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Umgang mit Kindern

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Dass sie in ihrem Job unbedingt etwas mit Kindern machen wollte, das wusste Alicia Ungerer schon früh. "Mein Bruder ist acht Jahre jünger als ich. Als er in den Kindergarten kam, bin ich in den Schulferien immer freiwillig mitgekommen, um dort auszuhelfen“, erinnert sich die 19-Jährige.

Abwechslungsreiche Arbeit

Seit September 2017 ist die Hüffenhardterin in der Ausbildung zur Kinderpflegerin. In den ersten zwei Jahren war sie an vier Tagen der Woche in der Albert-Schweitzer-Schule Sinsheim, an einem Tag in der Katholischen Kindertagesstätte St. Josef in Heilbronn. Im dritten Jahr steht das Berufspraktikum an. Um den Kita-Alltag schon jetzt intensiv mitzuerleben, hat Alicia die Ausbildung vorübergehend pausiert, macht ein Langzeit-Praktikum in der Kita St. Josef. "In meinem ersten Ausbildungsjahr war ich hier in der Kinderkrippe bei den Ein- bis Dreijährigen. Jetzt bin ich eine Etage höher, wo ich mich um die drei- bis sechsjährigen Kinder kümmere.“ 

Wo es ihr besser gefällt, kann die Auszubildende schwer sagen: "Ich bin einfach gerne mit Kindern zusammen, egal, welches Alter sie haben. Jeder Tag ist anders und immer abwechslungsreich.“ Während die älteren Kinder auch mal alleine spielen, brauchen die Kleineren deutlich mehr Unterstützung. Einigen muss Alicia Ungerer zum Beispiel die Windel wechseln. Ob sie damit ein Problem hat? "Absolut nicht. Ich kenne das ja noch von meinem Bruder. Man muss eben auf die Hygiene achten, danach alles desinfizieren.“ 

Das Niveau anpassen

Unterschiedlich ist auch die Kommunikation mit den Kindern, je nach Alter: "Verständigen kann ich mich eigentlich mit allen. Manchmal muss man etwas überlegen. Aber mit der Zeit versteht man jedes Kind immer besser.“ Worauf es bei der Kommunikation mit den Kindern ankommt? "Augenhöhe.“ Damit meint Alicia Ungerer, dass sie kindgerecht kommuniziert, also auf ihre Ausdrucksweise achtet, keine Fachausdrücke oder Ironie verwendet.

Ganz wichtig sei es, den Kindern zwar mit einfachen Worten zu begegnen, dabei aber nicht in eine Art Babysprache zu verfallen. "Man muss sich immer bewusst sein, dass man auch in sprachlicher Hinsicht ein Vorbild ist. Deshalb ist es zum Beispiel auch wichtig, gutes Deutsch, also keinen schwäbischen Dialekt zu sprechen.“

Zeit zum Lernen geben

Besonders wichtig sei dies für Kinder mit Migrationshintergrund. "Manche kommen ohne Deutschkenntnisse zu uns. Sie laufen dann mit der Gruppe mit, lernen die Sprache durch die anderen Kinder und Erzieher. Bei Kindern geht das unheimlich schnell.“ Wenn ein Kind erst einmal nur Türkisch spricht und die Erzieher es nicht verstehen, dann sollten sie ihm trotzdem Aufmerksamkeit schenken. Genauso sollten Kinder, die beispielsweise stottern, auf gar keinen Fall darauf hingewiesen werden. "Wenn ein Kind für drei Sätze eine Minute braucht, dann ist das eben so. Man muss ihnen ihre Zeit lassen“, sagt Alicia Ungerer. "Aber den Eltern legen wir dann nahe, einen Logopäden aufzusuchen.“

Für das theoretische Know-how lernt Alicia Ungerer in der Schule unter anderem die unterschiedlichen Entwicklungsstufen des Kindes und die Phasen, die es durchlebt. Während der Praxiszeit bekommt sie Beobachtungsaufträge. Hierbei geht es darum, motorische Fähigkeiten oder Sprachkenntnisse eines Kindes zu analysieren und zu erkennen, ob es in bestimmten Bereichen noch Unterstützung oder Förderung braucht.

Theorie-Unterricht

Deutsch, Englisch, Gemeinschaftskunde, Religion – einige Fächer klingen wie früher in der Schule. "Die meisten Fächer sind aber auf den Kita-Alltag bezogen“, sagt Ungerer. Dazu gehören etwa die Förderung der körperlichen Entwicklung und Gesunderhaltung, kreative Ausdrucksmöglichkeiten oder die Unterstützung der kognitiven Entwicklung. 

Ein Tag in der Kita geht von 7 bis 17 Uhr. "Einige Kinder sind von 7 bis 13.30 Uhr dort, andere von 7.30 bis 17 Uhr“, erklärt Ungerer. So ein Tag könne lang und laut sein. Aber das gehöre dazu. "Hauptsache, man hat Durchhaltevermögen und Freude am Umgang mit Kindern“, erklärt Alicia Ungerer. 

 

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