich an dem Wettbewerb teilnehmen werde, hat mich mein Vater oft nach Feierabend dazu motiviert, noch etwas länger zu machen, um mich für die Prüfung vorzubereiten." Diese bestand daraus, insgesamt fünf Platten zu bearbeiten – zum Beispiel streichen, lackieren oder tapezieren. Vier dieser Platten müssen die angehenden Gesellen jeweils mit der gleichen Technik gestalten. Bei der Auswahl der fünften Technik sind sie frei. Foss entschied sich für eine Lackierung mit Reißlack, bei der sich – wie der Name schon sagt – Risse im Lack bilden. "Das war alles sehr aufwändig und hat viel Übung erfordert", sagt Foss. Eine 1,3 für das Werkstück und insgesamt eine 1,0 im Abschlusszeugnis können sich sehen lassen.

Genau so gewissenhaft und akribisch, wie der Malergeselle in seinem Beruf zu Werke geht, so ist er auch in seiner Freizeit. "Fußball nimmt in meinem Leben einen großen Platz ein." Mit der SGM Weißbach/Niedernhall ist er in den letzten beiden Spielzeiten jeweils aufgestiegen, spielt jetzt in der Bezirksliga. Das ist auch der Grund, warum er am Wochenende oft schon im Bett liegt, während die Freunde noch unterwegs sind.
 

Nächster Schritt: Meisterschule

Die sind Foss mindestens genau so wichtig, wie der Fußball. Und natürlich nicht zu vergessen: seine Freundin. "Neben der Arbeit alles unter einen Hut zu bringen ist manchmal schwierig." Am liebsten nimmt er sich Zeit für alle gemeinsam – und das sehr gerne im Sommer am See. Mit seiner Berufswahl ist Foss im Nachhinein sehr zufrieden. "Die Arbeit ist sehr vielseitig, von uns wird immer mehr verlangt." Während viele den Malerberuf nur mit dem Streichen oder Tapezieren von Wänden in Verbindung bringen würden, ist das Portfolio in den letzten Jahren gewachsen. "Böden verlegen, Arbeiten am Putz verrichten, Estrich legen oder Decken installieren gehört alles dazu", sagt der 20-Jährige.

Der nächste Schritt in seinem Berufsleben ist schon geplant. Im Herbst geht es auf die Meisterschule. Innerhalb von zwei Jahren will er sich dann nicht nur berufsspezifisches, sondern auch überfachliches Wissen aneignen. "Man kann den Meister in einem oder in zwei Jahren absolvieren. Wer die längere Variante wählt, bei dem steht auch vermehrt Betriebswirtschaft auf dem Stundenplan." Das wird auch nötig sein. Schließlich will Kim Foss irgendwann gemeinsam mit seinem Cousin das Ruder im Betrieb übernehmen und die Geschicke auch in der dritten Generation erfolgreich lenken.
                               

Galerien

Regionale Events