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Der Wald als Garten

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„Rund 40 Jahre gewachsen, und so schnell geht es“, sagt Förster Klaus Ulrich, als er auf die gefällte Douglasie blickt und das letzte Knacken gebrochener Äste und Zweige im Wüstenroter Forst verhallt ist. Zu Fall gebracht hat den Riesen Teamwork. Lena Koch und Julian Friedle, beide in ihrer Ausbildung zur Forstwirtin und zum Forstwirt, stehen neben dem Stumpf, Spalthammer und Kettensäge im Anschlag.  Bevor Lena und Julian maßnehmen konnten, haben sie den Gefahrenbereich gesichert und naheliegende Wege gesperrt. Anschließend hat Julian die sogenannte Fallkerbe eingesägt, um zu bestimmen, in welche Richtung der Baum fällt. 

Beobachten

„Unsere Arbeit besteht aber nicht nur aus dem Fällen von Bäumen“, erklärt die 20-jährige Lena. Ein wichtiger Bestandteil sei die Pflege junger Bäume zwischen zehn und 30 Jahren. Eine Fläche, auf der mehrere Bäume wachsen, muss jahrelang beobachtet werden, um zu bestimmen, welche Bäume gefällt werden.  Eine weitere Aufgabe ist das Setzen neuer Pflanzen. „Wir pflanzen die Jungsaaten in Reihe“, erzählt Lena. Vorher müsse jedoch die obere Humusschicht entfernt werden, ergänzt Julian. Die beiden mögen an ihrem Beruf, dass sie viel draußen sind. „Außerdem ist die Arbeit vielseitig“, erzählt Lena.

 

Zu den weiteren Aufgaben zählen unter anderem Naturschutzaufgaben, wie die Pflege von Streuobstwiesen und Feuchtbiotopen, der Bau von Spielplätzen und Erholungsstätten, das Anbringen von Wegschildern, die Beteiligung an Treibjagden und der Bau von Jagdhochsitzen. 

Gefährlich

Sowohl Lena als auch Julian haben vor ihrer Ausbildung bereits erste Erfahrungen in der Waldarbeit gesammelt. Lena hat ein Praktikum beim Forstamt gemacht, und die Eltern von Julian besitzen ein Waldstück: „Da habe ich viel geholfen“, erzählt der 17-Jährige.

Wichtig, da sind sich die beiden einig, seien Teamfähigkeit und Belastbarkeit. Der Beruf sei nicht nur körperlich anstrengend, sondern auch gefährlich. „In der Forstwirtschaft haben wir die höchsten Unfall- und Todeszahlen“, berichtet Revierförster Klaus Ulrich. Umso wichtiger seien ein klarer Kopf sowie eine gute Selbstorganisation, sagt er. 

Die Voraussetzung für eine Ausbildung zum Forstwirt oder zur Forstwirtin sind ein guter Hauptschul- oder Realschulabschluss. Entscheidend, so Förster Ulrich, sei nicht allein die Note. Zum Bewerbungsverfahren gehört ein zweitägiges Praktikum. Die Bezahlung erfolgt bei öffentlichen Stellen nach Tarif. In der Lehre liegt das Gehalt zwischen 900 und 1100, ausgelernt je nach Berufserfahrung zwischen 2000 und 3000 Euro brutto.  

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