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Der kreative Blick

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Farben, Formen und Schriftarten gehören zu Amelie Mayers Alltag. Da sind zum Beispiel diese roten Schirme eines Restaurants, die sie sieht, wenn sie am Arbeitsplatz aus dem Fenster schaut.

Künstlerische Analyse

Andere laufen an ihnen vielleicht jeden Tag einfach vorbei, doch Amelie Mayer ist Mediengestalterin: "Seit ich in dieser Richtung arbeite, habe ich einen ganz anderen Blick auf die Welt. Bei den Schirmen denke ich: Was ist das für eine Farbe? Was ist die Aussage von dem Logo? Ich achte auf Dinge, die mir vorher nicht so aufgefallen sind.“ 

Die 23-Jährige steht nach drei Jahren am Ende ihrer Ausbildung zur Mediengestalterin Digital und Print mit dem Schwerpunkt Konzeption und Visualisierung. Ein- bis zweimal in der Woche besucht sie den Unterricht an der Johann-Jakob-Widmann-Schule, für ihre Praxisphase hat sie die Neckarmedia Werbeagentur in Heilbronn gefunden. "Dieser Job macht mega Spaß, weil er sehr kreativ ist“, erzählt Mayer.

Ihr Tipp für junge Menschen, die sich für die Ausbildung interessieren: Schon bei der Bewerbung kann man sich kreativ zeigen und sie mit einem gewissen Etwas gestalten. "Außerdem sollte man vom Typ her eher unerschrocken sein, viel ausprobieren wollen und selbstbewusst sein.“ 

Grafik und Medien

Vor allem den Auftraggebern gegenüber sei das von großem Vorteil: „Wenn man gut argumentieren und dem Kunden erklären kann, warum man bestimmte Dinge so gemacht hat, kann man mit eigenen Entwürfen besser überzeugen.“

Die Ochsenburgerin hat zuvor eine Ausbildung zum Grafikdesigner an der Kolping-Schule gemacht. Der große Unterschied zwischen Grafikdesign und Mediengestaltung liege darin, dass ihre jetzige Ausbildung mehr Technisches umfasse. So erstelle sie als Mediengestalterin zum Beispiel auch Daten für den Druck.

Neben Kreativität sei es von Vorteil, schon ein paar Grundkenntnisse in den Programmen mitzubringen, mit denen Mediengestalter viel arbeiten. Indesign, Photoshop, Illustrator – wer in seiner Freizeit schon einmal ein bisschen damit herumgespielt hat, habe es in der Ausbildung leichter.

Die Leidenschaft für Mediengestaltung ist Mayer anzusehen, vor allem wenn es um ihre Praxisphase bei der Neckarmedia Werbeagentur geht: "Am Anfang habe ich Aufgaben zugeteilt bekommen, mittlerweile habe ich sogar schon Kunden, die ich eigenständig betreue“, erzählt sie.

Ein Erfolgserlebnis

Stolz sei sie besonders dann, wenn sie ein Logo oder Plakat gestaltet hat, das ihr im Alltag wiederbegegnet. Wenn dann ein Auto mit einem Aufkleber vorbeifährt, den sie selbst entworfen hat, sei das ein tolles Erfolgserlebnis, so Mayer.

Die Vorgehensweise bei einem Auftrag hänge vom individuellen Kundenwunsch ab, "und ob er zum Beispiel schon ein bestehendes Corporate Design hat“, erklärt Mayer. Am Anfang stehe aber immer ein Gespräch. Existieren schon genaue Vorstellungen vom Endprodukt, sei es manchmal schwieriger, die eigene Kreativität mit einzubringen. Meist habe der Kunde dann auch schon ein konkretes Bild im Kopf, "dann kann es vorkommen, dass man erklären muss, warum manche Dinge eventuell technisch nicht möglich sind“. 

Ständige Inspiration

Um gute Entwürfe liefern zu können, sei es in jedem Fall wichtig, sich ständig inspirieren zu lassen, "egal ob man auf dem Nachhauseweg ist oder grade beim Arzt sitzt“ – Inspiration könne einem überall begegnen.

Am Ende ihres kreativen Prozesses steht dann ein Produkt, das etwas aussagen soll. "Im Grunde hat alles, was wir machen, etwas mit Kommunikation zu tun. Mit einer Webseite, einem Logo oder Plakat zeigt man, wer man ist und was man macht. Es ist faszinierend, was allein schon eine bestimmte Farbe oder Schrift bewirken kann.“ 

 

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