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Der Trend zeigt nach unten

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Die endgültige Abrechnung ist noch nicht gemacht. Wie viele Auszubildende in diesem Jahr wirklich gestartet sind, können Handwerkskammer und IHK erfahrungsgemäß erst einige Wochen nach Beginn des neuen Lehrjahrs sagen. Denn es gibt anfangs immer noch Bewegung in den Zahlen: Junge Leute hatten mehrere Zusagen und entscheiden sich für die passendste Stelle, andere entschließen sich erst kurzfristig für eine Ausbildung oder einen anderen Beruf, wenn es mit der Wunsch-Arbeitsstelle oder dem Studienplatz nicht geklappt hat.

Mehr als 700 freie Ausbildungsplätze

Kerstin Lüchtenborg, Leiterin der Abteilung Berufsbildung bei der Handwerkskammer, stellt dies regelmäßig fest: "Zunächst muss man sagen, dass die Rechnung zu den Neuverträgen im Handwerk der Region Heilbronn-Franken erst zum Ende des Jahres gemacht werden kann", erläutert sie. "Denn wir erwarten noch fast ein Viertel unserer gesamten Ausbildungsverträge." Eines stellt sie mit Erleichterung fest: "In den letzten fünf Jahren haben wir trotz der demografischen Entwicklung zum Jahresende immer mit einem Plus abgeschlossen." Das werde aber voraussichtlich dieses Jahr trotz größter Bemühungen in der Nachwuchsgewinnung wohl nicht mehr gelingen, ahnt sie. Dabei böten die Betriebe noch mehr als 700 freie Ausbildungsplätze quer durch alle Branchen an. Und das Handwerk biete so sichere Zukunftschancen wie noch nie – es würden dringend Gesellen, Meister und Betriebsnachfolger gesucht.

Junge Menschen könnten aus 130 verschiedenen Handwerksberufen wählen und hätten dann beste Aufstiegschancen, zumal die Meisterpflicht in zwölf Berufen wieder eingeführt werden soll. "Man muss viel unternehmen, damit junge Menschen das Handwerk überhaupt in den Blick nehmen", sagt Kerstin Lüchtenborg. "Aber die, die dann kommen, sind oft begeistert." Das Handwerk sei ein unverzichtbarer Wirtschaftsbereich und biete für junge Frauen und Männer interessante Arbeitsplätze mit viel Gestaltungsspielraum, bekräftigt die Abteilungsleiterin.

Bei der IHK Heilbronn Franken ist Geschäftsführer Gerald Fichtner, Leiter Berufsbildung, trotz der zurückgehenden Zahlen "nicht beunruhigt", wir er sagt. "Die Ausbildungszahlen entsprechen den Erwartungen", erklärt er. Es könne ja noch Verschiebungen bei den eingetragenen Ausbildungsverhältnissen geben, weil die Verträge noch gar nicht alle der Kammer gemeldet worden sind. "Erfahrungsgemäß verändern sich die Zahlen bis Jahresende nochmals, da bis dahin noch weitere Verträge eingereicht werden."

Die aktuellen Ausbildungszahlen entsprächen aber der gesellschaftlichen Entwicklung, die auch im Ausbildungsbereich zu beobachten ist, meint Fichtner. „Die Kernfaktoren sind nach wie vor der Trend zu höheren Schulabschlüssen sowie zum Studium.“

Ausbildungsbotschafter stellen ihre Berufe vor

Die IHK Heilbronn-Franken bewerbe daher das Thema Duale Ausbildung ungebrochen stark. So organisiert die Kammer weiterhin die Bildungsmessen in Heilbronn und in Lauda-Königshofen, bei der sich Ausbildungsbetriebe und Ausbildungsplatzsuchende treffen und austauschen können. Aber auch der Ausbildungsbotschafter, der von der IHK Heilbronn-Franken organisiert wird, sei ein starkes Instrument für die Duale Ausbildung: Ausbildungsbotschafter sind Auszubildende, die in den Schulen für ihren Ausbildungsberuf werben. Unter anderem gehen die Südwestdeutschen Salzwerke seit diesem Jahr diesen Weg und stellen in ausgewählten Schulen ihre Berufsbilder vor – bis hin zum Bergmann.

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