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Deutschlands bester Materialprüfer

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Ruhig, zurückhaltend und zielorientiert, so zeigt sich Lukas Herrmann im Gespräch. Dabei hätte der 26-Jährige jedes Recht, zu prahlen. Denn der Werkstoffprüfer mit Fachrichtung Wärmebehandlungstechnik hat seine Ausbildung nicht nur als bester Auszubildender im Bereich der Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken abgeschlossen, sondern bundesweit. 96 von 100 möglichen Punkten hat der Eppinger erreicht. Wie er das geschafft hat? „Mit Fleiß und Ehrgeiz, der Freunde am Lernen und mit Interesse am Beruf“, sagt er. 

Rund zweieinhalb Jahre wurde Herrmann bei der Eppinger Firma H+W Härte- und Werkstofftechnik ausgebildet. Zuvor hatte er dort mit einem Jahresvertrag gearbeitet und in den Semesterferien immer wieder dort gejobbt.

Student wird Azubi

Für die Ausbildung hat er sich ganz bewusst entschieden, sagt er: „Irgendwann habe ich gemerkt, dass mein Studium der Fahrzeugtechnologie nicht so zielführend ist und deshalb habe ich mir, als ich mich wieder um einen Ferienjob beworben habe, gedacht, ich frag mal nach einem Ausbildungsplatz.“ Dabei kam ihm zugute, dass er während seines Studiums bereits Vorlesungen in Werkstofftechnik und Konstruktion belegt hatte. 

H+W-Geschäftsführer Matthias Grieger überlegte nicht lange und stellte Herrmann ein. „Wir bilden nicht aus, damit wir ausgebildet haben, sondern wie nehmen nur Bewerber, die zu uns passen“, sagt er. Dass Herrmann sein Studium abgebrochen hat, ist für Grieger kein Thema. „Wir haben gute Erfahrungen mit Studienabbrechern gemacht, fast alle haben in der Vergangenheit ihre Ausbildung mit Auszeichnung abgeschlossen.“

Für Herrmann findet der Chef nur lobende Worte. „Ich habe über ihn von allen Seiten nur Gutes gehört.“ Herrmanns Ausbilder Mathias Winzig bestätigt das: „Lukas ist lernwillig, kann selbstständig arbeiten und hat sich auch manches selbstständig beigebracht, so dass ich ihm oft Aufgaben gegeben habe, die er viel schneller erledigt hat als ich gedacht habe.“ Dass Herrmann so erfolgreich abgeschlossen hat, freut Winzig. „Natürlich ist man als Ausbilder stolz, man kann auch was mitnehmen, bekommt ein Feedback.“

Welches Juwel er da unter seinen Fittichen hatte, war Winzig früh klar: „Ich habe schnell gemerkt, dass man ihm viele Sachen nicht mehr beibringen musste, weil er es schon wusste.“ Das führt Herrmann auf sein Studium zurück. „Da ich vorher studiert habe, war ich jetzt schon sehr ehrgeizig und wollte meine Ausbildung erfolgreich durchziehen.“

Glänzende Zukunft

Von seiner Firma wurde Herrmann in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen. Er plane, sagt Grieger, Herrmann in Richtung Fertigungsleitung aufzubauen. „Unser Fertigungsleiter ist noch relativ jung, doch ich könnte mir vorstellen, Lukas Herrmann zunächst als Assistenten einzusetzen und später auf dem Posten des Betriebsleiters eine Doppelspitze zu etablieren.“ 

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