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Bewährtes schafft Neues

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Noel Geiger macht für das Interview kurz Pause. Morgens um 9 Uhr ist er schon einige Zeit im Einsatz auf der Baustelle im Brackenheimer Teilort Meimsheim. Die Spielberger Mühle – bekannt für Getreide, Mehl und Nudeln – baut an. Ein vierstöckiges Haus für Hofladen, Konferenzsaal und Wohnungen soll entstehen. Als Maurer ist Noel hier gefragt. Bei der Baufirma Amos, ebenfalls aus Meimsheim, ähnelt sich die Arbeit von Betonbauern und Maurern, „man muss beides können“, sagt Noels Ausbilder Hermann Weidemann.

Handwerk

Die Maurerazubis lernen etwas genauer, wie ein Mauerwerk errichtet wird, die Betonbauer kennen sich beim „Verschalen“ besser aus. Verschalen, das ist die Technik, um Betonwände zu errichten. Vereinfacht gesagt: Zwei Wände werden errichtet, zwischen die Beton gegossen wird. Ist der Beton ausgehärtet, werden die Wände entfernt. Die Betonwand steht.

Noel gefällt an seiner Arbeit das Handwerkliche. Über seinen Stiefvater kannte er Amos und begann eine Lehre. Im ersten Lehrjahr war er coronabedingt nur zweimal pro Woche in der Schule, den Rest auf der Baustelle. Normalerweise wäre es viermal pro Woche gewesen. Herausfordernd findet er, „dass alles richtig ist“.

Recycling

Auch hinsichtlich der Nachhaltigkeit gibt es eine Besonderheit bei der Mühlen-Baustelle in Meimsheim. Im Erdgeschoss wird mit Sichtbeton gearbeitet, der durch Holzbretter ein bestimmtes Muster erhält. Oft wird der Beton noch verputzt – hier nicht. Die Bretter der Schalung, die das Muster machen, werden ersetzt, wenn sie kaputtgehen. Die alten Bretter kommen als Hackschnitzel am Firmensitz zum Einsatz und heizen so das Werksgelände.

Dazu, meint Ausbildungsbetreuer Moritz Horvath, „besteht Beton aus natürlichen Materialien wie Kies, Sand, Zement und Wasser“. Alter Beton werde als Unterbau beim Straßenbau recycelt. An der Mühle wird nur das Erdgeschoss aus Beton sein, die anderen Stockwerke werden in Holzbauweise gebaut. Als Maurer hat sich Noel, der im zweiten Lehrjahr ist, viel von seinen Kollegen auf der Baustelle abgeschaut. „Handwerkliches Geschick, Interesse und Begeisterung“ seien notwendig in seinem Beruf. Betreuer Horvath ergänzt: „Und räumliches Vorstellungsvermögen.“ 

Hintergrund

Noel Geiger hat im ersten Lehrjahr abwechselnd auf Baustellen gearbeitet und die Johann-Jakob-Widmann-Schule besucht. Im zweiten und dritten Lehrjahr kommt der Besuch des Bildungszentrums Bau in Karlsruhe hinzu, einer überbetrieblichen Ausbildungsstätte. Der Rhythmus: Drei Wochen in Karlsruhe folgen zwei Wochen in der Heilbronner Schule, bevor Noel eine Woche auf einer Amos-Baustelle arbeitet.  

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