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Raus in die Welt

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Vier Sprachen spricht Eduard Badea inzwischen. Neben seiner Muttersprache Rumänisch auch Deutsch, Englisch und Spanisch. Vor vier Jahren kam der heute 22-Jährige nach Deutschland, nahm sich zuerst ein Jahr Zeit, um Deutsch zu lernen, und startete dann an der Hochschule Heilbronn im Studiengang Internationale Betriebswirtschaft – Interkulturelle Studien (IBIS) durch. 

Ehrgeiz

Einfach war es am Anfang nicht. Sein Deutsch war noch etwas holprig und in Mathematik musste er an seinen Grundlagen arbeiten. Angst vor den Herausforderungen sollten Studieninteressierte allerdings nicht haben, findet Eduard Badea, der gerade sein viertes Semester absolviert: "Wenn du dich hinsetzt, dann kriegst du das hin." Versteht er etwas nicht, fragt er bei seinem Professor oder den Kommilitonen nach. "Außerdem gibt es immer noch Google und Youtube", meint Badea. Sein Studium beschreibt er als Schnittstelle zwischen Management und der Arbeit mit Menschen aus verschiedenen Kulturen. 

Studierende können sich entscheiden, was sie besonders interessiert. Aus den Bereichen Internationales Management, Marketing, Personalwesen, Finanzen, Accounting und Controlling wählen sie Haupt- und Nebenfach aus. Dazu kommt dann noch Kultur- und Sprachunterricht in Spanisch, Französisch, Russisch oder Arabisch.

Andere Bedeutungen

Einige Studierende mit ausländischen Wurzeln sind zweisprachig aufgewachsen und bringen Vorkenntnisse mit. Das ist allerdings kein Muss. Badea hat sich für Spanisch entschieden und ist gespannt auf sein Auslandssemester in Mexiko. "Ich freue mich auf Tacos und Tequila. Das wird bestimmt spannend, komplett einzutauchen in die lateinamerikanische Kultur", sagt er. Dabei ist seine Muttersprache Rumänisch eher ein Hindernis als ein Vorteil. Beides sind romanische Sprachen, manche Wörter sind ähnlich. "Das sind aber oft false friends, die Wörter haben im Spanischen eine andere Bedeutung", erklärt er.

Sieben Semester sind es insgesamt bis zum Bachelorabschluss, nach dem Auslands- folgt noch ein Praxissemester. Besonders gut gefällt Badea, dass die Lerninhalte sehr praxisnah und fürs spätere Berufsleben relevant sind. Die Studierenden schauen sich Fallstudien aus Unternehmen in verschiedenen Ländern an und untersuchen, wie die unterschiedlichen Kulturen sich auf Entscheidungen im Management auswirken. Die lateinamerikanische Kultur ist beispielsweise eine High-Context-Culture – die Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben sind fließend, es gibt keine klare Trennung.

Mentalitäten

Auch über die unterschiedliche Mentalität der Menschen wird im Kulturunterricht gesprochen. "Wenn man sich in Deutschland für zehn Uhr verabredet, dann heißt das auch Punkt zehn. Die Lateinamerikaner nehmen das nicht ganz so genau. Zeit ist relativ", sagt Badea. Seine eigene Zeit muss er sich gut einteilen. Er finanziert sich sein Studium über ein Stipendium und seine Arbeit als Hilfswissenschaftler in der Personalabteilung der Hochschule. Seine Zukunft sieht Badea im Personalbereich eines internationalen Unternehmens. "Ich liebe es, neue Menschen kennenzulernen. Da wäre es schade, wenn ich im Ländle bliebe."

 

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