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Studentin hilft Straßenkindern

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Als Studentin hat die Öhringerin Miriam Schunn sicher nicht das dickste Bankkonto. Trotzdem hilft sie Kindern in Kenia, wie sie nur kann. Indem sie mit verschiedenen Aktionen zum Beispiel Geld sammelt, aber vor allem, indem sie ganz konkret vor Ort in Kenia mit anpackt

Anpackend

Überhaupt gehört Miriam Schunn zu den anpackenden Menschen. Sie studiert in Trier Sozial- und Organisationspädagogik. Um Praxiserfahrung zu sammeln, arbeitet die 23-jährige Öhringerin nebenbei in einem betreuten Wohnheim für Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung. "Das", erklärt sie, "ist etwas ganz anderes als die Theorie." Sie möchte später nicht als die Studierte von praxiserfahrenen Kollegen abgestempelt werden. Überhaupt arbeitet sie sehr gerne an der Basis, sieht, wo es klemmt. So war es auch bei ihrem Freiwilligen-Jahr in Kenia. Dort arbeitete sie in Kisumu an einer Schule für Menschen mit Behinderung und lernte nebenbei Suaheli

In ihrer Freizeit beschäftigte sie sich intensiv mit der Situation der kenianischen Straßenkinder. Durch den Austausch mit diesen weiß sie, dass viele der Straßenkinder von zu Hause geflüchtet sind, weil es dort Streit gegeben habe. Ein Problem sei auch der Alkoholkonsum der Eltern.
Da viele der Kinder allerdings wieder zur Schule gehen wollen, sagt sie, habe sie gemeinsam mit einem kenianischen Freund begonnen, den Straßenkindern eine neue Perspektive aufzuzeigen. Felix ist professioneller Sozialarbeiter und arbeitet in Kenia vor Ort. Er besucht die Straßenkinder regelmäßig an ihrem Treffpunkt, ist ihre Vertrauensperson und ihr Seelsorger.

Traumatisiert

Bereits drei Kinder wurden wieder in ihre Familie zurückgeführt. Für ihre Arbeit haben Miriam und Felix den gemeinnützigen Verein Hakika mit Sitz in Trier gegründet. Der Verein hat bereits 40 Mitglieder. Ziel ist es, den drei Kindern durch finanzielle Unterstützung Bildung zu ermöglichen. Da die Kinder oft traumatische Erlebnisse auf der Straße haben, nicht selten missbraucht werden, erfahren sie durch den Verein praktische Hilfe im Alltag und psychosoziale Beratung. Auch deckt der Verein die Kosten für die Grundversorgung der Kinder sowie für deren Schulbesuch und die Arbeit von Felix ab. 
Bei ihrem jüngsten Besuch in Kenia lernte Miriam Schunn Alex kennen, einen 32 Jahre alten Kenianer, der selbst in seiner Jugend erleben musste, dass ihn sein Stiefvater nicht akzeptierte. Alex wuchs bei seiner Großmutter auf. Er absolvierte das College in Social Studies und arbeitet drei Tage die Woche für Ace-Africa-Kenya im Gebiet Migori. Den Rest der Woche arbeitet er nun für Hakika. Alex ist neben Felix der zweite professionelle Mitstreiter vor Ort.
Damit Hakika die Arbeit der beiden Männer finanzieren kann, veranstaltet Miriam Schunn als Koordinatorin von Hakika Flohmärkte in Trier, gibt Vorträge an der Universität. Durch die tatkräftige Unterstützung vieler Mitglieder war auch eine Präsenz auf dem Trierer Weihnachtsmarkt möglich. Für das Jahr 2019 ist ein Wohnzimmerkonzert geplant.

 

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