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Aus Liebe und Leidenschaft

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Bei diesem Speed-Dating wird nicht die große Liebe gesucht – zumindest nicht die romantische. Vielmehr soll das Dating-Format eine Lanze für den Beruf der Heilerziehungspfleger brechen.

Dazu gab es am Samstag Informationen aus erster Hand: Fünf Azubis der Evangelischen Stiftung Lichtenstern berichteten in einem Schaufenster neben dem Café Samocca im Neckarbogen über ihre Ausbildung. Passanten und Interessenten konnten sich hier direkt mit den Azubis austauschen und Fragen rund um Ausbildung, Berufsalltag und Weiterbildungsmöglichkeiten stellen.

"Jeder Tag ist anders"

Gerade jetzt, wo keine Berufsmessen stattfinden, „ist es wichtig, da zu sein“, betont Sven Seuffert-Uzler von der Evangelischen Stiftung Lichtenstern. Man habe sich für ein physisches Aufeinandertreffen unter Einhaltung der Corona-Regeln entschieden, da „der persönliche Kontakt einfach was anderes ist“, ergänzt Personalreferentin Lisa Joanni.
Doch was machen Heilerziehungspfleger eigentlich? „Man unterstützt Menschen dabei, ein Leben nach den eigenen Vorstellungen zu führen“, erklärt Azubi Lea Münzberg (21). So werden Menschen mit Behinderung oder seelischer Erkrankung in allen Altersklassen pädagogisch und pflegerisch in der jeweiligen Einrichtung begleitet.

Ob Einkaufen, Freizeitgestaltung oder Unterstützung im Alltag, „jeder Tag ist anders“, sagt Joshua Treffert. Es sei ein sinnstiftender, aber auch anspruchsvoller Job, bei dem man zugleich gefordert und gefördert werde, so der 26-jährige Auszubildende. Nach der dreijährigen „HEP“-Ausbildung, für die man einen Realschulabschluss benötigt, „sind die Weiterbildungsmöglichkeiten sehr variabel“, so Treffert. Zudem besteht die Möglichkeit, nach dem Hauptschulabschluss eine Ausbildung zum Heilerziehungsassistenten zu machen, bei der die Mittlere Reife erlangt werden kann. „So individuell wie die Klienten sind, so individuell können auch wir sein“, sagt Münzberg. „Persönlichkeit ist das wichtigste Werkzeug“, ergänzt Treffert. 

Der Beruf ist unbekannt

Interessiert nehmen Sylvia (40) und Kerstin (31) eine Info-Broschüre entgegen. Ob sie den Ausbildungsberuf zum Heilerziehungspfleger kennen? Die beiden Frauen aus Heilbronn schütteln den Kopf. Der Beruf sei unbekannt, da „behinderte Menschen nicht gerade in der Öffentlichkeit stehen“, erklärt Treffert. Außerdem ist der Job mit Vorurteilen behaftet. „Mir wurde davon abgeraten“, erinnert sich Münzberg. Der Grund: Die Vorstellung von geringem Gehalt und Schichtdienst. Die Azubis räumen diese Bedenken aus. Bezahlt werde nach Tarif, Aufstiegsmöglichkeiten und regelmäßige Arbeitszeiten seien möglich. „Der Schichtdienst kann auch von Vorteil sein, dann hat man mal unter der Woche frei“, sagt Azubi Lisa-Marie Sahm (22).

Für Leute, die sich für den Job interessieren, haben sie einen Tipp: „Einfach mal reinschauen“, so die Azubis. Die Liebe zum Beruf haben die drei Azubis schon gefunden.

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