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Der Geruch von Asphalt

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Es stinkt nach Asphalt, Staubwolken steigen auf. Ein Baustellenschild markiert die Arbeitsstelle von Rahzwan Rahim. Er macht eine Ausbildung zum Straßenbauer und beginnt gerade sein drittes Lehrjahr bei der Firma Schneider. Ohne Leute wie ihn würden wir wahrscheinlich noch auf Trampelpfaden umherirren und durch unzählige Schlaglöcher fahren. Leute wie er sind wichtig, damit wir mit Autos, Bussen und zu Fuß bequem und schnell von A nach B kommen. 

Nicht nur Straßen asphaltieren

Der Job ist vielfältig, "doch wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich nur asphaltieren. Im Winter ist es schön warm“, scherzt der 22-Jährige. Aber Rahim asphaltiert nicht nur Straßen, auch wenn ihm das am meisten Spaß an seiner Arbeit macht. Derzeit arbeitet er auf einer kleinen Baustelle in der Altstadt in Öhringen. Zwischen dem Pfründnerhaus des ehemaligen Spitals und dem Bach Ohrn entsteht ein gepflasterter Bereich mit Beeten und Grünflächen. Dort können sich ältere Menschen, die im Spital untergebracht sind, beschäftigen und Pflanzen anbauen.

Vor Ort muss Rahzwan Rahim unter anderem Einlaufschächte einbauen, damit das Wasser richtig abfließen kann, oder das sogenannte Schotterplanum herabsetzen. Das ist eine Bodenschicht, auf die später Schotter und Pflastersteine gelegt werden.

Wenn der Regen ausbleibt, ist der Boden extrem trocken. Auf der Öhringer Baustelle wirbelt es massig Staub auf, wenn Rahim den Bagger bedient, um das Schotterplanum tiefer zu setzen. Der Schotter, der nicht gebraucht wird, kommt in einen Graben. Wenn der Boden eben und bereit für den nächsten Schritt ist, greift der Langenbrettacher zum Stampfer. Der ist zum Verdichten da. Doch heute streikt er. "Der Stampfer ist kaputt, er hat schon letzte Woche gesponnen. Irgendetwas stimmt nicht mit der Feder.“

Den Meister machen

Nicht immer läuft alles glatt auf der Baustelle, doch zum Glück gibt es auch noch die Rüttelplatte. Auch sie verdichtet den Boden, ist aber für größere Flächen gedacht. Rahim muss auf die Neigung der Bodenfläche achten. Sie bestimmt die Fließrichtung des Regens. Er spannt eine Schnur quer über die Fläche und prüft so, wo sie noch uneben ist. Danach wird auf ihr eine zwei bis drei Zentimeter hohe Schicht Splitt verteilt. Darauf setzen die Bauarbeiter die Pflastersteine

Darüber hinaus werden im Straßenbau auch Wasserleitungen und Glasfasern verlegt, Kanäle oder Schächte gebaut. In den ersten beiden Jahren hat Rahim alles über den Tiefbau gelernt. Wie verlegt man Steine? Wie setzt man Fugen? Wie entstehen Einfahrten und wozu braucht man Schalungen? Danach hatte er eigentlich eine abgeschlossene Ausbildung zum Tiefbau-Facharbeiter. Doch der 22-Jährige entschied sich, weiterzumachen und noch mehr über Straßenbau zu lernen.

Nach seiner Ausbildung will er ein Jahr lang arbeiten und dann seinen Meister machen. "Dann habe ich die Chance, als Kapo draußen zu arbeiten oder ins Büro zu gehen.“ Doch bevor es so weit ist, muss er an der frischen Luft ran. "Manchmal ist es zu kalt oder zu warm, aber das ist Nebensache“, sagt er. Während der Hitzewelle gingen er und seine Kollegen immer wieder für ein paar Minuten in den Schatten, um etwas zu trinken. "Wenn es zu viel wird, kann man sich auch frei nehmen oder den Hahn aufdrehen und das Wasser über den Kopf leeren“, sagt Rahim und schmunzelt.

Harte Arbeit

In seiner Freizeit geht Rahim gern auf Reisen, liest ein gutes Buch oder trainiert im Fitnessstudio. Muskeln sind in seinem Job hilfreich, denn man muss auch mal anpacken können. "Es gibt manche Stellen, da kommt eine Maschine nicht ran. Dann muss man alles selber machen. Das ist hart.“ 
Trotzdem hat er nach getaner Arbeit noch Power, wenn er abends nach Hause kommt. Auf der Baustelle arbeitet der Auszubildende viel im Team.

 

 

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