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Start ins Berufsleben

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Ob beim kleinen Handwerksbetrieb, in der Anwaltskanzlei, in der Arztpraxis, der Stadtverwaltung, im Industrieunternehmen oder im Supermarkt: Für tausende junge Leute hat zu Monatsbeginn ihre Ausbildungszeit begonnen. Die nächsten Jahre werden sie alles über ihren Beruf lernen, streben den Abschluss an und können dann weitere Perspektiven ins Auge nehmen – zum Beispiel den Meisterbrief, den Fachwirt, ein Aufbaustudium und vieles mehr.

Dabei ist der Weg in den Beruf manchmal direkt, manchmal aber auch verschlungen. Und einige Branchen, vor allem in Industrie und Handwerk, beklagen inzwischen deutlich nachlassende Bewerberzahlen.

Wir haben einige Berufsstarter an ihrem Arbeitsplatz besucht und sie zu ihren ersten Erfahrungen befragt:

Immer schon gerne gebacken

Fabian Leibfried hat ein Hobby zum Beruf gemacht. Denn immer schon, erzählt der 20-Jährige aus Untergruppenbach, hat er gerne seiner Mutter beim Backen geholfen. Später versuchte er sich auch selbst an Torten und Kuchen – "bis hin zu einer misslungenen Donauwelle", erzählt er. Nun hat er seine Lehre zum Konditor bei der Bäckerei Härdtner begonnen. Lehrort in den ersten Tagen: die Backstube Mitterer in Heilbronn-Sontheim.

"Wir sind direkt ins kalte Wasser geworfen worden", erzählt der junge Mann, der nach seinem Schulabschluss an der Johann-Jakob-Widmann-Schule noch ein Jahr Erfahrung im Lebensmittel-Einzelhandel sammelte. Natürlich gab es am ersten Tag eine Begrüßung und Betriebsvorstellung – aber dann ging es auch schon los. Fabian Leibfried wurde gleich mit seinen Azubi-Kollegen in die Produktion eingebunden, rührte Kirschmasse an, rollte Teig aus, schälte Äpfel. "Ich fand das okay", sagt er. "Ich habe dadurch bereits viele Bereiche im Betrieb kennengelernt."

Nun steht erst einmal die dreijährige Berufsausbildung vor ihm. Insgesamt haben bei dem größten Bäckereiunternehmen der Region 23 junge Leute in diesem Herbst begonnen, unter anderem erstmals ein Azubi im Fach Systemgastronomie. Fabian Leibfried strebt einen guten Abschluss an. "Und wenn es mir liegt und ich gut in der Schule bin, könnte ich mir vorstellen, in Richtung Meister zu gehen."

Vorbelastet und dank eines Tipps

Annalena Siegrist hatte sich eigentlich gar keine Chancen ausgerechnet. Schließlich hatte sich eine Freundin der 18-Jährigen schon als Bankkauffrau beworben – hatte allerdings damit keinen Erfolg. Doch mit diesem Beruf hatte die Abiturientin aus Brackenheim durchaus ein wenig geliebäugelt."Ich bin vorbelastet", sagt sie. "Meine Mutter arbeitet auch bei einer Bank."

Dass sie sich dann doch beworben hat, verdankt sie ihrer Beraterin bei der Kreissparkasse Heilbronn: Sie wies die junge Frau im Frühjahr auf freie Stellen beim größten Kreditinstitut der Region in, in den Pfingstferien bewarb sie sich, absolvierte parallel ein Praktikum, und schließlich ging alles ganz schnell – nun ist Annalena Siegrist Auszubildende als Finanzassistentin. In diesen Zweig werden alle Azubis aufgenommen, die Abitur haben – jene mit mittlerer Reife beginnen eine Ausbildung zu Bankkauffrau oder Bankkaufmann. Für die Finanzassistenten dauert diese Ausbildung samt Zusatzqualifikation zwei Jahre.

In den ersten Tagen standen vor allem gegenseitiges Kennenlernen uns erste Seminare auf dem Programm. Annalena Siegrist haben sie sehr gut gefallen. "Es war sehr abwechslungsreich und man wurde auch nicht überflutet mit Informationen", erzählt sie. Wohin der berufliche Weg einmal führen soll, muss sie natürlich erst einmal abwarten. "Ich weiß ja noch gar, was mir liegt. Ich bin da relativ offen."

Alle paar Monate in ein neues Amt

Die Stadt Heilbronn hat so einiges zu bieten, findet Ines Baumeister. Unter anderem auch eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement. Die 16-jährige Auszubildende interessiert sich für alles, was mit Verwaltung, Buchhaltung und Sekretariatsaufgaben zu tun hat. "Ich habe durch Praktika schon etwas Erfahrung gesammelt", erzählt sie. Das Tolle an dem Ausbildungplatz bei der Stadt sei, dass alle drei bis fünf Monate ein anderes Amt durchlaufen werde. "Dadurch kann man viele verschiedene Erfahrungen und Eindrücke sammeln", sagt Baumeister. Und man lerne immer etwas Neues dazu.

Der Heilbronnerin hat die erste Woche in der Ausbildung sehr gut gefallen. Die neuen Auszubildenden hätten Eindrücke von Orten bekommen, zu denen man sonst nicht so einfach Zugang bekomme, "zum Beispiel durften wir beim Stadttheater hinter die Kulissen schauen oder haben bei der Feuerwehr vorbeigeschaut", freut sich Baumeister. Außerdem sei es eine gute Woche gewesen, um sich untereinander kennenzulernen, was die Zusammenarbeit später vereinfache.

Um Spaß an der Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement zu haben, sollte man organisiert sein. Am Anfang sei alles sehr neu, doch Baumeister ist sich sicher, dass sie in die Ausbildung schnell reinfinden werde. Auch der Umgang mit den für den Beruf benötigten Computer-Programmen werde dann mit der Zeit zur Routine.

Einfach ein Zukunftsjob

Einen reinen Bürojob will Mathias Seußler auch in Zukunft nicht. Da bietet sich die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik an, eine Mischung aus Handwerk, technischem Know-How und Büroarbeit. Also entscheidet sich Seußler nach dem Abitur doch dafür, das Studium der Politikwissenschaft und Geschichte abzubrechen und eine Ausbildung anzustreben. Sicherlich hatte auch seine insgesamt fast einjährige Praxiserfahrung etwas mit dieser Entscheidung zu tun.

"Ich habe in den Semesterferien bei Fibro im Lager gearbeitet und die ganzen Automatismen kennengelernt", berichtet der 21-Jährige. Das habe so viel Spaß gemacht, dass er sich bei Läpple für die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik bewarb. "Das ist einfach ein Zukunftsjob", betont Seußler. Logistikzentren würden größer, sein Ausbildungsberuf sei noch relativ neu.

Mit dem Projekt Industrie 4.0 und der voranschreitenden Digitalisierung ginge auch einher, dass sich der Fokus weg vom einzelnen Arbeiter hin zur technischen Steuerung bewege. Auf diese Arbeit am Computer freut sich der Obrigheimer. "Es ist aber auch toll, dass man im Grundlehrgang mit allen zusammenarbeitet, zum Beispiel auch mit den DHBW-Studenten", erzählt Seußler. So lernten alle die Metallbranche von Grund auf kennen. "Es ist gut, zu wissen, wie Teile hergestellt werden, gerade wenn man dann später nicht mehr so viel mit Werkstücken zu tun hat", erzählt er.

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